Serpentinit-Gebiete eine Nische für seltene Pflanzen und Tiere - Pflegemaßnahmen freiwillig
Management für die Vielfalt

Wertvolle Lebensräume an Serpentinit-Standorten präsentierten (von rechts) Diplom- Biologe Rainer Woschée und Dagmar Seewald-Bösl im Auftrag der Regierung der Oberpfalz. Dafür interessierte sich auch Christian Stierstofer (links) vom Landesbund für Vogelschutz. Bild: frd
Lokales
Winklarn
27.04.2013
18
0

Was vor vier Jahren mit einer Auftaktveranstaltung begann, geht nun in die letzte Planungsrunde: Am Dienstag legten Diplom-Biologe Rainer Woschée und Dagmar Seewald-Bösl einen Managementplan vor, der ganz besondere Lebensräume schützen soll. Dazu gehören sogenannte Serpentinit-Standorte im östlichen Landkreis (wie berichteten). Bei einem Runden Tisch wurde das Gebiet vorgestellt, das Teil des Projekts "Natura 200" und damit der Flora-Fauna-Habitat-Flächen (FFH-Flächen) in Europa.

Einen wichtigen Meilenstein zur Erhaltung und Entwicklung der biologischen Vielfalt in Europa setzte die EU im Mai 1992 mit der Verabschiedung der FFH-Richtlinie. Darin verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten dazu, einen europäischen, länderübergreifenden Biotopverbund mit "Natura 2000" aufzubauen.

Dieses Netz von natürlichen und naturnahen Lebensräumen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten soll mithelfen, das wertvolle europäische Naturerbe für kommende Generationen nachhaltig zu schützen und zu bewahren. Die Richtlinie schreibt vor, dass die Mitgliedsstaaten auch die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt dieser besonderen Lebensräume treffen.

Dazu mussten in den vergangenen Jahren auch in der Region bestimmte Areale genauer untersucht werden. Wie Woschée dazu ausführte, ist der nun erstellte Managementplan für private Grundstückseigentümer nicht rechtsverbindlich, bei der Nutzung ist alleine das Verschlechterungsverbot maßgeblich. Allerdings können Eigentümer und Nutzer freiwillig zu Verbesserungen beitragen.
Zum Runden Tisch waren deshalb Landwirte und Waldbesitzer sowie Vertreter der betroffenen Kommunen, der Land- und Forstwirtschaft und des Natur- und Vogelschutzbundes eingeladen. Mit den vorliegenden Erkenntnissen waren alle Anwesenden einverstanden, und so wird das Ergebnis im Juni/Juli in seiner Endfassung den Kommunen zugehen.

Die wertvollen Gebiete mit einer erhaltenswerten Fauna und Flora befinden sich im Raum Oberviechtach, in Schönsee, Weiding und in Niedermurach. Schützenswert sind darin besonders seltene Serpentin-Standorte. Seltene Farnarten, trockene Heide und magere Flachland-Mähwiesen finden sich unter diesen Gegebenheiten. Die Experten zeigten dazu einige Beispiele auf.

In sechs Jahren werden diese Gebiete erneut bewertet. Ihr Zustand wird festgehalten und in den Plan eingetragen. Das Ziel, dieses Naturkulturerbe zu erhalten, wird also damit fortgeschrieben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.