Stadt muss nachbessern
Kita-Plätze reichen nicht

Vor knapp einem Jahr war Staatsministerin Emilia Müller (stehend, rechts) zur Einweihung der Kinderoase St. Emmeram gekommen. Doch der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätze ist mittlerweile größer, als 2013 errechnet. Der Stadtrat entschied am Mittwoch aufzustocken, wo und in welcher Form dies geschehen soll, steht noch nicht fest. Archivbild: mic
Politik
Windischeschenbach
14.09.2017
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Mehr Babys, mehr Einwohner. 2016 registriert das Einwohnermeldeamt 48 Kinder. Für eine Stadt ist dies ein Grund zur Freude. Dennoch bringen die geburtenstarken Jahrgänge ein Problem mit sich: Die Krippen- und Kindergartenplätze reichen nicht aus. Es muss nachgebessert werden.

"Das war so nicht abzusehen. Wir haben leider keine Glaskugel, mit der wir in die Zukunft blicken können", bedauerte Tanja Drechsler vom Jugendamt Neustadt/WN am Mittwoch in der Stadtratssitzung. Die Berechnungen stammen von 2011 bis 2013. Damals sei man davon ausgegangen, dass ein Drittel der Kinder einen Krippenplatz benötigt. Inzwischen komme man um Vollversorgung nicht mehr herum. Die Nachfrage in der Kinderoase St. Emmeram und im Kinderhaus Heilig-Geist ist außerdem sehr groß. Zur Zeit sind alle Kapazitäten voll ausgereizt, auch die Notfallplätze sind belegt. "Windischeschenbach ist nicht die einzige Kommune, die nachbessern muss."

Laut Berechnungen der Sozialpädagogin fehlen 15 Krippenplätze und 10 Kindergartenplätze. "Wir haben zur Zeit neun Gruppen im Stadtgebiet", fügte Bürgermeister Karlheinz Budnik hinzu. "Und elf brauchen wir." Die Regierung der Oberpfalz hat signalisiert, dass es für einen Erweiterungsbau Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent geben könnte.

Bis auf eine Ausnahme war sich das Gremium einig, dass der Bedarf aufgestockt werden muss. Lediglich Stefan Seitz (SPD) stimmte dagegen. Er hatte moniert, dass ein Anbau viel zu kostspielig sei und die Reaktivierung früherer Kindergärten, wie beispielsweise im Haus St. Elisabeth, vorgeschlagen. Für Budnik war das keine Lösung: "Wir können den Eltern kein Provisorium aufzwingen." Er erinnerte an die erbitterten Diskussionen, die es vor gut zwei Jahren gegeben hatte, als Kinder von Neuhaus in den damaligen Kindergarten St. Emmeram im Pfarrheim hätten wechseln müssen.

Auch Drechsler schüttelte den Kopf. Sie gab zu bedenken, dass sowohl der Elisabeth- als auch der AWO-Kindergarten einst zu wenig angenommen worden seien. Wo und in welcher Form das Angebot erweitert werden soll, stand in der öffentlichen Sitzung nicht zur Debatte. Es scheint sich jedoch abzuzeichnen, dass eine Erweiterung nur in Windischeschenbach in Frage kommt.

Werner Sauer (SPD) wollte wissen, wie der Platzbedarf während einer möglichen Bauphase gedeckt werden könnte. Ein Anbau sei nicht von heute auf morgen zu realisieren. Drechsler verwies auf Übergangslösungen. Der Bewegungsraum könne vorübergehend in einen Gruppenraum umfunktioniert werden.

Und was ist, wenn wieder weniger Kinder geboren werden? "Dann gibt es in den Einrichtungen etwas mehr Luft, und das ist grundsätzlich auch nicht schlecht", erklärte die Fachfrau vom Jugendamt.

Wir können den Eltern kein Provisorium aufzwingen.Bürgermeister Karlheinz Budnik
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