Feuerschützen pausieren, Computerclub löst sich auf - Es fehlt der Nachwuchs
Ungewisse Zukunft für Vereine

Lokales
Windischeschenbach
30.08.2014
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So mancherlei Gerüchte ranken sich zur Zeit um die Königlich private Feuerschützengesellschaft Neuhaus und das Schützenheim "Wolfenhäusl". Ob sich die Feuerschützen aufgelöst haben und die Gaststätte verkauft werden soll, wird gerätselt. Dabei hat die Schießsportvereinigung nur ein Problem, das viele Vereine derzeit plagt.

Schützenmeister Alfred Lang gibt bereitwillig Auskunft. "Wir treffen uns nur noch zwei- bis dreimal im Jahr", berichtet er. Aktiv im Schießsport sind sie seit ungefähr drei Jahren nicht mehr tätig, es fehle einfach der Nachwuchs. Nach wie vor steht aber der Vorstand hinter dem Verein, der erstmals 1897 gegründet wurde und somit auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken kann.

"Wolfenhäusl" steht leer

Kaum ein Jugendlicher käme von sich aus auf die Idee, einen so anspruchsvollen Sport wie den Schießsport zu auszuüben. "Die jungen Leute müssen in einen solchen Verein hineinwachsen", stellt Lang fest. Der Schützenmeister selbst kam vor allem durch seinen Onkel zum Traditionsverein, und auch viele weitere Mitglieder sind Teil seiner Verwandtschaft.

Das ehemalige Vereinslokal "Wolfenhäusl" soll angeblich auch zum Verkauf stehen. Dies kann aber auf Nachfrage nicht bestätigt werden, weder von den Feuerschützen noch von den derzeitigen Besitzern. Die Gaststätte werde zwar seit einiger Zeit nicht mehr betrieben, aber die Jugendlichen der Gegend könnten die Räumlichkeiten noch nutzen, sofern sie diese pfleglich behandeln. Windischeschenbach bietet für vielfältige Interessen eine Mitgliedschaft in entsprechenden Vereinen an. Über 100 Vereinigungen gibt es in der Kleinstadt. Es zeigt sich aber, dass sich einige Zusammenschlüsse vor allem damit schwer tun, junge Leute anzusprechen oder Nachfolger zu finden, welche den Verein langfristig erhalten. Die Feuerschützen, die derzeit pausieren, sind nur ein Beispiel dafür.

Der Computerclub GoGn, was soviel wie "Gates oder Gates niat" bedeutet, hat sich nach siebenjährigem Bestehen vor ein paar Jahren aufgelöst, da die Mitglieder entweder weggezogen sind, oder die Zeit es nicht mehr zuließ, im Club tätig zu sein. Interessanterweise ist "GoGn" aber immer noch unter den Vereinen auf der Internetseite der Stadt Windischeschenbach zu finden.

Ein bis zwei Neue

Ein bis zwei neue Imker im Jahr verzeichnet hingegen der Bienenzuchtverein. Die Erfahreneren stehen den Neulingen dann jederzeit bei Fragen und Problemen zur Seite, und auch Lehrgänge zur Bienenzucht können besucht werden. "Die Erntesaison des Honigs war Ende Juli zu Ende. Zurzeit werden die Bienen gemeinsam auf den Winter vorbereitet", berichtet Helmut Kippes, Vorsitzender des Vereins.

Bedeutend mehr Mitglieder zählt der Hogererbund. Von über 500 berichtet die Präsidentin Elfriede Rupprecht. Jedoch wird für die Aufnahme in den Verein nur eine einmalige Aufnahmegebühr erhoben, weshalb die Zahl der Registrierten nicht viel über die tatsächlich Aktiven im Verein aussagt. Jeden Dienstag treffen sich die Frauen und Männer zum Stammtisch, wobei jedes mal um die zehn Personen teilnehmen. Der Altersdurchschnitt ist verhältnismäßig hoch. Die Jüngsten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Allerdings sind die "Hogerer" weniger auf junge Mitglieder angewiesen als andere Vereinigungen, da sie sich vorwiegend zum gemütlichen Beisammensein treffen. Der Zweck vieler anderer Vereine ist es, bestimmte Hobbys zu unterstützen und zu fördern, weshalb für sie auch die Jugendarbeit wichtig ist. Ohne interessierten Nachwuchs ist der Fortbestand vieler kleinerer Vereine auf lange Sicht gefährdet.
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