11.08.2014 - 00:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Vertretungspfarrer, Seniorenbeauftragter und Bürgermeister plaudern bei KAB aus ihrem Leben Unendlich viele Geschichten

"Bei den KAB-Senioren sitzen Sie in der ersten Reihe." In Abwandlung des bekannten Werbespots traf diese Feststellung beim Sommerfest der KAB-Senioren zu. Denn abgesehen von guter Atmosphäre und gutem Essen lernten die Besucher etliche lokale Promis und ein neues Gesicht kennen.

von Inge WürthProfil

"Horch, was kommt von draußen rein", sangen die Senioren, und wie aufs Stichwort erschien Gemeindereferent Helmut Nürnberger mit dem Überraschungsgast, Pater Raphael Neelamkavil, dem Urlaubsvertreter in der Pfarreiengemeinschaft. Leiterin Evi Ziegler freut sich auch über den Besuch von Bürgermeister Karlheinz Budnik und Josef Söllner, den neuen Seniorenbeauftragten der Stadt.

Junger Fünfziger

Nürnberger startete gleich ein spaßiges "Altersraten" über den Vertretungspfarrer, wobei der jugendlich wirkende Inder nicht ganz ernsthaft "schon volljährig" geschätzt wurde. Seine tatsächlichen 50 Jahre sind ihm kaum anzusehen. Daher lagen viele Schätzungen daneben. Pater Raphael spricht ausgezeichnet Deutsch. Er lebt seit vier Jahren hier. Er unterrichtete Philosophie und bekam jetzt "im hohen Alter", wie er meinte, viele Gelegenheiten auf einmal. Demnächst wird er an der Uni Bochum promovieren. Ein Stipendium des Weihbischofs von Münster ermöglicht dies. Mit Urlaubsvertretungen kann er selber seinen Teil dazuverdienen.

Nach Abschluss seiner Studien möchte er auf jeden Fall nach Indien zurückkehren. Pater Raphael ist der älteste von drei Brüdern, seine Eltern sind Lehrer. Zwischen Senioren und jüngeren Leuten sieht der Priester im großen Zusammenhang gesehen, keinen Unterschied. "Unendlich minus 50 gibt das gleiche Ergebnis wie Unendlich minus 20, nämlich immer noch unendlich", rechnete er vor. "Vor Gott sind alle gleich." Die KAB ist ihm nicht fremd - in Münster hat er eine Seniorengruppe begleitet.

Bürgermeister Budnik stellte dem Gast seine Biografie vor. Der 46-Jährige wuchs als Jüngster mit vier Geschwistern auf. Die Mutter stammt aus Premenreuth, der kürzlich verstorbene Vater aus Pommern. Anfang der 60er Jahre zog die Familie nach Bernstein, wo Budnik später selbst baute. Der Bürgermeister ist seit 20 Jahren verheiratet und neunfacher Onkel.

Politiker wider Willen

Seine Leidenschaft gehört der Feuerwehr, speziell der Jugendarbeit. Unterhaltsam zeigte er seine Berufslaufbahn auf, die er als Bürokaufmann begann. Über die Bundeswehr-Fachschule Amberg fing er 1990 als "Verwaltungs-Lehrling" für den mittleren Dienst an, bewarb sich an der Fachhochschule für öffentliche Ordnung und Rechtspflege und war dann nach zwei Jahren Diplom-Verwaltungswirt (FH).

"Ich wollte nie Politiker werden" betonte Budnik, aber durch Leute im Umfeld sei er irgendwann bei der Bernsteiner CSU gelandet, war sechs Jahre stellvertretender und nun erster Bürgermeister.

Josef Söllner sieht sich als neuer Seniorenbeauftragter als Bindeglied zwischen Bürgern, Stadtrat und Bürgermeister. Zwar sei er ein "Zuagroaster", der aber mittlerweile seit 1976 in Windischeschenbach lebt und 34 Jahre an der Volksschule unterrichtet hat. Seit 2012 ist Söllner in Pension und hat jetzt mehr Zeit für seine fünf Enkel. Er ermunterte die Senioren, ihn jederzeit anzusprechen, wenn es Probleme gebe.

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