Modelleisenbahner öffnen ihre Türen für Schüler
Eine eigene kleine Stadt

Das Signal springt von Rot auf Grün. Man hört ihn heranfahren und da ist er auch schon: Der ICE, der in den fiktiven Bahnhof Neuwindisch einfährt. Natürlich kein ICE in Lebensgröße, denn der hätte auf den Gleisen der Modelleisenbahnanlage im Vereinsheim in der Schule gar keinen Platz.

(zaf) Es ist Tag der Modelleisenbahn und die Modelleisenbahnfreunde Windischeschenbach und Umgebung laden die Schüler der Grund- und Mittelschule dazu ein, die große Anlage zu bestaunen. Neben ICE, Alex-Zügen und dem französischen Schnellzug TGV gibt es Güterzüge zu sehen, die im 24-Stunden-Betrieb die Gleise befahren. Die Anlage gibt es seit 20 Jahren. Sie wird aber immer wieder erneuert oder etwas angebaut. "Eine Anlage, die fertig ist, wäre ja langweilig", erzählt Norbert Härtl.

Es sind nicht einfach nur Gleise, Züge, Bahnhöfe und grüne Landschaft. Sehr detailliert sind Häuser, die es so auch in der Realität gibt, nachgebaut. An einer Ecke steht ein Bauernhof, an einer anderen eine Schlucht mit Wasserfall, über die eine Brücke führt, ein Krankenhaus, eine Polizeistation, eine Schule - alles eigens von den Modelleisenbahnfreunden gebaut. "Wie eine eigene kleine Stadt", schwärmt ein Mädchen. Wenn man genauer hinsieht, kann man in den Zügen sogar kleine Menschen erkennen.

Auch eine Welt für sich ist das große Stellpult, über das alle Signale laufen. "Das Pult wird im Schichtdienst rund um die Uhr bedient", erklärt Vorsitzender Robert Beer. Nur bei Ausnahmen, zum Beispiel an Weihnachten, stehen alle Züge still. Den Kindern erzählt er außerdem, dass der Verein mit seinen 116 Mitgliedern der größte in Bayern ist.

Er selbst habe sich mit seinen Eisenbahnen einen Traum aus der Kindheit erfüllt. Er möchte vor allem die Jugend für das Technische begeistern. Mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahren und 32 Jugendlichen ist der Verein eine Ausnahme. "Hier machen die jungen Leute die Sachen nicht extra, sondern werden gleich mit integriert", sagt Beer.

Fasziniert sind die Kinder auch von den anderen Fahrzeugen auf der Anlage: einem Feuerwehrauto und einem LKW, die durch Draht und Magneten eigenständig auf einer Straße fahren. Die Platinen für die Beleuchtung der Fahrzeuge oder fürs Blaulicht an Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen bauen die Modelleisenbahnfreunde selbst.

Viel zu kurz sind die 20 Minuten, in denen die Kinder alles bestaunen können. Sie wollen gar nicht zurück in den Unterricht. Für alle die nicht genug von Modelleisenbahnen bekommen können, gibt es aber einen Lichtblick: Am 24. Dezember ist die Anlage wieder geöffnet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.