07.04.2017 - 18:14 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Atemschutzträger üben im Brandcontainer Freiwillig in die Flammenhölle

Dichter brauner Rauch quillt aus dem Container. Wer kann, bringt sich in Sicherheit. Neun Männer und eine Frau dürfen nicht weglaufen, sondern müssen sich der Flammenhölle stellen. Das Szenario ist zum Glück nicht echt. Atemschutzträger üben im Brandcontainer.

Freiwillig in die Hölle: Auf Helmhöhe kann es bis zu 200 Grad heiß sein.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Von Dienstag bis Samstag hatten Feuerwehren aus dem Landkreis die Gelegenheit, sich hautnah Hitze und Rauch auszusetzen. Dass in den vergangenen Jahren immer weniger Brände bekämpfen werden mussten, ist zwar eine gute Nachricht, doch gleichzeitig fehlt den jungen Feuerwehrkameraden die Praxis.

Um die Aktiven dennoch gut auszubilden, schickt das bayerische Innenministerium und der Landesfeuerwehrverband Bayern den Brandübungscontainer auf Reisen. Fünf Tage lang stand er vor der Halle im Neuhauser Gewerbegebiet, in der die Atemschutzstrecke untergebracht ist. Am Donnerstagnachmittag trainieren Wehrleute aus Windischeschenbach, Neustadt und Irchenrieth. Bevor es in den Container geht, checkt Ausbilder Stefan Müller von der Werksfeuerwehr ZF Sachs AG aus Schweinfurt die Ausrüstung: feuerfeste Haube, Helm, Atemschutzmaske, Schutzkleidung und Handschuhe müssen die Haut komplett bedecken. Im Inneren des Containers zündet Müller einen Stoß Pressholzplatten an - was in etwa einem Schlafzimmerschrank entspricht.

Schon nach kurzer Zeit qualmt das Holz wie verrückt. Die Gruppe kniet am Boden und lauscht den Ausführungen des Ausbilders, der erklärt, mit welcher Technik der Brand am besten bekämpft werden kann. Groß agieren müssen die Atemschutzträger an diesem Tag nicht. "Es geht viel um die Frage, wie fühlt sich Nullsicht an", erklärt Dominik Mauer, ebenfalls von der Schweinfurter Werksfeuerwehr. "Wir wollen die Teilnehmer sensibilisieren. Respekt ist wichtig, aber die Angst muss man ablegen."

20 Minuten im Container

150 bis 200 Grad erreichen die Temperaturen auf Helmhöhe. "Ja, das war schon heiß", gibt Matthias Höning von der Windischeschenbacher Feuerwehr zu. "Doch mit der richtigen Ausrüstung lässt es sich aushalten." Für ihn war interessant zu sehen, wie sich ein Brand entwickelt und welche Sprühstrahltechnik verhindert, dass der Wasserdampf, der beim Löschen entsteht, zu heiß wird.

20 Minuten müssen die Feuerwehrleute im Container ausharren. Dann sind alle froh, sich der Schichten entledigen zu können. Doch auch fürs Ausziehen gibt's Vorschriften. "Die Kleidung ist durch den Ruß kontaminiert", warnt Müller. Deshalb nach dem Einsatz: Schutzkleidung waschen, Helm putzen und Atemmaske überprüfen.

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