20.01.2012 - 00:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Norbert Neugirg und das Geo-Zentrum wollen mehr Rampenlicht für KTB Leuchtturm im Zoiglmeer

Dass der Zoiglstern anzeigt, wo das Windischeschenbacher Kultbier ausgeschenkt wird, ist mittlerweile auf mehreren Kontinenten bekannt. Dass aber ein 83 Meter hoher Turm auf Schanktermine hinweist, ist an Symbolkraft noch ausbaufähig. Doch die Windischeschenbacher arbeiten eifrig daran.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Zur Vorgeschichte: Vor vier Jahren hatte eine Gruppe um Georg Stahl die Idee, den KTB-Bohrturm an Wochenenden von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht wieder zu beleuchten. So geschah es auch: Das touristische Wahrzeichen strahlt seit 2010 freitags bis sonntags gut sichtbar in die Lande. In dieser Zeit schenken die meisten Kommunbrauer auch ihren Zoigl aus.

Da sie das in der Regel auch noch am Montag tun, beantragten Annette Dietl und Rosi Sammet von den Freien Wählern Windischeschenbach am Donnerstag im Geo-Zentrum gleich, die Lichter noch einen Tag länger brennen zu lassen. Stiftungsvorsitzender Gert Wölfel hat nichts dagegen: "genehmigt".

Schließlich zahlen die Freien Wähler die Energiekosten dafür selber. Sie übernehmen für ein Jahr die Strompatenschaft für die nächtliche Inszenierung des Tiefenbohrungs-Riesen. 2010 tat das bereits Georg Stahl, 2011 die Altneihauser Feierwehr. Für 2013 haben sich schon die CSU Windischeschenbach und für 2014 die Kommunbrauer angemeldet.
Die bisherigen Paten zahlten für ein Jahr im Schnitt etwas über 250 Euro. Kommt der Montag noch dazu, könnten es etwas mehr sein. Allerdings sollten außer Wölfel auch die übrigen Stiftungsvorstände, der Landkreis, die Stadt und das Umweltministerium in München mitspielen.

Norbert Neugirg rät gerade den Oberbayern wärmstens dazu. "Stünde der Bohrturm in München, würde er wahrscheinlich Tag und Nacht in allen Spektralfarben strahlen." Das bekannteste Oberpfälzer Schandmaul macht sich vehement dafür stark, mit der beleuchteten KTB für seine Heimat zu werben. Es kennt aber auch die Einwände - Stichwort Lichtverschmutzung.

Energie Marke Eigenbau

Die sei einerseits nicht von der Hand zu weisen, gibt Neugirg zu, andererseits: "Wir haben in der Oberpfalz doch sonst kaum ein Alleinstellungsmerkmal. Warum sollen wir das nicht ordentlich präsentieren? Wenn es jemanden stört, soll er doch bitte auch fordern, dass die Münchner die Beleuchtung für die Bavaria abschalten."
Immerhin ist die Anlage wesentlich energieeffizienter als Anfang der 90er Jahre, als am Turm während der aktiven Bohrphase ständig die Lampen brannten, betont der Weidener Eon-Chef Alexander Radlbeck: "Heute sind es nur vier Strahler, die ein sehr gutes Ergebnis bringen."

Der wissenschaftliche Leiter des Geo-Zentrums, Dr. Frank Holzförster, ergänzt, dass der Storm an der Anlage zu 50 Prozent aus Wasserkraft kommt und die Gebäude an der KTB eine der größten Photovoltaikanlagen der Region auf dem Dach haben.

Programm kommt an

Neugirg sähe es gern, wenn der Turm sieben Tage die Woche seine Wahrzeichen-Vorzüge ins rechte Licht rücken könnte. Rosi Sammet stimmt ihm zu: "Die drei Tage Beleuchtung, die jetzt noch fehlen, sollten doch machbar sein."

Zumal Windischeschenbach nicht nur im Zoigl badet: "Wir wollen zeigen, am Turm tut sich noch was, da oben ist noch was los", sagt Holzförster. Er räumt aber ein, dass er sich in gewisser Weise über Nachfrage im Geo-Zentrum nicht beklagen kann. "Das Kinderferienprogramm im Sommer ist schon jetzt ziemlich voll. Dafür kam zuletzt sogar eine Anfrage aus Lappersdorf."

Das alles zu unterhalten, kostet Geld, betont Georg Stahl als Vorsitzender des Fördervereins: "Daher brauchen wir immer Mitglieder. Das können auch ganze Vereine oder Parteien sein." Und künftige Strompaten dürfen ebenfalls nicht nur aus Windischeschenbach kommen.

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