20.11.2017 - 07:16 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Los Dos y Companeros im Schafferhof Kuba rettet die Oberpfalz

Beinahe hätte es sie nicht mehr gegeben. Die Los Dos y Compañeros dachten vor einem Jahr an Auflösung. Zu viele Mitglieder waren abgesprungen. Doch was wäre die Oberpfalz ohne ihre Salsa-Guerilleros aus Amberg?

von Autor GGEProfil

(gge) Zum Glück war da noch die Idee des Managers und der Plattenfirma: Da gibt es eine kubanische Band. In Kuba. Nur studierte Musiker. Wie wär's? Schnell sandten Los Dos, also die zwei Gründer der Band vor über 20 Jahren, Michael Deiml alias Don Michon und Walter Tröster alias Don Macson ihre Lieder nach Havanna. Den Kubanern gefiel es - und schon gab es eine gemeinsame CD.

Was lag da näher, als dass die sechs Kubaner (Nicolas am Bass, sein Sohn Fabian an den Timbales, Vivo mit zwei Congas, Querol an der Gitarre, Sergio an der Tres und Alemani an der Trompete) nach Amberg kamen zur Deutschland-Tournee? Seit Mai sind sie nun da, nächstes Wochenende geht's wieder heim.

Das Ergebnis dieser genialen Zusammenarbeit genossen die Zuhörer im Schafferhof. Und bald lauschten sie nicht nur, sondern sangen und tanzten mit. Zu mitreißend sind der Rhythmus der Salsa, der Clave und des Son. Don Michon und Don Macson werden oberpfälzisch unterstützt von dem immer zu Späßen aufgelegten "El Maxito" (Gesang, Clave). Posaune und Saxofon spielen Peter und Markus König aus Weiden.

Doch nicht nur die Band ist nun fast völlig neu, es gibt auch neue Lieder, auch nachdenklich stimmende. Zwar fing das Konzert noch mit ihrem "Nackada" an. Doch bald schon sangen sie über den oberpfälzischen Mond: "Da Mou schaut zou" oder forderten auf zum Feierabend: "Mach dein Lodn zou". Komische Einlagen, Quatsch, lustige Ideen und vor allem klasse Soli lockern das Programm auf. Da tanzen schon mal Don Macson und El Maxito wie ein Liebespaar, während sie singen - "sie san a Paar seit 60 Jahr". Sergio mit den langen Rastazöpfen bearbeitete seine Tres als wolle er das Letzte aus ihr herausschrubben. Und die Congas schienen heiß zu werden unter den Händen von "Vivo" Alexandro, der dazu breit grinste.
Zäich Dei Gwand o" zur Melodie von "Dimmi quando", die angebliche Lobeshymne über die "Weiba" oder "Gschwista" kannte wieder jeder in der dicht bevölkerten Tenne. "Na, i moch koin Winta" oder "Schamma" sind neu - doch der Refrain geht sofort ins Ohr. Letzteres ist auch etwas Neues in der Musikgeschichte der Band: Ernstere Töne, ein Appell an die Mitmenschlichkeit.

Und zwischendrin verlassen die drei Oberpfälzer Frontmänner die Bühne und lassen die "Compañeros" allein. Feurig spielen und singen sie ihr original kubanisches Programm, natürlich in ihrer Heimatsprache. "Das macht uns allen großen Spaß", versicherte Don Michon. Das hatte das nass geschwitzte Publikum schon am eigenen Leib erfahren. Total begeistert rief es mehrmals "Zugabe", während die Musiker umgekehrt nach "Zoigl" verlangten.

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