10.02.2014 - 00:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Letzte Vernissage in der Artothek: Ausstellungen der Futura 87 hören auf Mit Picasso dem Ende entgegen

Gründungsmitglieder und Vereinsvorstände der Futura präsentierten am Freitag die letzte Ausstellung der Artothek. Von links: Vorsitzende Ilka Hoffmann, Gerda Moser, Alfred Hertrich, Marille Singer, Wolfgang Herzer, Udo Binder, Klaus Neugirg, Stefan Schadek, Erwin Schlott, Klaus Kuran und Geschäftsführerin Anne List-Pfadenhauer. Knieend: Esther und Lucia Navarro. Bild: Höller
von Autor LYProfil

Eine Ausstellung zu guter Letzt. Das Ende der Artothek ist schon vollzogen, und nun folgte am Freitag das "letzte Stündlein" der Ausstellungsreihe in der Grund- und Mittelschule. Die Künstlergruppe Futura 87 musste aufgrund des sinkenden Interesses die für die Oberpfalz einzigartige "Ausleihe für Kunst" und auch die jährlichen Ausstellungen einstellen.

Umso mehr freute sich die Vorsitzende des Vereins, Ilka Hoffmann, über den regen Zuspruch, den die Werke der zehn Künstler am Freitag fanden. Inspiriert von dem Ausspruch Pablo Picassos: "Wenn ich kein Blau habe, verwende ich Rot" haben die Künstler Udo Binder, Rainer Birzer, Alfred Hertrich, Wolfgang Herzer, Klaus Kuran, Gerda Moser, Klaus Neugirg, Stefan Schadeck, Erwin Schlott und Marille Singer mit ihrer persönliche Ausdruckskraft das Zitat interpretiert.

Künstlerischer Ansatz

Herzer hat in einem Comic über fünf Blätter die Herkunft des Zitats angelegt. Darüber hinaus hat der Weidener Künstler die Aussage reflektiert. Denn hinter der oberflächlich betrachteten äußerst pragmatischen Aussage, steckt ein tiefgründiger künstlerischer Ansatz.
Das dynamische Wechselspiel der beiden Farben und ihre faszinierende Wirkung nutzten gerne viele Künstler, so auch die der Ausstellung. Als Akzent, der den Betrachter ins Bild zieht, nutzte Moser die Farbe des Klatschmohns bei ihrem Werk "Florales". Den surrealistischen Künstler selbst bildete Schlott in "Picasso geht baden" in Anlehnung an dessen Stil ab.

In ihrer Einführung erläuterte die Hausherrin, Rektorin Gabriele Wachter-Kauschinger, den Satz Picassos anhand der Farbenlehre: "Naturgemäß ist blau die Farbe der Entspannung, der Ruhe, der Zurückgezogenheit." Ganz anders rot: "Rot wirkt kraftvoll, lebendig, es signalisiert Lebensfreude, Energie und den vollen und leidenschaftlichen Genuss des Lebens."

Das kühle Blau findet sich in den Nordlandbildern Hertrichs und das Rot in seinem "Sommernachtstraum wieder. Schadek findet die Vorgabe reizvoll, musste aber für seine Kaffee-Bilder von blau abweichen und verwendet gelb. "Farblich malerisch löst sich das Gelb im Nichts auf", beschreibt er selbst seine Bilder.

Spannung erzeugt

Auf Farben konnte Neugirg bei seinen Skulpturen aus gesägten, polierten und mühsam bearbeiteten Granit verzichten, aber nicht auf Metallelemente, die wie Farbspiele Spannung erzeugen. Birzer verwendete für seine Werke Braun- und Rottöne für seine Version des sechsten Buch Mosis, das nichts mit Moses, dafür mehr mit Okkultismus zu tun hat. Kuran zeigt Aquarelle und stellt weiteren Bildern ein Gedicht - einen Dialog mit der Vergänglichkeit - an. Vielleicht hatte das Ende der Ausstellungsreihe Binder mit seinem Bild vor Augen. Er wandelt den bekannten Ausspruch Karl Valentins ab: "Früher war die Futura auch besser". Aber eine Zukunft für die Ausstellungen bei der Futura gibt es nicht - da hilft auch alles Wehklagen nichts.

Der Nachwuchs - die Windischeschenbacher Schüler - präsentieren im Treppenhaus ihre eigene Herangehensweise an das Zitat und den Künstler Picasso mit ihren Werken. An die Farbvorgabe der Ausstellung hielten sich auch Esther und Lucia Navarro bei ihren Kleidern, die bei der Eröffnung spanische Tänze temperamentvoll präsentierten.

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Die Ausstellung ist noch am 16. und 23. Februar jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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