23.10.2017 - 19:34 Uhr
WindischeschenbachSport

Tumulte bei zwei Spielen der SpVgg Windischeschenbach "Jeder gegen jeden"

Ein Fußballplatz, zwei Vorfälle an einem Tag: Bevor die A-Klasse-Partie der SpVgg Windischeschenbach gegen den VfB Weiden nach einer Prügelei abgebrochen wird, kommt es auch schon beim Spiel der zweiten Mannschaft der SpVgg gegen den SV Neusorg II in der B-Klasse zu Tumulten.

von Fabian Leeb Kontakt Profil

Albert Kellner, Spielleiter des Fußballkreises Amberg/Weiden, ist am Montag spürbar bedient: "So etwas geht überhaupt nicht. Auswüchse diesen Ausmaßes sind ein Novum. Wir als Fußballkreis, aber auch der ganze Verband werden entschieden gegen derartige Vorkommnisse vorgehen. Wehret den Anfängen!" Was brachte Kellner derart auf die Palme?

Hartes Foul

Gleich bei zwei Spielen der SpVgg Windischeschenbach kam es am Sonntag zu Szenen, "die auf einem Fußballplatz nichts zu suchen haben" (Kellner). Zunächst trafen in der B-Klasse Weiden 4, die unterste Liga des Kreises, die zweiten Mannschaften der SpVgg und des SV Neusorg aufeinander. Im Dress der Neusorger liefen auch vier Asylbewerber auf. Beim Stand von 3:1 für den SV beging einer aus diesem Quartett ein rüderes Foul an einem Windischeschenbacher Spieler. "Ein Foul, wie es in jedem Spiel des öfteren vorkommt", beschreibt es ein Neusorger Spieler. "Ein hartes Foul mit gestrecktem Fuß von hinten in den Mann", heißt es von Windischeschenbacher Seite. Was dann folgte, zumindest darin sind sich beide Parteien einig: Geschubse, wildes Geschrei, verbale Attacken, und irgendwann flogen auch die Fäuste. "Irgendwann waren auf einmal 35 bis 40 Leute auf dem Platz. Man kann durchaus von einer Massenschlägerei sprechen", beschreibt der Neusorger Spieler die Szene.

"Auf dem Platz herrschte 'Jeder gegen jeden', an die verbalen Ausdrücke können wir uns aber nicht mehr erinnern", so die Version der SpVgg. Dagegen sind den Neusorgern die verbalen Attacken von Windischeschenbacher Seite sehr wohl präsent. "Das war richtig hart und weit unter der Gürtellinie. Die jüngeren Spieler der SpVgg haben noch versucht, ihre älteren Akteure zurückzuhalten und sich im Anschluss sogar bei uns entschuldigt", sagte der Spieler des SV Neusorg weiter.

Mit einigen Stunden Abstand entschied sich der SV Neusorg am Montag dazu, die Vorkommnisse an Kreisspielleiter Albert Kellner zu melden. "Wir verurteilen dieses Verhalten der Spieler der SpVgg Windischeschenbach auf das Schärfste. Dieses rassistische Verhalten hat auf Fußballplätzen nichts verloren", heißt es von Neusorger Vereinsseite aus.

Einsatz der Polizei

Da der Schiedsrichter keine Meldung über die Vorkommnisse in diesem Spiel verfasst hat - er setzte die Begegnung mit Freistoß für Windischeschenbach und ohne persönliche Strafen fort - wird er noch einmal gesondert Post von der Kreisspielleitung erhalten. "Der Schiedsrichter wird genauso angehört wie die beiden beteiligten Vereine. Es handelt sich um ein schwebendes Verfahren. Niemand wir vorverurteilt. Die Geschehnisse werden rigoros aufgearbeitet und aufgeklärt. Danach werden wir entscheiden, ob wir diese Tumulte auf sich beruhen lassen können - nach ersten Erkenntnissen glaube ich, wird das nicht der Fall sein", sagte Kreisspielleiter Kellner weiter.

Und auch das Spiel der ersten Mannschaft der SpVgg Windischeschenbach gegen den VfB Weiden in der A-Klasse Weiden West landet vor dem Sportgericht. Bis zur 70. Minute beim Stand von 3:1 für die Hausherren sprechen beide Seiten von einer überwiegend fairen Partie. "Dann sah ein Weidener Akteur die Gelb-Rote Karte. Als er den Platz verließ, verabschiedete er sich mit obszönen Gesten in Richtung des Windischeschenbacher Anhangs. Das hat die Stimmung unnötig aufgeheizt", sagte Christian Baldauf, Vorsitzender der SpVgg.

Dagegen monierte VfB-Trainer Thomas Weiß, dass die Heim-Zuschauer für die hitzige Atmosphäre verantwortlich gewesen seien. "Die haben ständig Rabatz gemacht." Nach einer strittigen Szene drei Minuten vor dem Ende - der Unparteiische hatte auf Strafstoß für die SpVgg entschieden - eskalierte die Situation. Nach einem Handgemenge brach der Schiedsrichter die Partie ab. Zwei Spieler mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, und die Polizei geleitete die angefeindeten Gästespieler schließlich sicher zu ihren Fahrzeugen.

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Weiterer Bericht zum Spielabbruch:

www.onetz.de/1789301

So etwas geht überhaupt nicht. Auswüchse diesen Ausmaßes sind ein Novum. Wir als Fußballkreis, aber auch der ganze Verband werden entschieden gegen derartige Vorkommnisse vorgehen. Wehret den Anfängen!Kreisspielleiter Albert Kellner

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