Thammer-Anwesen mit Strahlkraft

Bürgermeisterin Sonja Meier wartete mit vielen Daten und Fakten zur Gemeinde auf. Bild: bej
Politik
Winklarn
06.12.2016
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Zahlen, Daten und Fakten zum Jahr 2015, aber auch Aktuelles präsentierte Bürgermeisterin Sonja Meier anlässlich der Bürgerversammlung im Pfarrsaal Winklarn. Sie stellte sich den Fragen der Zuhörer, die aus den verschiedenen Gemeindeteilen erschienen waren.

Zu Beginn ihrer Ausführungen bedankte sie sich bei allen Bürgern, die sich ehrenamtlich in den Vereinen und Organisationen oder als Privatpersonen einbringen. Sie begrüßte besonders den Leiter der VG Oberviechtach, Anton Brand und Siegfried Schollerer vom Planungsbüro BBN Breitbandnetwork, der zum Stand der Breitbandversorgung in der Gemeinde informierte (gesonderter Bericht).

Hinsichtlich der strukturellen Entwicklung in der Gemeinde informierte sie darüber, dass im Baugebiet "Hopfenfeld" in Winklarn noch eine Bauparzelle zum Verkauf steht. Im Muschenrieder Baugebiet "Ost" sind es noch fünf Parzellen; 2015 wurden durch den Marktgemeinderat acht Bauanträge für Einfamilienhäuser behandelt. Die Beratung über eine Ausweisung von Neubaugebieten wird zukünftig Schwerpunkt im Gremium sein. Im Bereich "Misch- und Gewerbegebiet B 22" in Winklarn erfolgt derzeit die Änderung des rechtskräftigen Bebauungsplanes. Hier kann nunmehr ein weiteres Unternehmen angesiedelt werden.

Weiterhin werden Parkplätze für den Friedhof und eine Fuß- und Radwegverbindung zwischen der Rötzer Straße, Birkenstraße und Neunburger Straße geschaffen. Rund 1 860 Kubikmeter Klärschlamm wurden im Jahr 2016 im Bereich der Kläranlage Winklarn entsorgt, die Gesamtkosten beliefen sich auf 61 000 Euro. Sonja Meier verwies an dieser Stelle eindringlich auf die Unmengen von Müll, die nichts im Abwassersystem verloren haben, sondern in den Hausmüll gehören.

Schäden durch Unvernunft

Feuchttücher, Kosmetiktücher, Einmalwaschlappen, T-Shirts und vieles mehr gelangen durch die Toilettenspülung zur Pumpstation. Daraus entstehen "Verzopfungen", welche große Schäden in den Anlagen verursachen können. Diese Kosten muss die Allgemeinheit tragen. Sie untermauerte diese Fakten mit entsprechendem Bildmaterial. Ihr Dank gilt den fünf Wehren im Gemeindegebiet für deren stete Einsatzbereitschaft. Rund 17 000 Euro (Zuschuss 14 000 Euro) betrugen die Ausgaben für die Digitalfunkgeräte. 9 000 Euro für den Einbau müssen von der Gemeinde getragen werden. Vier neue Atemschutzgeräte schlugen mit 10 000 Euro zu Buche.

Im Mai wurde das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht, die Gesamtkosten betrugen 960 000 Euro, der Zuschuss Regierung der Oberpfalz 150 000 Euro, die Eigenleistungen 116 000 Euro. Im Frühjahr 2017 wird der Recyclinghof in Winklarn erweitert, wobei 80 Prozent der Kosten mit Fördermitteln abgedeckt werden können. Auch hier appellierte das Gemeindeoberhaupt richtig anzuliefern, da leider allzu oft Ablagerungen und nicht erlaubte Entsorgungen außerhalb der Öffnungszeiten vorgenommen werden. Für den Bauhofbetrieb wurden ein Pritschenwagen und ein neuer Traktor angekauft. Diese Notwendigkeit ergab sich aus dem vorhandenen überalterten Fahrzeugbestand.

Ganz aktuell ist das Thema "Leerstand". Im Bereich des Marktplatzes Winklarn steht jedes dritte Haus leer und in der Gesamtortschaft gibt es 23 Leerstände. Als Gegenmaßnahme hat sich die Marktgemeinde die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Thammer-Anwesens auf die Fahnen geschrieben. Als Mitglied in der Leerstandoffensive hat Winklarn Zugang zum Städtebauförderungsprogramm erhalten, außerdem können Mittel aus dem Struktur- und Härtefonds und aus dem Bereich der Denkmalpflege genutzt werden. Die gute Resonanz beim "Tag des offenen Denkmals" im Herbst 2015 (ca. 400 Besucher) bewies, dass an historischen Gebäuden Interesse besteht, so Bürgermeisterin Sonja Meier. Sie erläuterte kurz die Planungen zur Sanierung des marktplatzzugewandten vorderen Bauteils. Es sollen drei seniorengerechte und somit barrierefreie Wohnungen entstehen. Außerdem sind öffentliche Toiletten, eine Wickelgelegenheit wie auch eine Anlaufstelle für Senioren angedacht.

Planungen erläutert

Schließlich ist im Obergeschoss ein Raum für Vorträge und Infoveranstaltungen vorgesehen. Sonja Meier nannte 1,775 Millionen Euro als geplante Sanierungskosten. Dabei erhält der Markt Zuwendungen von 1,38 Millionen Euro. Der voraussichtliche Eigenanteil rechnet sich somit auf 395 000 Euro. Auch zur Nutzung des rückwärtigen Teils des Anwesens gibt es Überlegungen. Angedacht ist ein Zentrum für Baukultur- und Denkmalpflege, auch hier handelt es sich um ein förderfähiges Projekt. "Es hat sich in anderen Gemeinden gezeigt, dass die Wiederbelebung von Leerständen Strahlkraft auf die Umgebung hat", schloss Sonja Meier ihre Ausführungen. Abschließend wurden Fragen beantwortet.

Gemeinde in ZahlenEinwohner: 1.419 (Stand 31.12 2015)

Geburten 2015: 11

Sterbefälle 2015: 15

Einnahmen: Gewerbesteuer 229 852 Euro; Grundsteuer A und B 104 752 Euro; Anteil Einkommenssteuer 509 844 Euro; Schlüsselzuweisung 582 128 Euro.

Ausgaben: Kreisumlage 526 185 Euro; Verwaltungsumlage 218 000 Euro; Gewerbesteuerumlage 64 000 Euro; Schulverbandsumlage 60 000 Euro an Oberviechtach; Schulverbandsumlage 72 000 Euro an Grundschule Winklarn.

Kreditaufnahme 330.000 Euro.

Schuldenstand aktuell 763 000 Euro.

Rücklagenstand 1.1.2016 1 274 000 Euro. (bej)
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