Stadtrat entschließt sich schweren Herzens zur Sanierung
Das Kanal-Dilemma

Ein zu kleiner Schacht kurz vor der Unterführung bereitet den Mitarbeitern der Kläranlage immer wieder Probleme. Der Stadtrat beschließt, den Schacht auf Anraten des Ingenieurbüros Zwick einige Meter Richtung Windischeschenbach zu verlegen. Bild: sml
Politik
Windischeschenbach
25.02.2018
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Wenn Kanalarbeiten anstehen, kochen die Emotionen hoch. Einerseits möchte der Stadtrat unnötige Kosten vermeiden, andererseits will er nicht in die Bredouille kommen, sollte starker Regen irgendwelche Schäden verursachen. "Das ist ein Dilemma", ist sich das Gremium einig.

Eigentlich könnte man mit der Sanierung noch ein paar Jahre warten, doch Pläne des Staatlichen Bauamtes zwingen die Stadt jetzt zu handeln. 2018 soll die Kreisstraße NEW 20, die durch die Wurzer Straße führt, ausgebaut werden. Weiter ist für die Schönfichter Straße eine Deckenerneuerung vorgesehen. Und wenn die Straße schon mal aufgegraben wird, wäre es nachlässig, die vorhandenen Kanäle und Wasserleitung nicht zu überprüfen.

Die Stadt beauftragte deshalb das Ingenieurbüro Zwick, sich der Sache anzunehmen. Das Ergebnis, das Günther Schwab und Helmut Kraus dem Gremium in der Sitzung präsentierte, schmeckte den wenigsten. Aus baulicher Sicht halten die Kanäle noch ein Zeitlang durch. Nur an einigen Stelle müsste nachgebessert werden. Die hydraulischen Berechnung zeigen jedoch ein andere Bild. An vielen Punkten in beiden Straßen wäre der Kanal hoffnungslos überfordert, sollte es einmal richtig schütten. Das heißt, es könnten durchaus einmal Kanaldeckel hochgehoben werden. Ein Umstand, der allen zu denken gab. Die Fachleute vom Ingenieurbüro Zwick hatten für die Kanalarbeiten 305 300 Euro errechnet und für die teilweise Auswechslung der Wasserleitungen 242 700 Euro,

"Was machen wir?", fragte Bürgermeister Karlheinz Budnik in die Runde. Hier ergebe sich eine andere Situation als im Schlosshof, wo bereits Keller vollgelaufen waren. "Ich würde es riskieren und nichts machen", sagte zweiter Bürgermeister Erich Sperber (CSU). Werner Sauer (SPD) spricht von einer Gratwanderung. "Ich denke, wir sollten uns auf die Fachleute verlassen", bekräftigte er. Auch Stefan Seitz (SPD) sah dies kritisch. "Die Versicherung zahlt den Schaden, wenn was passiert. Aber was bedeutet das strafrechtlich für uns?", gab er zu bedenken.

Günther Schwab redete dem Gremium noch einmal ins Gewissen. "Wenn die Straßen schon gemacht werden, sollte man auch die Kanäle auswechseln. Außerdem kann die Kommune haftbar gemacht werden." Nach längerer Diskussion entschloss sich das Gremium schließlich einstimmig für "das volle Maßnahmenpaket", das übrigens bereits in den Verbesserungsbeiträgen enthalten ist. Probleme im Untergrund gibt es auch in der Nähe der Neuhauser Brücke. Das sogenannte "Mausloch", ein Schacht kurz vor der Eisenbahnunterführung, macht vor allem den Mitarbeitern der Kläranlage zu schaffen. Ein 500er Stahlbetonrohr befördert Abwasser bis zu diesem Schacht, wo es von 2 kleineren Stahlrohrleitungen (250) übernommen wird. Dieser Übergabepunkt ist sehr störanfällig. Immer wieder bleibt hier einiges hängen. Kraus hatte Bilder von den Verstopfungen mitgebracht.

Da der Schacht mit 80 Zentimetern Bauhöhe viel zu niedrig ist, bereitet das Einsteigen und Warten große Schwierigkeiten. Außerdem weisen die Stahlrohre Verschleiß und starke Korrosion auf. Das Ingenieurbüro Zwick schlägt vor, den Schacht um einige Meter Richtung Windischeschenbach zu verlegen. Hier bestehe die Möglichkeit, den Einstieg größer zu bauen.

Auch das Kanalstück, das vom ehemaligen "Mausloch" bis zum neuen Schacht führt, müsste erneuert werden. Kosten: 88 700 Euro inklusive Straßenerneuerung, Kabelleerrohren und Bordsteinen. Kraus schätzt die Bauzeit auf 1 1/2 bis 2 Monate. Das Gremium stimmte der Sanierung zu.
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