22.10.2017 - 22:28 Uhr
WindischeschenbachSport

Fußball A-Klasse West Spielabbruch nach Rudelbildung

Spielabbruch in der A-Klasse West: In der Partie zwischen Tabellenführer SpVgg Windischeschenbach und dem VfB Weiden hat der Schiedsrichter am Sonntag zum letzten Mittel gegriffen und die Partie drei Minuten vor dem regulären Ende vorzeitig beendet. Anlass war eine Rudelbildung nach einem groben Foulspiel eines Weidener Spielers.

Archivbild: Alfred Schwarzmeier
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Bis zur Halbzeit hatte rein gar nichts auf das unrühmliche Ende dieser A-Klassen-Partie hingedeutet. Die Windischeschenbacher führten zur Pause mit 3:0 gegen den Tabellensiebten. Alles schien seinen normalen Gang zu gehen. "In der zweiten Halbzeit haben die Gäste dann permanent eine überharte Spielweise an den Tag gelegt", berichtet SpVgg-Spielertrainer Alexander Benner.

Den Vorwurf will jedoch sein Gegenüber so nicht stehen lassen. "Ja, unsere Spieler haben Gelbe Karten erhalten, aber Windischeschenbach genauso", hält VfB-Coach Thomas  Weiß dagegen. "Da braucht man sich nur den Spielberichtsbogen anzuschauen." Weiß spricht von einer "aufgeheizten Stimmung", die vor allem durch die Windischeschenbacher Zuschauer verursacht worden sei: "Die haben ständig Rabatz gemacht."

Das Fass zum Überlaufen brachte eine Szene kurz vor Spielende: Beim Stand von 3:1 wurde ein Windischeschenbacher Angreifer unzweifelhaft grob gefoult. Ob die Aktion in der 87. Minute im oder außerhalb des VfB-Strafraums stattfand, darüber gehen die Meinungen auseinander. Letztlich ist's auch egal, ob der Schiedsrichter Strafstoß gab oder nicht. SpVgg-Kapitän Michael Springer wollte in jedem Fall die unfaire Aktion nicht alleine mit dem Schiedsrichterpfiff auf sich beruhen lassen. Der Spielführer stellte den Übeltäter Brust an Brust zur Rede.

Zwei verschiedene Versionen

Was dann geschah, darüber gibt es zwei Versionen: Laut Benner hat der VfB-Akteur kurzerhand Springer in den Schwitzkasten genommen und ihm diverse Schläge verabreicht, Weiß berichtet dagegen von einem Kopfstoß eines Windischeschenbachers gegen seinen Spieler, und zwar als "erste Aktion". Unbestritten ist dagegen, was folgte: Nämlich ein Handgemenge auf dem Platz, an dem sich Spieler beider Seiten beteiligten. Dem Referee wurde es zu bunt. Er brach die Partie kurzerhand ab.

Damit war die Angelegenheit aber nicht beendet. Herbeigerufene Rettungssanitäter brachten sowohl den SpVgg-Kapitän (Verdacht auf Nasenbeinbruch) als auch den VfB-Spieler (Kopfverletzung) vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus. Zudem rundete ein Polizeieinsatz den unerfreulichen Nachmittag ab. Laut Weiß wurden seine Spieler von den Zuschauern ("da waren einige richtig alkoholisiert") auf dem Weg in die Kabine attackiert. Noch in der Umkleide rief man die Ordnungshüter telefonisch zur Hilfe. Vor Ort eingetroffen, geleiteten die Polizisten die Gästespieler zu ihren Fahrzeugen auf dem Parkplatz. Auf wessen Kappe der Spielabbruch letztlich geht, hat nun das Sportgericht zu entscheiden.

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