Michael Unfried Fenzl, Ex-Kontrabassist von "Django 3000", erstmals solo am Schafferhof
Artist am Kontrabass

Windischeschenbach . (prh) "Dea ma, wos ma woin", lautet der Titel seiner ersten Single, die er im Sommer letzten Jahres nach der Trennung von "Django 3000" als Soloprojekt eingespielt hat. "Es war Zeit für was Neues", antwortet der sympathische Rosenheimer auf die Frage nach dem Trennungsgrund. Immerhin war er 2011 Gründungsmitglied der Gipsy-Rocker und hat mit "Django 3000" bis 2017 über 600 Konzerte in ganz Europa sowie in Indien oder gar Korea gespielt. Als Songwriter war Fenzl an 4 Studio-Alben beteil
Kultur
Windischeschenbach
06.02.2018
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Michael Fenzl (Zweiter von rechts), der Ex-Kontrabassist von "Django 3000" begeistert am Schafferhof mit seiner Band mit Maximilian Spindler, Andy Schechinger und Roland Bürger (von links) mit einer mitreißenden Live-Performance.

Michael Fenzl und Band bringen die Schafferhof-Tenne mit einem energiegeladenen Konzert mitten im Winter auf Sommertemperatur. Der Vollblutmusiker betreibt damit beste Werbung für sein Debütalbum "Fenzl", dass er erstmals live präsentiert.

"Dea ma, wos ma woin", lautet der Titel seiner ersten Single, die er im Sommer letzten Jahres nach der Trennung von "Django 3000" als Soloprojekt eingespielt hat. "Es war Zeit für was Neues", antwortet der sympathische Rosenheimer auf die Frage nach dem Trennungsgrund. Immerhin war er 2011 Gründungsmitglied der Gipsy-Rocker und hat mit "Django 3000" bis 2017 über 600 Konzerte in ganz Europa sowie in Indien oder gar Korea gespielt. Als Songwriter war Fenzl an 4 Studio-Alben beteiligt.

Aber Fenzl wäre nicht Fenzl, würde er nicht tun, was er will. Der Titel seiner Debütsingle ist für ihn Programm: "Dea ma, wos ma woin". Der hervorragende Kontrabassist geht neue Wege und macht das, was er am besten kann: Musik, die mitreißt. Voller Experimentierfreude dringt der Multiinstrumentalist mit seinem Gespür für ausgefuchste Grooves und eingängige Melodien in neue musikalische Gefilde vor und betreibt mit seinem Auftritt auf dem Schafferhof beste Werbung für seine CD.

Das Publikum ist von Beginn an dabei, tanzt zu den schnellen Rhythmen. In den 20 Titeln (12 davon vom Album und 8 weitere eigene Stücke) gibt eine große Portion Ska meist die Richtung vor, liegt ein Hauch von "The Clash" und Reggae in der Luft, schürt eine pfeffrige Note heißester Rockabilly das Feuer, das schnell und sehr laut auf seine Zuhörer überspringt. Heraus kommt elektrisierender, schweißtreibender bayerischer Indie-Rock.

"I bin a wuida Hund und des ned ohne Grund", singt er, als er mit seiner Liebsten in der "Retroraketn" zum Mond fliegt. Wie ein wuida Hund bearbeitet er seinen schwarzen Kontrabass "Fenzl 3000", den er selbst für die Djangos konzipiert hat. Am Kontrabass lässt er seine Gefühle raus, zupft wie wild, schleppt ihn unter die Tanzenden, steigt damit auf Tische oder klettert fast schon artistisch auf ihm herum.

Die Bassläufe wummern, sind das Grundgerüst des vollen Sounds, der durch drei hervorragende Mitmusiker komplettiert wird. Am Schlagzeug sitzt Andy Schechinger, der die Drums hart, präzise und schnell bedient. Flankiert wird Fenzl von den beiden Gitarristen Maximilian Spindler (erstmals live dabei) und Roland Bürger. Sie sind Könner an ihren Instrumenten und bringen eine Menge an Effekten ein.

In seinen oberbayerischen Mundarttexten geht es mal augenzwinkernd, mal aufrichtig melancholisch um die Liebe, das Tanzen oder den Tod. Nur einmal wird er etwas leiser, als er seinen Kontrabass mit der E-Gitarre tauscht und allein auf der Bühne vom "Stoipan und Foin" (Stolpern und Fallen) singt. Pausen zwischen den Stücken gibt es fast keine. Fenzl erzählt nicht viel, er macht Musik. Nach schweißtreibenden 90 Minuten bringt er es noch einmal auf den Punkt: "Dea ma, wos ma woin". Die verschwitzten Zuhörer erklatschen sich eine Zugabe. Mit "Du konnst fliagn" verabschiedet sich Fenzl, der mit einem mitreißenden, wenn auch manchmal ein wenig zu lautem Konzert begeistert.

Es war Zeit für was Neues.Michael Fenzl über seine Trennung von "Django 3000"
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