16.01.2018 - 16:46 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Die Bananafishbones fühlen sich im Schafferhof wohl Wilde Kerle

So lange Schlangen sieht man selten nach einem Konzert am Merger-Stand. Noch lange nach Ende des Wahnsinns-Konzerts ist die Schafferhof-Tenne voll. Keiner will nach Hause gehen, jeder ist noch aufgewühlt und gut drauf.

von Autor gagProfil

Neuhaus. (gge) Was die Bananafishbones aus ihren Instrumenten herausholten, war sagenhaft. Da wurde schon mal auf die Bass-Saiten getrommelt oder der Bund mit dem Mikrofonständer gespielt. Am wildesten aber trieb es Peter Horn junior auf seiner Gitarre. Selten hat man Töne und Effekte auf einer Rhythmusgitarre so vernommen. Plektrum, Wasserglas, Fingernagel, Peter spielt mit allem. Die Fans bejubelten seine Soli. Dem coolen Trio aus Bad Tölz gefiel es ganz offensichtlich im Schafferhof. Schon zum dritten Mal füllten sie die Tenne bis zum letzten Platz. Und dieses Mal gab es auch noch etwas zu feiern: 30 Jahre touren die drei Musiker. Wenn auch in den ersten 15 Jahren mehr oder weniger erfolgreich. Von dieser langen Zeit und ihren Stationen erzählte Sänger und Bassist Sebastian Horn, moderierte zwischen den Stücken, nahm das Publikum mit auf 30 Jahre Lebensgeschichte.

Mit dem Bus durch Italien

Er hat sich verändert. Bart und Bauch sind weg. Hervor kam ein attraktiver, intelligenter und vielseitiger Mittvierziger, dessen Karriere in der Schülerband des Bad Tölzer Gymnasiums begann. In vier Phasen unterteilte er die Karriere der Band: 1987 mit Florian Rein und Thomas Dill die Band gegründet. Ab 1991 übernahm sein Bruder Peter die Gitarre. Bandwettbewerb in Wolfratshausen - "super". Als "gefühlte" Spitzenband musste man jetzt ins Ausland. Mit einem hässlich grünen VW-Bus. Italien, Ligurien. Keiner verstand die Texte. Frankreich, Carcassonne: Auftritt vor nur einem Zuhörer. So sieht Erfolg aus - wenn man Humor hat. Ihr erster großer Hit war das Lied "Come to sin", die Musik zu einem Werbespot eines Warenhauses im Jahr 1999. Damit ging es bergauf.

Trockener Humor, gemischt mit einer tiefen, variantenreichen Stimme, ist Sebastians Erkennungszeichen. Lieder in monotonem Klang, immer derselbe Ton, zur Abwechslung einen Halbton hinauf oder hinunter: unverkennbar. Die besten Lieder aus ihren CDs darf das Publikum hören und mitsingen, ganz oft aus dem Album "36 m²" aus dem Jahr 2004, was die Größe ihres Probenraumes meint, und dem "Nudelsuppen-Album When you pass by" von 2007, die Buchstaben von Cover und Songs aus Suppennudeln.

Von Punk, Pop und Rock über Reggae, Rock'n'Roll oder Blues - sie sind keiner festen Richtung zuzuordnen. "And my brain is filled with albatross" klingt von der Bühne, und Drummer Florian Rein lässt seine Drumsticks auf dem Holzrand seines Schlagzeugs galoppieren. Szenenapplaus, nicht nur einmal. Sie sind verrückte Vögel, was auch ihre Songtexte verraten. "Birdies" heißt der Song, Geschichten erzählend von wilden Kerlen, wilden Abenteuern und wilden Fantasien.

Publikum tobt

Die Band hat für verschiedene Kinofilme Filmmusik geschrieben, unter anderem "Wilde Kerle Teil 1 bis 6" und "Wer früher stirbt, ist länger tot", womit ihr Kontakt zu Markus Rosenmüller entstand. Ihre Songs "Honestly", "Easy Day" oder "Jimmy Corrigan" kennen die Fans auswendig. Nach einem Konzert in Viechtach, erzählt Sebastian, trafen sie eine Gruppe betrunkener Jungs. "Höi, iats sats doch die Fischbouns, spülts amal mei Lieblingslied." Und das war dieses "Jimmy Corrigan". Das Album "Bunnies and Crows" ist ausverkauft und wird zu Liebhaberpreisen gehandelt. Das ist der Lohn für das Festhalten an Träumen. Der unendliche Spaß bei diesem Konzert und die großartige Performance ließen das Publikum am Ende toben vor Begeisterung. Zugaben waren unumgänglich, eine Fortsetzung sehr erwünscht.

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