28.04.2017 - 20:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Zeitung macht Schule: 5. Klasse der Mittelschule Weiherhammer Mit Puzzle und Lavalampe

Weiherhammer/Windischeschenbach. Gernot Köcher und Patrick Weiß vom Gymnasium Neustadt teilten uns in fünf Gruppen ein. Dann mussten wir mit einem Holzpuzzle die Kontinente in ihrer heutigen Lage legen. Wir konnten aber einen Globus und eine große Wandkarte zu Hilfe nehmen. Anschließend mussten wir versuchen, mit allen Puzzleteilen eine Fläche zu legen.

So macht Erdkunde Spaß - im Geozentrum an der KTB findet der Unterricht im "Labor" statt. Bilder: exb (3)
von Redaktion OnetzProfil

"Das ist der Urkontinent Pangäa", erklärte uns Gernot Köcher. Er veranschaulichte uns auch die Entstehung der heutigen Kontinente durch die Kontinentalverschiebung, wie sie der Wissenschaftler Karl Wegener entdeckt hatte. Beweise hierfür sind die gleichen Gebirge in Südamerika und Südafrika, dieselben Diamantenvorkommen in der Antarktis, in Südamerika und in Südafrika sowie gleiche Reptilien- und Fossilienfunde auf diesen Kontinenten.

Wir erfuhren, dass die Kontinentalplatten auch heute noch in Bewegung sind und wie Floße auf dem Magma schwimmen. "Sie wandern so schnell wie unsere Fingernägel wachsen", meinte Herr Köcher. Das Prinzip der Magmaströmung erklärte uns eine Schülergruppe anhand einer Lavalampe. Das heiße Magma steigt nach oben und bewegt sich dann unterhalb der Erdkruste nach links und rechts. Dabei kühlt es sich ab und sinkt nach unten. Hier erwärmt es sich wieder und steigt wieder nach oben.

So entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf, der auch für die Bewegung der Platten verantwortlich ist. Zur Zeit von Pangäa wurde der Druck von unten so stark, dass die Kruste brach und die Kontinente nacheinander entstanden beziehungsweise in ihre heutige Lage "transportiert" wurden. Diesen Bruch der Erdkruste veranschaulichte eine Schülerin, indem sie von unten gegen eine Styroporplatte drückte, bis diese schließlich zerbrach.

Auch die Entstehung des Himalayagebirges, ein typisches Faltengebirge wie auch unsere Alpen, wurde anschaulich mit einem Modell erklärt. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass Indien in die Eurasische Platte rast.

Wir erfuhren, dass an den Stellen, an denen die Erdplatten aneinander treffen, auch heute noch Erdbeben entstehen. In die Zukunft blickend meinte Herr Köcher, dass sich die afrikanische Platte immer mehr in die eurasische schiebt und es irgendwann wieder einen einzigen Kontinent, ein neues Pangäa, geben wird. Schließlich durften wir noch in Gruppen den Schalenaufbau der Erde nachlegen und die einzelnen Schichten mit den entsprechenden Namen, der Temperatur und der Dicke kennzeichnen.

An der geologischen Uhr erklärte uns Herr Köcher noch die Entstehung der Erde vor rund 4,5 Milliarden Jahren und deren Entwicklung. Wir mussten entsprechende Bilder mit Textkärtchen den Uhrzeiten zuordnen. Zum Beispiel erfolgte um 0:56 Uhr, also vor 4,2 Milliarden Jahren, die Abkühlung der Oberfläche und es bildete sich die Erdkruste. Besonders überrascht waren wir von der Tatsache, dass der moderne Mensch, also der Homo sapiens, erst 25 Sekunden vor 12 Uhr auftaucht. Zu Beginn der anschließenden Führung hieß es, dass das KTB in Windischeschenbach das tiefste, heißeste und teuerste offene Bohrloch der Welt sei. Der Grund für diesen Standort ist die Tatsache, dass es hier vor rund 350 Millionen Jahren zwei Kontinentalplatten aneinanderstießen. Die Folge davon waren Erdbeben und die Entstehung von Gebirgen mit einer Höhe von bis zu 8000 Meter.

Oberpfälzer Vulkane

Die beiden Vulkane Parkstein und Rauher Kulm, welche durch Erosion entstanden, sind heute noch als stumme Zeugen dieser Zeit zu bewundern, ebenso wie der Steinwald und das Fichtelgebirge. Sehr beeindruckt waren wir auch von dem Film "Expedition Erde", der uns unter anderem zeigte, dass es bei uns vor 350 Millionen Jahren ein Meer und anschließend ein riesiges Gebirge gab. Im Ausstellungsraum selber informierten wir uns noch an den verschiedenen interaktiven Schautafeln intensiver mit dem "System Erde". Am meisten Spaß machte uns dabei der Erdbebensimulator. Die verbleibende Zeit nutzen wir noch, um uns mit verschiedenen Souvenirs einzudecken.

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