02.02.2017 - 18:10 Uhr
WinklarnOberpfalz

Regierungspräsident Axel Bartelt in Winklarn Thammer-Projekt in der Zielgeraden

Das Thammer-Anwesen in Winklarn - früher Gaststätte und Brauerei - hat schon viele Gäste gesehen. Diese Woche war es Regierungspräsident Axel Bartelt, der zusammen mit einer Delegation auf historischen Spuren wandelte. Das Gastgeschenk war eine "Zuschussmillion". Doch es gibt noch Visionen.

Das leerstehende Thammer-Anwesen (gelbe Fassade, links Westflügel und rechts Osttrakt) prägt den Winklarner Marktplatz. Bilder: frd (4)
von Christof FröhlichProfil

Der Regierungspräsident war in Begleitung des Präsidenten der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, Dr. Georg Haber, und der Gebietsreferentin für Städtebau im Landkreis Schwandorf, Baudirektorin Birgitt Niegl (angesiedelt bei der Regierung der Oberpfalz) nach Winklarn gekommen, um sich vom Planungsstand der Sanierungsmaßnahmen dieses ortsbildprägenden Anwesens zu informieren.

1,775 Millionen

Die hochrangigen Gäste waren angetan von dem, was sie zu sehen bekamen, noch mehr aber von einem erfolgversprechenden Planungs- und Nutzungskonzept. Dieses beseitigt zum einen den Leerstand und kommt zum anderen auch den Bürgern der Region zugute, da es mehrere sinnvolle Nutzungsvarianten enthält. So sollen nach der Sanierung des Westflügels drei seniorengerechte Wohnungen (ein Aufzug wird eingebaut) entstehen. Im Ostflügel ist eine Infrastruktur für Feste und Feierlichkeiten - in Verbindung mit dem angrenzenden Marktplatz - mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Vorträge und Seminare, aber auch öffentliche Toiletten vorgesehen.

Für diese Gesamtsanierung ist ein Kostenaufwand von 1,775 Millionen Euro veranschlagt. Im Rahmen der Städtebauförderung ist bereits ein Zuschuss von 990 000 Euro (80 Prozent der förderfähigen Kosten von 1,237 Millionen) zugesagt. Vom Landesamt für Denkmalpflege, der Bayerischen Landesstiftung und dem Bezirk Oberpfalz sind mindestens 360 000 Euro und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weitere 30 000 Euro zu erwarten. Damit hat die Gemeinde Winklarn selbst knapp 400 000 Euro an Sanierungskosten beizusteuern, was angesichts der hohen Wertsteigerung eine gut vertretbare Summe sei, so Bürgermeisterin Sonja Bauer. Anwesend waren auch Architekt Christian Schönberger und VG-Leiter Anton Brand, welche die Entwurfsplanung näher erläuterten.

Da die Gäste schon einmal da waren, sprach die Bürgermeisterin auch den rückwärtigen Teil des Anwesens an, in dem sich die frühere Brauerei Thammer und weitere unter- und oberirdische Räume befinden. Die Besichtigung führte in die Geschichte eines vergangenen Jahrhunderts zurück. Als mögliches Nutzungskonzept stellte hier Architekt Christian Schönberger ein "Zentrum für Baukultur und Denkmalpflege" vor, in dem junge Handwerker aus der Region (wie Maler und Putzer) gezielt auf die fachgerechte Restaurierung von Denkmälern und Kirchen vorbereitet werden könnten. Vergleichbares wird in Plasy bei Pilsen praktiziert. Es gibt bereits eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden und dem Technischen Nationalmuseum Prag. Die Umsetzung dieses Projekts bedarf noch einer gründlichen Planung unter Einbeziehung vieler Fachstellen und ist daher eher "Zukunftsmusik". Das Fazit des Regierungspräsidenten lautete: "Dieser Teil der Oberpfälzer Geschichte ist erhaltenswert, jedoch muss dafür auch ein sinnvolles Betriebskonzept gefunden werden."

Für den vorderen Teil des Anwesens dagegen gab es "grünes Licht". Die Ausschreibung dafür wird zeitnah erfolgen. Schließlich lautete die Aussage des Regierungspräsidenten schlichtweg: "Die Zuschussmillion liegt bereit. Fangt zackig an, denn ich möchte Ende 2018 nach Winklarn zur Einweihung kommen".

Die Zuschussmillion liegt bereit. Fangt zackig an, denn ich möchte Ende 2018 nach Winklarn zur Einweihung kommen.Axel Bartelt

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