Auch in der Region nehmen viele bekannte Persönlichkeiten an der "Ice Bucket Challenge" teil
Eiskaltes Vergnügen

Lokales
Windischeschenbach
04.09.2014
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Ein, oder wie im Fall von Landrat Andreas Meier auch mal zwei, Eimer voll Eiswasser sind Hauptdarsteller in zahlreichen Videos in den sozialen Netzwerken. Selbst Oberpfälzer Kabarettisten und Politiker nehmen die Herausforderung an, mit der "Ice Bucket Challenge" auf die Muskelerkrankung ALS aufmerksam zu machen.

Das Prinzip ist recht einfach. Eine Person schüttet sich einen Eimer Wasser über den Kopf, lädt davon ein Video ins Internet und nominiert weitere Personen. Die sollen dann entweder auch einen Film hochladen oder an Hilfsorganisationen, die sich mit der Muskelerkrankung ALS beschäftigen, wie die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V., spenden.

Ein unterhaltsames Video präsentiert die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" auf ihrer Facebook-Seite. Norbert Neugirg und Rupert Beer wurden vom Kabarettisten Michl Müller zur Teilnahme zur Teilnahme aufgefordert. Der Franke hatte sich "zwei der Altneihauser Feierwehrkapell'n" gewünscht. "Da der Großteil unserer Gruppe aber zu dieser Zeit im Urlaub war, blieb es an Rupert und mir hängen", berichtete Neugirg. Sich die Blöße geben und kneifen, wollten sie aber nicht.

Weicheier in Uniform

Eigentlich hatte das Duo zunächst geplant, stilecht in Uniform im Video aufzutreten. Die beiden hatten dann aber Bedenken, als Weicheier zu gelten. Mit Helm und Jacke merke man ja nicht viel vom eiskalten Wasser. Deswegen entschieden sie sich für ein T-Shirt plus das typische rote Halstuch. Drehort war der Brunnen im Schafferhof.

Über 500 Likes und vorwiegend positive Kommentare zeigen, wie gut die Aktion bei den Facebook-Nutzern ankommt. Neugirg und seine Kollegen von der "Feierwehrkapell'n" wollen sich nach dem Urlaub auch noch überlegen, in welcher Form sie, trotz kalter Dusche spenden werden.

Beer und Neugirg nominierten unter anderem den Neustädter Landrat Andreas Meier. Dieser kommentierte den Streifen der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" mit einem "Na vielen Dank... ;)", präsentierte aber noch am selben Tag einen eigenen. Die Windischeschenbacher Feuerwehr half Meier. Zwei Feuerwehrmänner stiegen auf eine Standleiter, vor der sich der Landrat postiert hatte. Als die Männer so hoch waren, dass sie fast aus dem Bild verschwanden, landeten mit einem Schwung zwei Kübel voll Wasser auf Meiers Kopf.

Es gibt momentan kaum jemanden in den sozialen Netzwerken, der sich der Aktion entziehen kann. Was Anfang August in den USA begann, wurde zum weltweiten Trend. Die Idee, ein lustiges Video mit einem karitativen Zweck zu verbinden, scheint gut bei den Menschen anzukommen. Die "ALS Association" berichtet von Spendensummen von fast 95 Millionen Dollar. Im Vorjahr waren es nur etwa 3 Millionen Dollar. Die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke meldet in dieser Woche 700 000 Euro an Spenden.

Belastendes Schicksal

Der aus Weiherhammer stammende Severin Hirmer hatte einen Fall von ALS in der Familie. "Ich finde es gut, dass auf die Krankheit aufmerksam gemacht und gespendet wird. Persönlich werde ich aber nicht teilnehmen, falls ich nominiert werde." Er betrachte die Aktion nicht einfach als unbeschwerten Spaß für einen guten Zweck, sondern verbinde sie mit einem persönlich sehr belastenden Schicksal. "Man sollte nicht vergessen, dass es noch andere schlimme Krankheiten gibt, die dieselbe Aufmerksamkeit verdient hätten", ergänzt der Gemeinderat.
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