Als "Freiwilliges Lösch-Corps" 1867 gegründet
Feuerwehr mit bewegter Geschichte

Die Feuerwehr Winklarn präsentiert sich im 150. Jahr ihres Bestehens als vitaler Jubilar. Zu diesem Eindruck werden bei der Jubiläumsfeier von 2. bis 5. Juni auch die hübschen Festdamen beitragen, die schon jetzt den ereignisreichen Tagen entgegenfiebern. Bild: bej
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Winklarn
17.05.2017
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Am 4. August 1867 gründeten 16 Einwohner aus Winklarn eine Freiwillige Feuerwehr, damals noch als "Lösch-Corps" bezeichnet. Das 150-jährige Bestehen der Wehr gibt Anlass, in die Historie der Brandschützer zurückzublicken.

(bej) Es wird vermutet, dass die vermehrten Brände, die den Markt im Laufe der Geschichte auf verheerende Weise heimgesucht hatten, den Ausschlag für die Gründung gaben. Andrerseits wurde sich auch der allgemeinen Entwicklung angepasst, die in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts viele Feuerwehren entstehen ließ.

Für damals gut gerüstet


An Gerätschaft war eine Löschmaschine vorhanden, aber es fehlte an geschultem Personal. In der Folgezeit wurde das Einsatz-Equipment ständig erweitert und verbessert. In den spärlich vorhandenen Aufzeichnungen finden sich Niederschriften über Käufe von Ausrüstung und ein Namensverzeichnis über eine Mannschaft der "Pflichtfeuerwehr", aber auch Übungen wurden dokumentiert. Es wird angenommen, dass die Feuerwehr in Winklarn Ende des 19. Jahrhunderts für damalige Verhältnisse gut ausgerüstet und auch genügend Personal vorhanden war.

Nachdem Georg Eichinger im Januar 1901 zum Kommandanten gewählt worden war, wurden eine Feuerwehrchronik und auch ein Protokollverzeichnis eingeführt. Für den Zeitraum des Ersten Weltkrieges liegen keine Aufzeichnungen vor. Der politische Umschwung im Jahre 1933 wirkte sich auch auf die Feuerwehr aus. Die meisten Vereine wurden aufgelöst und in die Organisationen der neuen Machthaber eingegliedert. Die Wehr war ab sofort nur noch eine Einheit, die Anwesenheit beim Appell war Pflicht. Durch den Kriegsdienst verringerte sich die Zahl der Aktiven drastisch, das Vereinsleben kam praktisch zum Stillstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Heimkehrer sofort mit dem Wiederaufbau der Wehr. Diese Zeit ist unweigerlich mit dem Namen Hans Thammer verbunden. Im Juni 1947 wurde er zum Kommandanten (Dienstzeit 20 Jahre) gewählt, ab 1954 stand er 36 Jahre lang als Bürgermeister an der Spitze der Marktgemeinde. Ab diesen Jahren gab es eine stetige Aufwärtsentwicklung bei der Feuerwehr. Es wurden Fahrzeuge und Gerätschaften angeschafft, das Personal war gut geschult.

Im Mai 1965 wurde das Feuerwehrgerätehaus in der Johann-Metzler-Straße eingeweiht. Es kam zur Bildung von Damengruppen, Leistungsabzeichen wurden abgelegt und 1984 bekam die Winklarner Wehr den Status "Stützpunktfeuerwehr." Der Einsatzschwerpunkt hatte sich inzwischen auf Verkehrsunfälle verlagert. Auch der Name Alfred Schießl darf bei diesem Rückblick nicht fehlen. Er führte ab 1988 die Truppe als Kommandant mit Leib und Seele. In diese Ära fällt auch die Anschaffung einer Votivkerze zu Ehren der verstorbenen Kameraden. Erwähnenswert ist auch das Jahr 2004, als die Wehr ein Frühdefibrillationsgerät erhielt. Mit Peter Killermann folgte auch ein neuer Kommandant. Neben neuen Einsatzfahrzeugen und Geräten beherrschte der Neubau des Feuerwehrhauses "Am Steinbruch" knappe zwei Jahre das Vereinsgeschehen. Im Mai vergangenen Jahres wurde schließlich ein zeitgemäßes und allen Anforderungen gerecht werdendes Gebäude eingeweiht.

Die moderne Zeit hat viele Probleme und Gefahrenquellen mit sich gebracht. Technische Hilfeleistung und Abwehr von Umweltschäden haben die Brandbekämpfung als ureigenste Aufgabe längst abgelöst. Nur eine optimale Ausbildung und Ausrüstung kann mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die Feuerwehr Winklarn hat hierfür die besten Voraussetzungen geschaffen.

Rückblick mit Stolz


Seit 150 Jahren machen sich die Feuerwehrleute dafür stark, im Einsatzfall schlagkräftig handeln zu können. Das Motto "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" ist nach wie vor gültig. Im Jubiläumsjahr blickt die Feuerwehr Winklarn mit Stolz auf ihre Geschichte zurück. Vom 2. bis 5. Juni sind alle Gäste aus nah und fern willkommen, den 150. Geburtstag mitzufeiern.
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