21.02.2018 - 20:00 Uhr
Winklarn

Vortragsabend beim KPV Winklarn Hilfe bei der häuslichen Pflege

Das Pflegestärkungsgesetz hält für die ambulante Betreuung etliche neue Kassenleistungen parat. Auch Vorlesen und Spazierengehen werden bezahlt. Damit Betroffene wissen, was ihnen zusteht, hat der Krankenpflegeverein Winklarn einen Vortragsabend organisiert. Referentin Christiane Böhm freut sich aber auch über viel Lob für ihre Mitarbeiterinnen.

Christiane Böhm von der Caritas-Sozialstation Oberviechtach erläuterte die Verbesserungen durch das neue Pflegestärkungsgestz. Bild: BEJ
von Johanna BaierProfil

Die Reformen, die das Pflegestärkungsgesetz 2 für Pflegebedürftige und pflegende Angehörigen bringt, standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins (KPV) Winklarn im Pfarrsaal. Diese Änderungen sind bereits seit Januar 2017 in Kraft und betreffen die Einführung der nun fünf Pflegegrade, verbesserte Leistungen und auch eine veränderte Begutachtungsweise.

Neues Gesetz "erprobt"

KPV-Vorsitzender Alfons Fuchs begrüßte Christiane Böhm, Pflegedienstleitung der Caritas-Sozialstation Oberviechtach. Diese erläuterte die eingangs erwähnten Veränderungen durch das neue Gesetz, welches inzwischen "gut erprobt" sei. "Es hat sich einiges getan für die Kranken, insbesondere für die Demenzkranken", stellte Böhm zu Beginn ihrer Ausführungen fest. Allerdings monierte sie, dass es für psychisch Kranke bis dato keinen Pflegegrad gibt. Bei der "Verhinderungspflege" stehen 1612 Euro pro Jahr zur Verfügung. Anspruchsberechtigt sind die Pflegegrade 2 bis 5 mit der Voraussetzung, dass bereits eine Mindestpflegezeit von sechs Monaten erbracht ist. Dieser Betrag kann für eine Ersatzpflege durch einen ambulanten Dienst, entfernte Verwandte oder eine fremde Person verwendet werden.

1.612 Euro jährlich können auch bei der "Kurzzeitpflege" ausgeschöpft werden. Bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr sind möglich, Voraussetzung ist ebenfalls der Pflegegrad 2 bis 5. Reicht die Förderung nicht aus, kann Verhinderungspflege auch für Kurzzeitpflege verwendet werden, soweit noch nicht ausgeschöpft. Christiane Böhm informierte auch über die monatlich 40 Euro für "Pflegehilfsmittel" wie Desinfektionsmittel oder Handschuhe, die zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es technische Hilfsmittel, wie Hausnotruf oder Mobilitätshilfen. Sie gab auch nähere Erläuterungen zur "Tagespflege" und dem Fixbetrag von 125 Euro monatlich für "Betreuungs- und Entlastungsleistungen." Letztere werden nur vom Pflegedienst erbracht (Pflegegrad 1 bis 5). Spaziergänge, Gespräche, Vorlesen oder Saubermachen gehören zur "Pflegerischen Betreuung". Die "haushaltsnahen Dienste" dürfen nur in den Räumen verrichtet werden, in denen sich der Pflegebedürftige aufhält. Alle Leistungen müssen über die Krankenkasse beantragt werden. Abschließend stand die Referentin noch für Fragen zur Verfügung. Alfons Fuchs dankte für die informativen Ausführungen und bat Bürgermeisterin Sonja Meier um ein Grußwort. Diese würdigte die "wichtige Arbeit" des Krankenpflegevereins und freute sich über die "immer guten Referenten, so dass die Mitglieder stets umfassend informiert sind."

"Man ist nicht allein"

Pfarrer Eugen Wismeth würdigte die Dienste der Schwestern: "Man ist nicht allein mit der Caritas und der ambulanten Pflege an seiner Seite." Der Pfarrer dankte für diese Arbeit, "die den lebendigen Glauben widerspiegelt". Sein weiterer Dank galt dem KPV-Team um Alfons Fuchs, das schon jahrzehntelang die Geschicke des Vereins lenke. Auch Alfons Fuchs lobte die Schwestern, die "über ihr Soll hinaus bei den Patienten arbeiten".

In seinem Rückblick informierte der Vorsitzende über 24 Personen im Gemeindegebiet, die im abgelaufenen Vereinsjahr mit 5562 Hausbesuchen und 27 030 Verrichtungen betreut wurden. Essen auf Rädern wurde 341 Mal geliefert. Die Verhinderungspflege wurde fünf Mal in Anspruch genommen und 20 Personen sind Mitglied im Verein "Betreutes Wohnen daheim". An insgesamt 35 Nachmittagen fand das Treffen der Betreuungsgruppe mit durchschnittlich sieben Teilnehmern statt. Evi Schwendner verlas das letztjährige Protokoll und Reinhold Schwarzer gab Auskunft über die Kassengeschäfte. Durch Sterbefälle verringerte sich die Mitgliederzahl auf 214 Personen (2016: 220).

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