06.03.2018 - 20:00 Uhr
Windischeschenbach

Konzert der Neuhauser Boum kommt bestens an Frühlingsgefühle in Eiseskälte

Dass es draußen eher eiskalt als frühlingshaft ist - egal. Ein paar Minusgrade mehr oder weniger sind kein Grund, sich das Frühjahrskonzert der Neuhauser Boum entgehen zu lassen. Der Meinung sind auch die zahlreichen Besucher in der Mehrzweckhalle.

die Neuhauser Boum - ohne die Moidln nicht mehr denkbar
von Inge WürthProfil

Vorsitzende Franziska Meiler wünschte den Gästen, dass die Musik die Herzen berühren möge. Wilhelm Trisl führte durch das Programm und vermittelte zu den einzelnen Stücken Hintergrund-Infos. Die "Firework Fanfare" von Raphael Strasser, ein bekanntes Eröffnungswerk für festliche Anlässe, leitete das Frühjahrskonzert ein. "Vorspiel zu einem Musical" von Kurt Sorbon bot der Kapelle die Gelegenheit, ihre breitgefächerten Fähigkeiten in Passagen von leise bis raumfüllend laut und bombastisch zu beweisen. Als nicht alltäglicher Konzertmarsch wurde "Salemonia" von Kurt Gäble angekündigt, eine Auftragskomposition aus dem Jahr 2008 anlässlich des Gemeindefests von Salem; ein Stück, bei dem die Neuhauser Boum wieder alle Register ihres Könnens zogen.

"Backdraft" ist ein Actionfilm über Feuerwehrmänner und einen Feuerteufel. In der Filmmusik von Hans Zimmer kommt die Atmosphäre der besonderen Faszination durch Feuer zum Ausdruck. "Musikantenstolz" (Jaroslav Skabrada), eine Liebeserklärung an die böhmische Polka, intonierten die Musiker mit viel Gefühl. Einen Ausflug in die Zigeunermusik bot "Adieu Bohème" - Zigeuners Abschied. Zigeuner waren gesellschaftliche Outlaws, informierte Moderator Trisl; ihre Musik war zwar beliebt, aber die Vorurteile blieben. "Ich und mein Schlagzeug" von Paul Biste war für die jungen Musiker, die bei den Neuhauser Boum für den Rhythmus zuständig sind, eine Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen: Julian Reischl, Michael und Bernd Schricker, Philipp Tretter und Kilian Michl bekamen viel Applaus.

Die originelle Version des berühmten Radetzky-Marschs führte die Zuhörer in die Pause; Hupentöne und andere ungewöhnliche Instrumente, schräge Zwischentöne und dann wieder die mitreißende bekannte Melodie bildeten zusammen eine schwungvolle Einheit.

Stabwechsel in der zweiten Hälfte des Programms: stellvertretender Dirigent Thomas Meiler übernahm, sein Vorgänger Robert Schricker nahm seinen Platz zwischen den Musikanten ein. "Sousa Favoriten" - amerikanische Militärmusik, ein Marsch-Potpourri von Walter Tuschla - war auch ohne das typische Sousafon ein akustischer Leckerbissen. Überzeugen konnten die Musiker auch mit "Sweet Caroline" von Neil Diamond und der "Bohemian Rhapsody" von Queen-Sänger Freddie Mercury. "Tierisch böhmisch" wurde es dann wieder mit der gleichnamigen Polka von Benedikt Feustel. Für den "Endspurt" übergab Meiler wieder an Dirigent Schricker. Der bekannte Song von Peter Maffay, "Ich wollte nie erwachsen sein", ist das bekannteste Lied aus dem Musical Tabaluga, wird von der Schildkröte Nessaja gesungen - und von den Neuhauser Boum gefühlvoll interpretiert. Mitreißend dann "I will follow him" aus dem Film "Sister Act".

"Die Sonne geht auf", ein Konzertmarsch von Rudi Fischer, war das letzte Stück des offiziellen Programms. Aber ohne etliche Zugaben kamen die Musiker, darunter das jüngste Mitglied Kilian Michl, natürlich nicht von der Bühne, und auch das Gesangsduo Anita Bergler und Josef Rettinger begeisterte das Publikum und schickte es schließlich in eine "Gute Nacht". Franziska Meiler und zweiter Vorsitzender Matthias Bogner bedankten sich bei den beiden Dirigenten und meinten dann augenzwinkernd: "Ihr habt's nicht immer leicht mit uns, aber wir auch nicht mit euch."

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