03.09.2017 - 20:00 Uhr
WinklarnOberpfalz

Der Vergangenheit auf der Spur

"Auf den Spuren vergangener Zeiten" bewegte sich Hans Bock beim Ferienprogramm. Zusammen mit 32 Teilnehmern erkundete er Kleindenkmäler und alte Hofstellen im Bereich unterhalb des Kindergartens.

Das "Schmiekreiz" im Postweg erinnert an den ehemaligen Schmied Nikolaus Fehlner. Bild: bej
von Johanna BaierProfil

Zu Beginn der Führung erzählte er den Teilnehmern, die sich aus allen Altersgruppen zusammensetzten, dass am heutigen Standpunkt der Einrichtung im Jahr 1971 das erste Heimatfest in Winklarn stattfand. 1976 wurde dieses dann an den langjährigen Platz am Steinbruch "umgesiedelt." Das Gemälde "Kinderreigen", an dem auch der bekannte Künstler Robert Bergschneider mitgewirkt hatte, ziert die straßenzugewandte Seite des Kindergartens. Bei diesem Kunstwerk handelt es sich um ein "Sgraffito."

Schutz vor Unwetter

Im Anschluss machte sich die Gruppe in Richtung "Linde" auf und Hans Bock informierte über das dort stationierte "Schauerkreuz", das durch seine zwei Querbalken auffällt. Dieses soll vor Hagel und Unwetter schützen. An der Straße Richtung Forsthof befindet sich das "Augnkreuz"; dessen Name verweist auf den ehemaligen Besitzer (Augnhaus-Plecher). Über den Grund der Errichtung ist leider nichts mehr bekannt. Heute befindet sich das Denkmal im Besitz der Kirche. Im Postweg findet sich das "Schmiekreuz." Dieses Kleindenkmal verweist auf den Schmied Nikolaus Fehlner, der das gusseiserne Kreuz selbst gefertigt hat.

Schließlich erzählte der ortskundige Führer über die steinerne Figur des Johannes Nepomuk, die sich am ehemaligen Postgebäude befindet. 1746 wurde die Figur, die einen böhmischen Brückenheiligen darstellt, erstmals an einem anderen Standort aufgestellt. Seine linke Hand ruht am Herzen, dies soll auf seine Funktion als Beichtvater hinweisen. Letztendlich war seine Verschwiegenheitspflicht auch Grund für seine Ermordung. Die rechte Hand fehlt. Hans Bock erzählte auf seine unverwechselbare Art von einem an dieser Hand angebundenen Pferd, welches scheute und dabei die Hand abriss. Fast niemand wusste vom "Mutschkatl-Haus", hier wohnte das Ehepaar Kasterer.

Pflasterzoll kassiert

Fuhrwerke, die von den Dörfern nach Winklarn rollten, mussten einen Torbogen passieren. Und genau dort wurde vom erwähnten Ehepaar der "Pflasterzoll" eingehoben. In unmittelbarer Nähe - ebenfalls am Hofgarten - befindet sich das "Höadhaus." Hier wohnte der "Kuhhirte", der gegen ein geringes Entgelt und gegen Naturalien die Tiere der Bauern hütete.

Schließlich machten sich die "Spurensucher" auf den Weg nach Forsthof, umgangssprachlich "Schafhüttn." Hier begegnen dem aufmerksamen Betrachter zahlreiche Denkmäler wie "Bennokreiz, Schafferkreiz, Schlobauernkreiz, Demlkreiz" oder "Bauernschneider-Kreiz." Hans Bock wusste über jedes Denkmal den geschichtlichen Hintergrund und beantwortete kompetent die Fragen der Zuhörer. Die Wanderung fand ihren Abschluss bei der Scheune der Familie Wagner. Dort wurde ein kleines Picknick gemacht.

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