Ferienprogramm: Historische Ortsführung von Ehrenbürger Hans Bock begeistert Kinder und ...
In die Geschichte Winklarns eingetaucht

Das Leichenhaus wurde in der Vergangenheit als Armenhaus genutzt, vor allem die Kinder hörten hier genau hin. Bild: bej
Lokales
Winklarn
01.09.2014
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Eintauchen in die Geschichte Winklarns, das konnten die Teilnehmer bei der historischen Ortsführung mit Hans Bock, der mit fundiertem Wissen den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart des Ortes spannte. Die Veranstaltung wurde im Zug des Ferienprogrammes angeboten und richtete sich auch an Erwachsene, die zahlreich teilnahmen.

Beim markanten Treffpunkt an der Mariensäule am Marktplatz stellte Hans Bock zunächst voraus, dass das Leben des im Jahre 1270 erstmals erwähnten Winklarn völlig unter der Beziehung zur "Herrschaft" der Zenger/Fuchs und später der du Moulin abgelaufen sei. Ein einschneidendes Datum war der 18.9.1822; von etwa 100 Gebäuden fielen 86 dem großen Brand zum Opfer. Ursache war der Funkenflug von Holzasche, die vom Schmied auf dem Dachboden gelagert worden war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte Winklarn als Gemeinde die Selbstständigkeit.

Der 1. Bürgermeister war Alois Herdegen (1900 - 1911). 1972 folgte die Gebietsreform und im Jahre 1974 kam es zum Zusammenschluss der Nachbargemeinden unter dem Dach der Verwaltungsgemeinschaft. Auch kirchlich war die Geschichte wechselvoll, richtete sich der vorherrschende Glaube doch stets nach dem Schlossherrn. So gab es auch evangelische Phasen, außerdem wurden die Geistlichen ausschließlich von der Obrigkeit bestimmt. Erst mit dem Einzug der Jesuiten vor der Jahrhundertwende kam die endgültige Bekehrung zum katholischen Glauben.

Hans Bock wusste einige Anekdoten von den darauf folgenden Geistlichen, die für Erheiterung sorgten. Auch die kirchliche Entwicklung der Nachbarorte Schneeberg, Pondorf und Muschenried konnte er mit Jahreszahlen genau belegen. 1580 war nachweislich eine Schule vorhanden und auch die Lehrer wurden zu der Zeit von der Herrschaft eingesetzt. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die vier Generationen Metzler, die das Schulbild Winklarns maßgeblich prägten. Diese Ära endete 1910 mit Johann Metzler, noch heute erinnern das "Metzlerhaus" und die "Johann-Metzler-Straße" an diese Persönlichkeiten. Außerdem existiert eine Metzler-Chronik über Winklarn, die vom letzten Vertreter verfasst wurde.

1968 wurde die neue Schule eingeweiht, die die bisherige in der Ortsmitte ablöste. Heute dient das Gebäude als Gemeindekanzlei und Vereinsunterkunft. Bei der Begehung der ehemaligen Brecherstraße (heute Johann-Metzler-Straße), der Schanz, des Marktplatzes und der Rötzerstraße erfuhren die Teilnehmer viel Interessantes zu den Gebäuden, deren Bewohnern und auch zur Entstehung der Hausnamen. Diese entwickelten sich sowohl aus den ausgeübten Berufen ("Fuchsnbeck"), aus dem Namen der Besitzer ("Vitali" von Fidel Fischer) oder ganz einfach zur Unterscheidung bei öfter vorkommenden Nachnamen (es war vier Mal der Name Plecher vorhanden). Die Führung endete am Friedhof und Leichenhaus, welches früher als Armenhaus diente und noch bis in die jüngste Vergangenheit nebenbei bewohnt war.
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