13.04.2018 - 18:10 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Gebürtiger Windischenbacher als Bestsellerautor Sport moderat und genussvoll

"Und er läuft, und läuft ..." Der berühmte Werbespruch für den legendären VW-Käfer könnte für Dr. Peter Konopka gelten. Der gebürtige Windischeschenbacher gibt mit 77 Jahren ein neues Buch heraus, und sein Werk "Sport-Ernährung" erscheint gerade in der 17. Auflage.

Zum aktuell in der 17. Auflage erschienenen Klassiker "Sport-Ernährung" gibt es jetzt auch das "Rezeptbuch" (rechts): über vollwertige und "Bedarfs-angepasste" Ernährung. Bilder: cf/privat
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Augsburg/Windischeschenbach. Nicht in irgendeinem billigen Verlag, sondern beim renommierten BLV steht der bekannte Sportmediziner als Autor unter Vertrag. Seine Bücher erreichen eine Gesamtauflage von Hunderttausenden Exemplaren. Der 1976 erschienene und immer wieder aktualisierte Ratgeber "Sport-Ernährung" (Grundlagen, Ernährungsstrategien, Leistungsförderung) gilt als wahrer "Longseller" über vier Jahrzehnte hinweg.

"Es fehlt die Geduld"

Zu diesem Klassiker liefert Konopka nun auch die entsprechenden Rezepte. Mit reichlich praktischer Erfahrung steigt hier Werner Obergfell ein, der mehr als 20 Jahre lang als früherer Küchenchef am Olympia-Stützpunkt Todtnau-Fahl im Schwarzwald den Olympioniken aufgekocht hat.

Außen vor bleiben dabei Mode-Begriffe wie "Low Carb" oder "Low Fat": "Der Körper weiß, was er braucht", setzt Peter Konopka mit seinem Co-Autor ausschließlich auf Naturprodukte bei dieser wissenschaftlichen, aber gleichwohl appetitlichen Zusammenführung von Sport und Ernährung. Die vorgestellten Gerichte (inklusive Aufstriche) lassen sich einfach und rasch zubereiten. Besonders gut gefallen die Rezepte für die eigene Herstellung von Müsliriegeln sowie "Energiekugeln" mit Sesam und Erdnüssen. Das Rezeptbuch hat die ISBN-Nummer 978-3-8354-1760-1 und kostet 25 Euro.

"Die Berge in der Nordoberpfalz werden immer steiler", erinnert sich Konopka schmunzelnd an seinen Radurlaub im vergangenen Jahr in seiner alten Heimat. Ein E-Bike kommt für den radbegeisterten Senior dennoch nicht in Frage: "Mit der richtigen Übersetzung kommt man auch im Alter jeden Berg rauf. Man muss sich aber die Kräfte einteilen."

Nach den "ersten Tausend Kilometern" (natürlich mit dem Rad) - in kleinen Gängen - gehe es leichter. "Dazu fehlt heute häufig den Menschen jedoch die Geduld ... ." Als Jugendlicher auf dem Rennrad eroberte er einstmals für die Concordia Windischeschenbach manchen Preis. Der steile Neuhauser Berg diente damals übrigens als eine Art Testrecke. Konopka setzt heute auf das "richtige Maß". "Nur durch Sport erlangt man nicht das ewige Leben. Wir müssen lernen, uns moderat und genussvoll zu bewegen", rät er. Der Tod fast aller seiner früheren Profi-Sportfreunde habe ihn sehr schmerzlich getroffen.

Wahllose Fitness-Apps

Skeptisch sieht der Sportmediziner die Flut von Gesundheits- und Trainings-Apps: "Durch sie geht das Gefühl für den eigenen Körper verloren. Es ergibt keinen Sinn, die Top-Ten der Fitness-Apps wahllos auf das Handy zu laden und in einem ungeordneten Mix von Yoga-Übungen, Power-Workouts oder Rückenschule auszuprobieren und dann der Meinung zu sein, ein ,Trainingsprogramm' für seine Fitness zu haben. Das ist ein Irrtum und kann gefährlich sein." Denn sportmedizinisch sei Fitness "eine hohe Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft für eine spezifische Aufgabe", und diese Aufgabe sei bei jedem anders.

"Fitness-Apps können uns diese Überlegungen nicht abnehmen. Erst wenn man weiß, was man will, kann man Fitness-Apps und Fitness-Uhren sinnvoll einsetzen, zur Kontrolle, zur Dokumentation und auch zur Motivation, zumindest am Anfang."

Nur durch Sport erlangt man nicht das ewige Leben. Wir müssen lernen, uns moderat und genussvoll zu bewegen.Dr. Peter Konopka, Sportmediziner und Bestseller-Autor

Zur Person

Peter Konopka machte am Augustinus-Gymnasium in Weiden sein Abitur, es folgte das Medizinstudium an den Unis Erlangen, Tübingen und München. Mit Radweltmeister Rudi Altig als Bundestrainer war Dr. Konopka von 1972 bis 1984 sportärztlicher Betreuer der Deutschen Rad-Nationalmannschaften der Straßenradrenn- und Querfeldeinfahrer: bei insgesamt 16 Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen als Betreuer.

Seine Bücher "Richtig Rennradfahren" und "Radsport" in zigfachen Neuauflagen gelten inzwischen als Standardwerke. Der bald 78-Jährige wirkte bis 2003 als internistischer Oberarzt am Klinikum Augsburg. Eine Passion ist Yoga. Die fernöstlichen Übungen setzt Konopka seit 1972 ein, als er Yoga erstmals im Trainingslager mit Rudi Altig als Ausgleich für die Wirbelsäulen-Beschwerden der Radsportler entdeckte. Seit 1991 betreibt Konopka in Augsburg eine eigene Yoga-Schule; 2015 erschien sein Buch "Heil-Yoga". Auch heute noch gibt er gemeinsam mit seiner Frau wöchentlich bis zu 12 Kurse. (cf)

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