01.10.2017 - 20:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Konzert im Schafferhof Folkshilfe macht Dampf

"Es langt, dass i woaß, dass i kannt, wenni mecht." Auch so kann Lebensphilosophie klingen. Davon hat die österreichische Band "Folkshilfe" im Schafferhof einiges auf Lager.

von Autor gagProfil

Neuhaus. (gge) Bei der Vorstellung ihrer neuen CD "Bahö" tanzten ihre Fans so ausgelassen mit, dass sich Holzboden und Balken auf der Tenne bogen. So viel Dynamik, Spaß und Action war lange nicht mehr im Schafferhof. Dicht an dicht drängten sich die Fans von Florian Ritt (Steirische Harmonika, Quetschnsynth, Gesang), Paul Slaviczek (Gitarre, Gesang) und Gabriel Fröhlich (Schlagzeug, Cajon). Die Zuhörer sangen jede Silbe mit, so dass die Musiker oft nur noch die Melodie spielen mussten. Da gab es offensichtlich einen bisher nicht bekannten Fanclub.

"Heit bin i wer" als Reggae, genauso wie der Ohrwurm "Seit a poa Tog oder "So bitte ned": Die Titel hatten alle nicht nur eine Aussage sondern auch mächtig Dampf. Viele Stücke sind in lateinamerikanischen Rhythmen komponiert, in Merengue, Salsa, Samba oder Reggae. "Folkshilfe" brachte aber nicht nur die Instrumente zum Glühen, sondern auch sich und das Publikum. "Ich brauchat a frischs Leiberl", stellte Gitarrist Slaviczek nach einer Stunde fest, nachdem sein T-Shirt komplett durchgeschwitzt war.

Die drei studierten Musiker sind Meister an ihren Instrumenten, was sie mit diversen Soli bewiesen. Ritt demonstrierte den tiefen Bass seines steirischen "Quetschnsynth", einer Kombination aus Akkordeon und Synthesizer, des Öfteren in einer dröhnend-fühlbaren Vorstellung. Sie erzählten auch von ihrer Europa-Tour. Mit akustischen Instrumenten waren sie unterwegs in Belgien, Frankreich, Italien oder Kroatien, und sie spielten einfach da, wo es ihnen gefiel.

Auch die anderen Stücke auf ihrer "Bahö"-CD, "So bitte ned", das Lied vom "Sheriff im Zivü" oder, wie es schien, ein sehr beliebtes "Maria Dolores" über "die schönste Stimme des Jugendchores", bejubelten die Fans lautstark. Ein älteres Ehepaar, das eine Stunde auf der Bank an der Wand gesessen hatte, sah wohl nun endgültig ein, dass "Folkshilfe" nichts mit Volksmusik zu tun hat, und ging nach Hause. Die übrigen Besucher konnten nicht genug bekommen von den Texten, Liedern und der locker-sportlichen Bühnenperformance der beiden Frontmänner. Denn mit dem Akkordeon um den Körper auch noch Sprünge zu machen, zeugt schon von ziemlicher Dynamik.

Ohne Pause spielten die Drei ihr Programm, und man hatte das Gefühl, dass sie nie müde werden - das Publikum allerdings auch nicht. Denn nach zwei Zugaben, und nachdem die Fans nicht aufhörten, Refrains zu singen, zu klatschen und nach weiteren Zugaben zu rufen, kamen die Musiker nochmals herunter vom "Backstage", dem Heuboden in der Tenne, diesmal nur mit Quetschn, Gitarre und Cajon, ohne Strom. Sie mischten sich mitten unters Publikum und sangen gemeinsam mit ihnen noch einmal das sehr beliebte "Seit a poa Tog", durchgeschwitzt wie die Fans.

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