13.03.2018 - 15:04 Uhr
Windischeschenbach

Kunstminister Ludwig Spaenle macht Oberpfälzer Zoigl-Kultur zum Kulturerbe Zoigl-Tradition ist jetzt immaterielles Kulturerbe

Ein Oberpfälzer Original schafft es auf die Liste der immateriellen Kulturgüter Bayerns. Am Dienstag erweiterte Kunstminister Ludwig Spaenle das bayerische Landesverzeichnis um die Nordoberpfälzer Zoiglkultur mit ihren Kommunbrauhäusern und den Zoiglstuben.

Die Oberpfälzler Zoigl-Tradition ist in die Liste der immateriellen Kulturgüter Bayerns aufgenommen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Spaenle gab zwölf Neuaufnahmen für das Jahr 2018 bekannt. Darunter sind lebendige Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken, die das Leben und die Gesellschaft überregional prägen. Auch die Oberpfälzer Zoiglkultur wird 2018 neben dem Augsburger Friedensfest, dem Drechslerhandwerk oder der Baukunst von Jurahäusern im Altmühljura in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Anerkennung für Zoiglbrauer

In der Pressemitteilung des Bayerischen Saatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst heißt es:
"Charakteristisch für die Oberpfälzer Zoiglkultur ist das gemeinschaftliche Brauen im lokalen Kommunbrauhaus sowie der von intensiver Kommunikation begleitete Ausschank und Konsum des handwerklich gebrauten Bieres bei (Laien)Wirten. Die traditionell geringen Produktionschargen bedingen einen nur temporären Ausschank in wechselnden Lokalitäten. In der Oberpfalz lassen sich Belege für das Kommunbrauwesen und die Zoiglkultur bis in das Jahr 1415 (Neuhaus bei Windischeschenbach, Kreis Neustadt/WN) zurückverfolgen."

Die Aufnahme in die bayerische Liste der immateriellen Kulturgüter sei darüber vor allem eine Auszeichnung für die vielen Zoiglbrauer in Mitterteich, Windischeschenbach, Neuhaus, Falkenberg und Eslarn, aber zugleich auch ein Schutzauftrag, diese Tradition zu erhalten und fortzuführen, bemerkt Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU).

Engagement und Enthusiasmus

Das gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle am Dienstag nach der Ministerratssitzung in München bekannt. „Mit ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus füllen die Menschen Traditionen und Bräuche mit Leben, geben sie an nachfolgende Generationen weiter und garantieren so den Erhalt unseres immateriellen Kulturerbes. Die Neuaufnahmen in das Bayerische Landesverzeichnis spiegeln dabei die vielfältige Bandbreite der immateriellen Schätze im Freistaat wider“, betonte der Minister.

Folgende neun Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken werden heute in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen:

• Agnes Bernauer Festspiele Straubing
• Augsburger Friedensfest
• Traditionelle Dörrobstherstellung und Baumfelderwirtschaft im Steigerwald
• Drechslerhandwerk
• Erhalt der Jurahäuser – traditionelle Baukultur im Altmühljura
• Bäuerliche Gemeinschaftswälder im Steigerwald
• Schafhaltung in Bayern
• Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land
• Oberpfälzer Zoiglkultur

Die Neuaufnahme der Nürnberger Epitaphienkultur, der Fürther Michaeliskirchweih und das Wirken der Nürnberger Naturhistorischen Gesellschaft als drei kulturelle Ausdrucksformen stammen aus der vorhergegangenen Bewerbungsrunde in das Landesverzeichnis und wurden bereits Anfang 2018 bekannt gegeben.

„Die Vielzahl an Bewerbungen um die Aufnahme in das Landes- und Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes zeigt, wie stark die vielfältigen Bräuche, Rituale, Feste und sonstigen Ausdrucksformen im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind“, so Spaenle.

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