22.12.2017 - 20:10 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Traditionelles Essen am heiligen Abend Bratwürste, Braten und Bowle

In vielen Küchen brutzeln an Heiligabend Bratwürste in der Pfanne. Warum das so ist, weiß keiner so recht. Für Renate Schönberger gehören sie zu Weihnachten einfach dazu.

Die Erzieher Jessica Götz und Florian Nürnberger schneiden die knusprig gebratene Gans in Stücke, bevor sie auf die Teller kommt.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

"Bei uns gibt es schon immer Bratwürste mit Kraut", blickt die Neuhauser Zoiglwirtin zurück. "Das ist ein Ritual, dass das Fest ausmacht." Auch die Krippe, die Ehemann Matthias jedes Jahr in der guten Stube aufbaut, will sie nicht mehr missen. "Früher durften die Kinder die Krippe erst am Heiligen Abend sehen. Da konnte es schon mal sein, dass das Wohnzimmer eine Woche lang verschlossen war." Doch nicht nur die Bratwürste wollen die Schönbergers nicht missen. Auch Bowle wird angesetzt. "Und um 22 Uhr gehen wir dann gemeinsam in die Christmette."

VdK-Vorsitzende Angela Erfurt bereitet ebenfalls für den 24. Dezember Bratwürste vor. Bei ihr kommen sie mit Kraut und Dotsch auf den Tisch. "Das hat sich mein Sohn so gewünscht", sagt sie schmunzelnd. Am ersten Feiertag trifft sich die gesamte Verwandtschaft zum Essen. "Dann sind wir bei meiner Cousine zur Gans einladen." Ebenfalls traditionell gestaltet sich der Speiseplan im AWO-Seniorenheim. Am heiligen Abend gibt es sauere Bratwürste und am ersten Weihnachtsfeiertag Gans. "Das wollen unsere Leute so", berichtet Einrichtungsleiter Ralf Selch. Auch beim ihm zu Hause gibt es Bratwürste. "Wir haben schon mal etwas anderes gegessen, aber dann hat etwas gefehlt", gibt er zu.

Im Haus St. Elisabeth verbringen viele Kinder und Jugendliche den Heiligen Abend zu Hause. Dennoch wollen sie nicht auf ein gemeinsames Weihnachtsessen verzichten. "Unsere Jugendwohngruppe lässt sich immer etwas besonderes einfallen", schwärmt Leiterin Hannelore Haberzeth. "Die kochen immer ganz groß auf und werfen sich für diesen Abend in Schale." Allerdings ein paar Tage vor dem Fest. Zu der Wohngruppe gehören 9 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Unter der Regie von Erzieher Florian Nürnberger bereitete die Gruppe heuer Gänsebraten mit Knödel, Blaukraut und Preiselbeeren zu. "Und außerdem gibt es immer eine speziellen Nachspeise." Diesmal schlemmten die jungen Leute selbst gemachtes Vanilleeis mit Galaktobóuriko einem griechischen Blätterteiggebäck.

Bei Bürgermeister Karlheinz Budnik kommen Bratwürste mit Kraut auf den Tisch. "Ganz traditionell", erzählt er. "Meine Mutter feiert mit uns am Heiligen Abend und um 23 Uhr gehen wir dann in die Christmette in St. Emmeram." Über die kulinarischen Pläne für den ersten Feiertag kann er noch gar nichts sagen. "Nur, dass es keine Gans gibt, sondern irgendeinen anderen Braten. Ich lasse mich überraschen, denn ich bin immer gut bekocht worden."

Vor etwa zehn Jahren hat die Familie von Aurelia Zimmermann die Bratwurst gegen Leberknödelsuppe, Fleisch mit Kren und Kartoffeln eingetauscht. "Wir wollten einfach mal etwas anderes essen", erzählt die Vorsitzende des Freibadfördervereins. "Mein Mann hat großen Spaß daran, alles vorzubereiten und für die ganze Familie zu kochen." An Heiligabend kommen die Kinder mit ihren Familien. "Es gibt Bowle, die wir schon ein paar Tage vorher ansetzen", sagt Aurelia Zimmermann. "Und dann machen wir uns einen gemütlichen Abend."

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp