20.04.2018 - 20:00 Uhr
WinklarnOberpfalz

Merkmeister Rolf Hofmann: Kritik sorgt für Blockade im Gehirn Störanfällige "Speicher"

Wer knallhart Fehler aufzeigt, baut eine Mauer. Lerninhalte kommen da kaum durch. "Merkmeister" Rolf Hofmann kennt bessere Wege zum guten Gedächtnis.

Auch Rektorin Christine Schneider war beeindruckt von den Tipps, die Rolf Hofmann zur Verbesserung des Gedächtnisses parat hatte. Bild: amö
von Annemarie MösbauerProfil

Vormittags zeigte "Merkmeister" Rolf Hofmann den Kindern seine Tricks. Abends waren die Eltern an der Reihe. Der Experte gab praktische Tipps, wie sich die Gedächtnisleistung steigern lässt. Er erklärte den Erwachsenen, wie sie das häusliche Lernen der Kinder optimal organisieren und ihnen dadurch eine effektive Lernunterstützung zuteilwerden lassen können. Ganz wichtig war ihm, beim Hausaufgabenmachen dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht durch akustische und visuelle Einflüsse wie Fernseher, Radio oder Computer abgelenkt werden. Die wichtigste Stelle zum Merken ist im Gehirn, so der "Merkmeister". Nur Informationen, die wichtig und vor allem interessant sind, werden gespeichert, und der Mensch merkt sie sich. Pro Sekunde erreichen elf Millionen Sinneseindrücke das Gehirn, das täglich 24 Stunden arbeitet. Unwichtige und als uninteressant angesehene Informationen werden gar nicht richtig aufgenommen und abgespeichert.

Ziel ist es laut Hofmann, den Lernstoff möglichst gut aufzubereiten und somit interessant zu machen. Der Speicher sei sehr störanfällig. Jemandem seine Fehler knallhart zusagen, das baue eine Mauer auf, die jegliches Lernen blockiert. Lieber sollte man fragen: "Was fehlt?" Die Lösung steckte dabei schon in der Umstellung der Buchstaben: Aus Fehler werde das Wort Helfer. In Ruhe, zielorientiert und konzentriert soll nach einer Lösung gesucht werden. Auch Erwachsene müssten eigene Fehler eingestehen und bereit sein, darüber zu sprechen. "Die eigenen, erwachsenen Lernmethoden sollen nicht unbedingt auf die Kinder übertragen werden", meinte der Fachmann. Der Lernende stehe beim Lernprozess im Vordergrund. Rolf Hofmann belegte dies mit folgendem Beispiel: Ich kann meine Brille, die mir sehr gut passt, nicht einem anderen geben, und der sieht dann genauso gut wie ich. Wie beeindruckt die Eltern von diesen Tipps waren, zeigte die Nachfrage nach den CDs, die Hofmann am Ende des Elternabends zum Kauf anbot. Rektorin Christine Schneider bedankte sich für die Ratschläge, die Schülern, Eltern und auch Lehrern sehr wichtig sind.

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