22.02.2018 - 20:00 Uhr
Windischeschenbach

Leonhard Stärk spricht über das künftige Bayerische Ausbildungszentrum für besondere ... BRK-Chef stellt Pläne vor

Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk rührt in der Stadtratssitzung die Werbetrommel. Um das Bayerische Ausbildungszentrum für besondere Einsatzlagen in Neuhaus zu verwirklichen, benötigt das BRK noch ein Grundstück, das der Stadt gehört. Die Räte heben mit Vergnügen die Hand, um dem Verkauf zuzustimmen.

Leohard Stärk (Fünfter von links), BRK-Landesgeschäftsführer, erläutert im Stadtrat die Pläne für das Bayerische Ausbildungszentrum für besondere Einsatzlagen. Bilder mic (2)
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Dass im Gewerbepark Neuhaus ein Ausbildungszentrum für Rettungskräfte entstehen soll, ist seit Dezember bekannt. Nun stellte der BRK-Landesgeschäftsführer das vielversprechende Projekt dem Stadtrat vor. Dabei musste er das Gremium nicht groß davon überzeugen, das 27 000 Quadratmeter große Areal herzugeben, denn das Trainingszentrum ist hochwillkommen und bringt der Region viele Vorteile.

"Ich habe noch nie vor einem Stadtrat gesprochen", gab Stärk zu. "Das ist eine Premiere." Der Landesgeschäftsführer umriss kurz, warum ein Ort, an dem Rettungskräfte trainieren können, so wichtig ist. "Madrid, Paris, London, Berlin, Ansbach, Würzburg, München", zählte Stärk auf. "Wir sind an jeder Stelle verwundbar." Mit Terroranschlägen in Großstädten könne man noch rechnen. Aber dass in Ansbach einer mit Sprengstoff im Rucksack auf ein Konzert geht, sei bislang nicht vorhersehbar gewesen. "Wir werden niemals zu 100 Prozent vorbereitet sein, aber wir können unsere Einsatzkräfte weitestgehend dafür schulen." Der Ministerrat habe 2016 das Bayerische Rote Kreuz beauftragt, Pläne für ein Ausbildungszentrum zu entwerfen und eine Analyse zu erstellen. Damals sei auch gefordert worden, das Projekt als regionale Entwicklungsmaßnahme zu verwirklichen. "Deshalb wird es gefördert", sagte Stärk. Das ist auch der Grund, warum das BRK den Grundstückskauf so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen möchte. Denn die Staatsregierung, die weitere Haushaltsmittel bereitstellen soll, möchte Planungssicherheit.

Das Ausbildungszentrum soll in drei Phasen verwirklicht werden. Phase I sieht den Umbau der bestehenden Halle vor. "Hier wollen wir eine moderne Simulationsanlage einbauen", erklärt Stärk. Für Phase II soll auf dem ehemaligen Stadtgrundstück eine weitere Halle gebaut werden. Der Freistaat schießt 4 Millionen Euro zu. Stärk betont, dass das Trainingszentrum allen Einsatzkräften zur Verfügung stehen soll. Dazu zählen der Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser, Johanniter und das THW. Auch die bayerische Polizei, die Bundeswehr, die Feuerwehr und Rettungskräfte aus Sachsen haben Interesse bekundet. Die Atemschutzstrecke, die sich bereits in der Halle befindet, bleibt.

Zunächst konzentriert sich die Ausbildung auf Wochenendkurse für ehrenamtliche Helfer. Stärk rechnet mit der Helferfreistellung, die der Landtag noch genehmigen muss. Dann können auch unter der Woche Kurse für Ehrenamtliche angeboten werden. Pro Lehrgang rechnet Stärk mit 30 Teilnehmern, 2 Teams können gleichzeitig geschult werden. In Phase I werden 5 hauptamtliche Mitarbeiter benötigt. In der zweiten Phase kommen 8 weitere Stellen hinzu. Um Unterbringung und Verpflegung sollen sich einheimische Betriebe kümmern. Der BRK-Geschäftsführer machte deutlich: "Wir wollen keine isolierte Parallelwelt schaffen, sondern ein Teil der Region werden." Der Betrieb soll so schnell wie möglich anlaufen. Doch bis sämtliche Genehmigungen vorliegen, kann es Januar 2019 werden.

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