11.10.2017 - 20:00 Uhr
WinklarnOberpfalz

Vortrag über Darmkrebs Chancen auf Heilung

Darmkrebs ist weit verbreitet. Anzeichen wie Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder eine unerklärliche Gewichtsabnahme sollten ernst genommen werden. Dr. Florian Stadler appellierte beim Frauenbund Winklarn zur Vorsorge.

Vorsitzende Monika Bösl bedankte sich bei Chefarzt Dr. Florian Stadler für sein ausführliches Referat. Bild: amö
von Annemarie MösbauerProfil

Der Ärztliche Direktor der Sanaklinik Cham, Chefarzt Dr. Florian Stadler, referierte beim Frauenbund in Winklarn. Jede siebte Krebserkrankung sei Darmkrebs. Sie stehe nach Brust- und Prostatakrebs an dritter Stelle. Der Referent nannte den vorderen Bayerischen Wald als Hochrisikogebiet, der Grund dafür sei nicht bekannt. Insgesamt aber sei trotz Zunahme an Erkrankten erkennbar, dass immer weniger Leute an dieser Krankheit sterben müssen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes erkranken in Deutschland jährlich rund 65 000 Menschen an Darmkrebs.

"Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist und bleibt die Darmspiegelung, die einzige Methode Veränderung sicher zu erkennen", betonte Dr. Stadler. Sie werde aber wenig in Anspruch genommen. Als mögliche Entstehungsgründe nannte er das Alter (ab 70 Jahren), genetische Faktoren, erblicher Darmkrebs, chronische Darmentzündungen, Morbus Crohn Colitis, Diabetes Typ 2, ungesunder Lebensstil oder Darmpolypen. Anhand von Folien erläuterte der Mediziner auf verständliche Weise die vier Tumor-Stadien, die je nach Tiefe in der Darmwand eingeteilt werden. Mit einer CT-Untersuchung wird die Behandlungsmethode bestimmt, entweder eine lokale Operation oder eine radikale Tumoroperation, bei der auch umliegendes gesundes Gewebe entfernt wird. Die Behandlungsoptionen sind bei Dickdarmkrebs oder Mastdarmkrebs unterschiedlich. Oft erfolge die Operation erst nach einer Chemo-Behandlung. "Nach positiv verlaufener Operation darf die Nachsorge keineswegs auf die leichte Schulter gelegt werden", mahnte der Referent. Er appellierte an die Anwesenden, die Alarmsituationen, wie Blut im Stuhl, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, ständiges Völlegefühl, unerklärliche Gewichtsabnahme, auffälliger Leistungsabfall oder krampfartige Schmerzen immer ernst zu nehmen.

"Je früher Veränderungen festgestellt werden, umso größer sind die Heilungschancen, denn Tumore im Darmbereich haben oft eine 15-jährige Entwicklungszeit", gab Dr. Florian Stadler abschließend zu bedenken.

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