Mikroplastik aus Duschgels und Kosmetikartikeln
Gefahr für Mensch und Umwelt

Die Anwesenden staunten nicht schlecht als ihnen Alexander Herzer, Dozent der OTH Amberg-Weiden, mit einem einfachen Experiment die Menge an Mikroplastikpartikel eines handelsüblichen Duschgels zeigte.
Politik
Windischeschenbach
18.03.2018
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Jeder kennt sie, die schockierenden Bilder von Plastik-Müllinseln in den Ozeanen. Dafür sind auch Duschgels und Kosmetikartikel verantwortlich.

Neuhaus. Über die Fische landet der Plastikmüll schließlich wieder in der Nahrungskette des Menschen. Auch das sogenannte Mikroplastik aus Duschgels und Kosmetikartikeln gelangt über die Kläranlagen in die Natur. Eine bislang völlig unterschätzte Gefahr, deren Auswirkungen noch gar nicht abzusehen sind, meint der CSU-Arbeitskreis "Umweltsicherung und Landesentwicklung" (AKU).

In einer Infoveranstaltung in der Zoiglstube "Bahler" in Neuhaus diskutierten die Mitglieder des AKU-Kreisverbands Neustadt/WN mit Experten und Verbrauchern. Die Anwesenden staunten nicht schlecht, als ihnen Alexander Herzer, Dozent der OTH Amberg-Weiden, mit einem einfachen Experiment die Menge an Mikroplastikpartikel eines handelsüblichen Duschgels zeigte.

Aber auch Sonnencremes und andere Kosmetikartikel enthalten diese winzigen Kunststoffteilchen. Tagtäglich gelangen so Tonnen von mikroskopisch kleinen Teilchen ins Abwasser. Die meisten Kläranlagen sind nicht in der Lage, diese Partikel herauszufiltern. Und so landen die Plastikteilchen schließlich im Trinkwasser und in unserer Nahrung. Selbst im Bier wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen.

Die Gefahren, die davon ausgehen, könne man heute noch gar nicht abschätzen, so Herzer. Wissenschaftler warnen vor Auswirkungen auf den menschlichen Hormonhaushalt und sehen im Mikroplastik den Auslöser von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. In der Politik ist dieses Thema offensichtlich noch nicht angelangt. "Der AKU sieht sich in der Pflicht, über die zuständigen Mandatsträger in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für diese Gefahren zu schaffen", sagte Kreisvorsitzender Horst Schellkopf. "Wir können mögliche Risiken schon jetzt ein Stück weit mindern, indem wir im Alltag bewusster mit Plastik umgehen", meinte Herzer.

Der Referent hatte dazu auch gleich einen praktischen Tipp parat: mit der Smartphone-App "Codecheck" kann sich jeder Verbraucher selbst über die Gefahren der Produkte informieren, noch bevor sie im Einkaufswagen landen. Durch ein einfaches Scannen des EAN-Codes auf der Verpackung bekommt der Benutzer detaillierte Informationen über die Inhaltsstoffe. Der Arbeitskreis "Umweltsicherung und Landesentwicklung" will sich auch dafür einsetzen, die Hersteller mehr in die Pflicht zu nehmen.

Wir können mögliche Risiken schon jetzt ein Stück weit mindern, indem wir im Alltag bewusster mit Plastik umgehen.Alexander Herzer
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