11.04.2018 - 20:00 Uhr
WinklarnOberpfalz

Dorferneuerung kann starten Top Werte beim Energienutzungsplan

Die Erstellung eines Energienutzungsplanes ist zwingende Voraussetzung bei der Dorferneuerung in der Gemeinde Thanstein. Aber hier liegt die Gemeinde voll im Zeitplan.

Klaus Uschold erläuterte den Energienutzungsplan für das Gemeindegebiet Thanstein. Bild: bej
von Johanna BaierProfil

Thanstein/Kulz. Bürgermeister Walter Schauer begrüßte zur Gemeinderatssitzung Klaus Uschold vom Büro ifE aus Amberg im Feuerwehrhaus in Kulz zur Präsentation des Energienutzungsplanes. Zunächst wurde bei den Untersuchungen der Ist-Zustand vorhandener Energie und des CO2-Ausstoßes ermittelt. Dabei wurden die vorhandenen erneuerbaren Energien im Gemeindegebiet betrachtet.

Vier mal mehr Energie

183 PV-Anlagen produzieren 3 178 Megawattstunden an Strom, "ein sehr guter Wert", so der Experte. 662 Kilowatt Leistung werden in vier Biomassen-KWKs erzeugt und zwei Wasserkraftanlagen fördern 260 KW. "Im betrachteten Gebiet wird vier Mal mehr Energie produziert als benötigt" so das Fazit von Uschold. Er sprach von "Top-Werten." Durch Solarthermen, Energieholz und durch die Abwärme der Biomasse-Anlagen werden 71 Prozent des thermischen Bedarfs abgedeckt, auch das eine sehr gute Ausgangslage.

Die Berechnung des CO2-Ausstosses ergab eine Minuszahl von drei Tonnen pro Bürger. Der bayerische Durchschnitt liegt bei Plus sechs Tonnen /Bürger, also auch hier liegt die Gemeinde "gut im Rennen." Klaus Uschold sieht in der Sanierung der privaten Wohngebäude einen Ansatz zur Energieeinsparung, insbesondere von thermischer Energie. Eine Sanierung von zwei Prozent der bestehenden Gebäude pro Jahr würde eine Einsparung von 19 Prozent bewirken. Schließlich erläuterte er noch drei ausgearbeitete Detailmaßnahmen: PV-Anlage auf dem Jugendheim Thanstein, Gesamtenergiekonzept Jugendheim, Straßenbeleuchtung. In den drei Bereichen wurden verschiedene Sanierungsvarianten angewandt, um Energieeinsparungen zu erreichen.

Zusammenfassend weist der Energienutzungsplan einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien aus. Der höchste Verbrauch liegt bei den privaten Wohngebäuden, ergo ist hier auch das Einsparpotenzial am größten. "Wir sind im Ganzen einigermaßen gut aufgestellt" meinte abschließend Walter Schauer zu den Berechnungen. Im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahme sollten vorbereitende Untersuchungen zur Festlegung eines Sanierungsgebietes erfolgen. Ziel sind steuerliche Anreize sowohl für einen eventuellen Investor als auch für die Bürger innerhalb dieses Gebietes. Das Gebiet ist noch nicht festgelegt.

Abschreibungen

Die steuerlichen Abschreibungen können mit den Zuschussmöglichkeiten der Dorferneuerung kombiniert werden. Dabei wird das vereinfachte Verfahren zum Tragen kommen, das klassische Instrument zur Aufwertung von Stadt- und Ortskernen und zur Behebung von baulichen Missständen. Ohne Gegenstimme einigten sich die Ratsmitglieder darauf, das Dorferneuerungsgebiet als Untersuchungsgebiet festzulegen. Daraus wird dann das Sanierungsgebiet herausgearbeitet. Walter Schauer informierte noch darüber, dass die jetzt startende Dorferneuerung vor 28 Jahren beantragt wurde, die Gesamtkosten werden sich auf etwa vier Millionen Euro belaufen. Es ist klar, dass ein Projekt dieser Größenordnung über mehrere Jahre laufen muss. Weiterhin berichtete er vom Verkauf der Pistenraupe, dieser erbrachte 3 050 Euro. Es schloss sich der nicht öffentliche Teil an.

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