15.02.2018 - 16:34 Uhr
Windischeschenbach

Politischer Aschermittwoch der Grünen Klimawandel: "Es ist fünf vor 12"

"Erzählt den Leuten nicht so eine Scheiße, es gäbe den Klimawandel nicht. Die Erde ist keine Scheibe und sie wird es auch nicht mehr." Beim Politischen Aschermittwoch der Grünen geht es hoch her. Kreistagssprecher Klaus Bergmann wettert nicht nur gegen den Klimawandel. 

Klaus Bergmann, Sprecher der Grünen im Kreistag, wettert gegen Klimawandel und Rechtsruck der Parteien. Bild: eig
von Redaktion OnetzProfil

Wo nur die Winter immer weniger Winter sind, aber nicht gleich ganze Inseln im Meer versinken, ist das Thema Klimawandel nicht einfach zu vermitteln. Gerade deshalb haben sich die Grünen in Tirschenreuth und Neustadt-Weiden das Thema auf die Fahne geschrieben.

"Hier brennt's wirklich", sagte Anna Toman aus Bärnau. Sie ist in beiden Stimmkreisen Direktkandidatin für den Landtag und Zweitplatzierte auf der Liste. Unter Beifall der knapp 40 Zuhörer fügte sie an: "Es ist schon fünf nach 12." Bergmann zitierte zu diesem Thema Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika "Laudato si" den Klimawandel seinerseits als eine der größten Herausforderungen der Menschheit bezeichnet hatte. "Das Atomkraftwerk Gundremmingen sollte sofort abgeschaltet und die bereits erteilten Fracking-Lizenzen zurückgenommen werden." Bergmann forderte außerdem eine neue Energiepolitik ohne Kohle. Stattdessen schlug er vor: "Einsparung, Erneuerbare und Speichertechnik."

Die Weidener Bezirkstagskandidatin Agnes Scharnetzky sprach von einem "Schattenboxen" in der aktuellen Politik. In zehn Jahren werde niemanden mehr interessieren, ob wenige Flüchtlinge ihre Familien hätten nachholen können, sondern was getan worden sei, um den Klimawandel zu stoppen und Folgen zu mildern.

Doch auch über den Klimawandel hinaus wurde heiß diskutiert: "Der Druck von rechts ist so groß wie nie zuvor. Die Menschen werden gegeneinander ausgespielt", sagte Anna Toman. Neben dem Rechtsruck kamen auch Defizite in der Bildungs- und Verkehrspolitik, in Naturschutz und Sozialpolitik zur Sprache. Scharnetzky betonte, die Grünen seien die einzige Partei, die konsequent für eine Vielfalt der Lebensentwürfe eintrete. "Wir sind deshalb keine Verbotspartei, sondern schaffen Freiräume." Klaus Bergmann sprach angesichts des Bienensterbens von einer "Umweltkatastrophe" und versprach, man werde der "unbarmherzigen Massentierhaltung den Garaus machen". Seine Partei stehe für eine bäuerliche Landwirtschaft, "die diesen Namen auch verdient", damit sie als ehrliches Handwerk wieder attraktiv für die Jugend werde. "Die derzeitige Ausbildung der Landwirte ist von vorgestern", sagte Bergmann.

Bezirkstagskandidatin Gudrun Müller beklagte die "Pflegekatastrophe". Der geplante Ansatz der Großen Koalition, dem Pflegenotstand abzuhelfen, sei "lächerlich".

"Der Druck von rechts ist so groß wie nie zuvor. Die Menschen werden gegeneinander ausgespielt."Landtagskandidatin Anna Toman

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