18.01.2017 - 12:34 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Bürgermeister will sich nicht mit Vorzugstrasse für Ostbayernring abfinden Altenstädter lassen nicht locker

"Es ist einen Ticken mehr los als in Mitterteich", schätzt Ina-Isabelle Haffke. Sie arbeitet für den Netzbetreiber Tennet. Der stellte am Dienstag von 10 bis 17 Uhr im katholischen Pfarrheim beim Bürgerinformationstag den geplanten Verlauf des Ostbayernrings vor. So, wie ihn die Regierung der Oberpfalz für am verträglichsten hält.

Wo ist der Korridor? Mit wie vielen Masten muss ich auf meinem Boden rechnen? Grundstückseigentümer, Anwohner und Kommunalpolitiker ließen sich von Tennet-Mitarbeitern an Stellwänden den von der Regierung bevorzugten Verlauf des Ostbayernrings erläutern. Bild: Schönberger
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

In der Tat herrscht ein ständiges Kommen und Gehen zwischen den Stellwänden voller Karten, Linien und Punkte. Bekannte Gesichter aus Altenstadt, Parkstein, Windischeschenbach und umliegenden Orten stecken zusammen, vor allem betroffene Grundbesitzer. Immer in Reichweite steht ein Tennet-Mitarbeiter für Fragen.

Haffke vermutet, dass das Interesse in Windischeschenbach so groß ist, weil der Abschnitt im Landkreis Neustadt doch stark von der Bestandstrasse abweicht. Ein Vogelschutzgebiet hinter Mitterteich mache eine Trassenführung über Falkenberg unmöglich, erklärt sie. Das wurmt vor allem die Altenstädter, denen es ans Sauerbachtal geht. Möglicherweise reichen dort zwei Strommasten, sagt die Tennet-Mitarbeiterin. "Die könnten auf die Kuppen kommen, um das Tal zu überspannen, damit sie möglichst wenig sichtbar sind." Altenstadts Bürgermeister Ernst Schicketanz kann sich damit nicht anfreunden. "Ich war immer dafür, entlang der Bestandstrasse zu planen. Ich habe heute Vormittag viele Bürger getroffen, die gemeint haben, dass unsere ganzen Unterschriftenaktionen wohl nur für die Ablage waren", seufzt er. Aufgeben werde er nicht. "Wir werden das jetzt nochmal im Gemeinderat diskutieren und im Vorfeld der Planfeststellung unser Veto einlegen." Schicketanz gefällt ebenfalls nicht, dass sein Ortsteil Meerbodenreuth tangiert ist. Die Alternative wäre gewesen, näher an Parkstein zu rücken.

Dies alles hängt auch damit zusammen, dass Heimatminister Markus Söder vergangenes Jahr verfügt hat, dass Stromtrassen mindestens 400 Meter Abstand zu Häusern haben und außerhalb von Ortschaften 200 Meter zu Siedlungen. "Bei uns verstehen die Leute nicht, dass man so viel Wald abholzen will und nicht über die grüne Wiese geht. Bei der Regierung in Regensburg sitzt doch auch die Obere Naturschutzbehörde."

Doch die Regierung habe schon genaue Vorgaben gemacht, versichert Ina-Isabelle Haffke. Beispiel Wiesendorf: Dort sei so viel hochwertiger Waldbestand, dass die Trasse vom 400-Meter-Puffer leicht abweichen darf. Anfang 2018 wird es ernst mit der Planfeststellung. Bis dahin kann sich theoretisch noch einiges ändern. Eines stehe aber fest, sagt die Tennet-Mitarbeiterin. "Manche haben sich bei uns über ein Knistern in der Leitung bei Kälte beklagt. Die neue Leitung wird auf jeden Fall leiser."

Weitere Informationen finden Sie auf Seite 48 bis 50 in der Landesplanerischen Beurteilung der Regierung der Oberpfalz für das Vorhaben "Ostbayernring - Ersatzneubau 380-kV-Leitung Redwitz - Schwandorf".

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