09.04.2018 - 13:40 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Reimund Zeitler kümmert sich um verstoßenes Lämmchen "Hansi" ein Flaschenkind

Die junge Dame heißt "Hansi". Vergangene Woche ist sie in der Kinderoase St. Emmeram zu Besuch. "Hansi" ist ein kleines Lamm, das seine Mama nicht wollte. Nun zieht es Reimund Zeitler mit der Flasche auf.

Lämmchen "Hansi" nuckelt gierig an der Flasche, mit der es Reimund Zeitler füttert. Die Mädchen und Buben staunen über das kleine Schaf im Garten der Kinderoase. Bild: sml
von Michaela Lowak Kontakt Profil

(mic/sml) Den eher männlichen Namen "Hansi" erhielt das Tier aus Versehen, da anfangs alle dachten, es sei ein kleiner Bock. "Hansi" kam im Stall des AWO-Seniorenheims zur Welt und hatte ursprünglich noch ein Geschwisterchen, das leider nicht überlebte. Da die Schafmutter ihr Junges nicht wollte, entschloss sich Hausmeister Zeitler, das Lämmchen mit der Hand aufzuziehen.

In den ersten Tagen verlangte "Hansi" alle eineinhalb Stunden ihr Fläschchen. Mittlerweile ist sie 14 Tage alt und kann schon dreieinhalb Stunden durchhalten. Tagsüber wohnt das Lamm im Schafstall, der zum Seniorenheim gehört, am Abend nimmt es Zeitler mit nach Hause, wo es gefüttert wird, bis alle ins Bett gehen. Nachts hält es 6 Stunden ohne Fläschchen aus. Für "Hansi" haben die Zeitlers in der Werkstatt einen eignenen Stall eingerichtet.

"Schreit wie ein kleines Kind"

"Wenn es Hunger oder Sehnsucht hat, schreit es wie ein kleines Kind", berichtet Tochter Lena Zeitler. "Wir hatten schon Angst, dass uns jemand das Jugendamt schickt", schmunzelt sie. Wenn aber der Ziehpapa wieder in der Nähe ist, beruhigt sich "Hansi" sehr schnell.

Dass Reimund Zeitler von "Hansi" als Ersatzmama akzeptiert wird, liegt vor allem an der Fürsorge, die er dem Lämmchen fast rund um die Uhr entgegen bringt. Lena Zeitler, deren Kind die Krippe der Kinderoase besucht, schlug vor, das neue Familienmitglied den Kleinen einmal vorzustellen. Die Mädchen und Buben hatten große Freude, als plötzlich ein echtes Lämmchen im Garten stand und sie es streicheln durften. Zunächst waren der Nachwuchs etwas skeptisch, aber dann überwog die Neugierde, und schnell fanden die Kleinen Vertrauen zu dem Tier. Sie streichelten es vorsichtig und durften auch mal die Flasche halten, an der "Hansi" genüsslich nuckelte.

Im AWO-Seniorenheim leben mehrere Schafe, die im Garten in einem Stall gehalten werden. Zur kleinen Herde zählen 3 Mutterschafe, 1 Bock und 5 Lämmer. Alle 3 Mütter hatten im Frühjahr Nachwuchs und alle 3 brachten Zwillinge zur Welt. Eines davon ist "Hansi", das Flaschenkind. Die 4 anderen Lämmchen werden von ihren Müttern aufgezogen.

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