23.11.2017 - 21:20 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Die Sixties Generation vor und auf der Bühne feiert die grandiosen 60er Hits Abzappeln zu Traumhits

So hat die Tenne im Schafferhof schon lange nicht mehr getobt. "Wo sind die Stones-Fans?" "Wo sind die CCR-, die Hollies-Fans?" Ein lautes "Hier!" schallt aus allen Ecken. Laut und begeistert singt das Publikum fast alle Texte mit, kennt die Refrains, die Breaks, tanzt und bewegt sich.

von Autor gagProfil

Neuhaus. (gge) Dabei war das Durchschnittsalter der Fans dieses Mal um einiges höher als sonst. Beruhigend war, dass die Musiker von "Sixties Generation" auf der Bühne ebenso ergraute Frisuren trugen wie das Volk zu ihren Füßen. Nach einem tollen Auftakt mit Beatles- und Rolling-Stones-Hits entschieden die Zuschauer, welche ihrer Lieblingshits sie hören wollten. "Siesiearr!", riefen sie, beziehungsweise "CCR". Der Wunsch wurde prompt erfüllt. Bei der langen Hitliste dieser Band auch nicht so schwer. "Bad Moon Rising", "Susie Q" oder "Who'll stop the rain" kennt sicher jeder. Auf die Frage, ob sie nun Janis Joplin hören wollten, kam ebenfalls ein lautes und überzeugtes "Jaaa!". Zu "Oh Lord" verstellte Sänger Jerry James seine wandlungsfähige Stimme derart, dass es fast wie die Original-Janis klang, die bettelte "Won't you buy me a Mercedes Benz".

Obwohl erst der vierte Hit an diesem Abend, war das Publikum schon voll involviert, sang, klatschte und genoss die tollen Hits einschließlich der dazu gehörenden Erinnerungen. Diese weckte immer wieder Sänger James, erinnerte an Woodstock und die Künstler der 60er Jahre. An Nancy Sinatra ("These boots are made for walking"), an den Beginn der Beatles-Ära ("She loves you") oder die Animals ("House of the rising sun"). Besonders begeisterte Gitarrist Steve Chapple das Publikum. Der Engländer ist einer der wenigen Gitarristen, die ohne Plektrum spielen. Er nutzt eine Fingerpicking-Technik, ähnlich wie sie Mark Knopfler von den Dire Straits praktiziert. Nicht nur dass er das "German Beer" sehr lobte, wobei er Zoigl meinte. Er schrubbte auch Soli auf seiner abgewetzten E-Gitarre, besonders genial bei "Sultans of Swing" von den Dire Straits. Enthusiastischer Beifall war der Lohn für die wirklich tolle Show.

"Des is a g'mahte Wiesn", kommentierte es Schafferhof-Chef Reinhard Fütterer. Damit meinte er den Erfolg der tollsten Hits der 60er Jahre, mit denen eine Band immer erfolgreich sein würde, und die auch heute noch topaktuell sind, auch bei der Jugend. Beeindruckend war die Vielseitigkeit der vier Musiker. Jeder von ihnen präsentierte Gesangsparts und Soli, und der Musikmix ging fast ins Uferlose. "Massachusetts" von den Bee Gees (mit quäkend hoher Barry-Gibb-Stimme), das Beste von Eric Clapton ebenso wie von T. Rex ("Get it on"), Ike und Tina Turner, Wilson Pickett ("Mustang Sally"), Shocking Blue ("Venus") oder das geniale "Whole lotta Love" von Led Zeppelin - die "Sixties Generation" vor und auf der Bühne erlebte ein Traumkonzert. Manche zeigten, dass man auch noch mit langen weißen Haaren hervorragend "Headbangen" kann.

Die komplette Tenne war eine einzige enge und heiße Tanzfläche voller glücklich lächelnder Zuhörer. Was blieb den Musikern am Schluss anderes übrig, als noch mehrmals vom Backstage-Dachboden herunterzusteigen für noch eine und noch eine Zugabe. Natürlich auch mit "Satisfaction" von den Rolling Stones, "Like a Rolling Stone" von Bob Dylan und einer Erinnerung an Jimi Hendrix.

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