11.12.2017 - 17:10 Uhr
WinklarnOberpfalz

Etliche Maßnahmen am Laufen

Bauplätze sind Mangelware in der Marktgemeinde Winklarn. Bürgermeisterin Sonja Meier will deshalb auch Leerstände in den Fokus rücken. Doch nicht nur Zahlen, Daten und Fakten interessieren auf der Bürgerversammlung. Die Besucher nutzen die Gelegenheit und haken zu einigen Themen näher nach.

Zur Bürgerversammlung hatten sich Zuhörer aus allen Teilen der Marktgemeinde Winklarn im Pfarrsaal eingefunden. Sie erfuhren die Hintergründe zu den aktuellen Investitionen und Entwicklungen. Bilder: bej (2)
von Johanna BaierProfil

"Gibt es Förderprogramme für unsere maroden Flurstraßen?", lautete eine Frage bei der Bürgerversammlung für alle Ortsteile der Marktgemeinde Winklarn. Im Pfarrsaal wollten die Besucher nach dem Bericht von Bürgermeisterin Sonja Meier auch wissen, ob die Entwässerungssysteme an den Flurbereinigungsstraßen wiederhergestellt werden können (siehe Kasten).

Meier nahm ausführlich Stellung, sowohl zu den Anfragen der Bürger als auch zur Situation der Marktgemeinde. Zunächst bedankte sie sich bei allen Bürgern, die sich ehrenamtlich in den Vereinen und Organisationen oder als Privatpersonen einbringen. Sie begrüßte besonders den Leiter der VG Oberviechtach, Anton Brand, und Ersten Polizeihauptkommissar Robert Feuerer von der PI Oberviechtach. Dieser nahm Stellung zur Situation in Winklarn hinsichtlich der im Sommer vermehrt aufgetreten Diebstähle (Bericht folgt).

Nur noch eine Parzelle

Zur strukturellen Entwicklung informierte die Bürgermeisterin, dass im Baugebiet "Hopfenfeld" in Winklarn noch eine Bauparzelle zum Verkauf steht. Im Muschenrieder Baugebiet Ost sind es noch fünf Parzellen, in Schneeberg steht derzeit kein gemeindlicher Bauplatz zur Verfügung. Im Bereich "Misch- und Gewerbegebiet B 22 " kann aufgrund eines rechtskräftigen Bebauungsplanes ein weiteres Unternehmen angesiedelt werden. Zudem wurden drei Bauplätze geschaffen, wovon zwei bereits vergeben werden konnten. Es wurde eine Stichstraße gebaut und die Parksituation am Friedhof verbessert. Sonja Meier appellierte an die Grundstücksbesitzer oder Besitzer eines Leerstandes wegen eines eventuellen Verkaufes auf die Gemeinde zuzukommen. Denn es werde "händeringend" nach Grundstücken gesucht.

Beim Thema "Wasserversorgung" wies Meier auf die abgeschlossene Sanierung des Hochbehälters in Muschenried hin. Es wurden bereits Vorauszahlungen auf den Verbesserungsbeitrag in Höhe von 85 Prozent geleistet. Im Zuge dieser Maßnahme konnte ein Notverbund mit der Wasserversorgung der Heinrichskirchner Gruppe geschlossen werden. Im Bereich der Kläranlage Muschenried wurde im laufenden Jahr ein Defekt am Scheibentauchkörper festgestellt. Eine nähere Überprüfung hat ergeben, dass die Lebensdauer der Maschinentechnik erreicht sei; diese Stufe der Anlage aber trotzdem noch funktionsfähig ist. Die Wasserrechtliche Genehmigung der Anlage läuft Ende 2019 aus, weshalb derzeit die Daten für die weitere Vorgehensweise ermittelt werden. Die Bürger werden rechtzeitig informiert.

Seit Sommer 2017 verfügt die Feuerwehr Winklarn über eine First-Responder-Gruppe mit 32 Personen im Ersthelfer-Team (ehrenamtlich rund um die Uhr an 365 Tagen). Im Namen der Marktgemeinde sprach sie ein Dankeschön an die Initiatoren Stephan Killermann und Uwe Groß aus, sowie an die Bevölkerung für die großzügige Spendenbereitschaft für diese Einrichtung. Zur optimalen Trennung verschiedener Wertstoffe hat die Gemeinde ihren Recyclinghof erweitert. Dabei werden 80 Prozent der förderfähigen Investitionskosten vom Landkreis übernommen. Die Eröffnung steht unmittelbar bevor und es werden zusätzliche Container für Altholz und Kunststoffe zur Verfügung stehen. Die Anlage wird künftig von zwei Mitarbeitern betreut. Entsorgungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nicht erlaubt. Für den Bauhofbetrieb wurden Maschinen wie Salzstreuer und Arbeitsbühne für die Traktoren angeschafft, außerdem ein geländegängiges Auto mit Allrad (Suzuki Yeti).

Der Schuldenstand der Gemeinde belief sich Ende 2016 auf 1 012 566 Euro, der Rücklagenstand auf 1 406 000 Euro. Eindringlich appellierte Sonja Meier an die Hundehalter, die "Hinterlassenschaften" ihrer Tiere zu beseitigen. Sie sprach die Gesundheitsgefährdung auf Spielplätzen an und die Gefahr, dass es durch Aufnahme im Grünfutter zu Krankheiten bei Nutztieren kommen kann. Meier appellierte deshalb an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter.

Sanierung läuft

Im Juni 2017 haben die Bauarbeiten am Thammer-Anwesen (Bauabschnitt I) begonnen. Sonja Meier informierte über die rund 1,8 Millionen Euro Sanierungskosten von denen 990 000 Euro als Zuwendung fließen, 490 000 Euro aus Töpfen der Denkmalpflege stammen und 30 000 Euro vom Bundesministerium für Soziales. Im rückwärtigen Teil des Anwesens (Bauabschnitt II) soll ein Zentrum für Baukultur- und Denkmalpflege errichtet werden. Hierzu fand im Oktober ein Symposium statt.

Anfragen der Bürger

Als Stellungnahme zu den Anfragen seitens der Bürger stellte Sonja Meier zunächst klar, dass laut Bayerischen Straßen- und Wegegesetz die Straßenbaulast beim Anlieger liegt. Derzeit gibt es aber Fördergelder für Infrastrukturprojekte im Bereich ländlicher Wege. Voraussetzung ist jedoch das Vorliegen eines Gesamtkonzeptes zur Schaffung eines ländlichen Kernwegenetzes. Dieses Projekt muss sich auf mehrere benachbarte Gemeinden beziehen. Weiterhin muss der Antragsteller die ILE-Region sein. Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann man eine effektive Förderquote von 40 bis 45 Prozent erwarten. Auf Anfragen durch die Gemeinde Winklarn wurde von den anderen Mitgliedsgemeinden kein Interesse an diesem Programm bekundet. Ursache sei die niedrige Förderquote, damit also hohe Gesamtkosten und ein zu hoher Eigenanteil. Das mache das Förderprogramm unattraktiv.

Auch das Ausbaggern der Entwässerungsgräben an den Flurbereinigungsstraßen kann immense Probleme aufwerfen. Sollte der Erdaushub nicht an Ort und Stelle verbaut werden, kann er als Sondermüll eingestuft werden, da die Erprobungen fast immer Chrom- und Nickelbelastungen ergeben. "Dann wird es richtig teuer", betonte Sonja Meier und verwies auf die aktuell geltenden hohen Deponiegebühren. In Absprache mit den Antragstellern war man sich schließlich einig, nach einer guten Lösung für alle Beteiligten zu suchen. (bej)

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