20.01.2016 - 02:00 Uhr
WinklarnOberpfalz

Winklarner halten seit 1635 ihr Pestgelübde Prozession zu Ehren des heiligen Sebastian

Die Winklarner erfüllten wieder ihr bereits 1635 versprochenes Gelübde. Anlass dieses Versprechens war eine in Winklarn wütende Pest, die innerhalb von zwei Wochen 229 Menschen das Leben kostete. Sie versprachen alle Jahre den Namenstag des heiligen Sebastian besonders feierlich, sogar mit Prozession zu begehen.

Vier junge Burschen trugen die geschmückte Statue des heiligen Sebastian in Begleitung der Geistlichkeit und der kirchlichen und weltlichen Gremien und Vereine in die Kirche. Bild: amö
von Annemarie MösbauerProfil

Unter den Klängen der Blaskapelle Kunschir trugen vier junge Burschen die geschmückte Statue des heiligen Sebastian in Begleitung der Geistlichkeit und der kirchlichen und weltlichen Gremien und Vereine in die Kirche. Mit dem Lied "Ihr Freunde Gottes allzu gleich" stimmte der Kirchenchor die Gläubigen ein.

Pfarrer Eugen Wismeth begrüßte alle Gottesdienstbesucher zu diesem Traditionsgottesdienst. Sein besonderer Gruß galt dem Hauptzelebranten und Festprediger Pfarrer i.R. Helmut Süß aus Eschenbach. In seinen Eröffnungsworten fasste Pfarrer Süß die Bibel mit den Worten "Gott ist treu" zusammen. Diese Treue zeige sich auch bei den Winklarnern, die bereits seit 381 Jahren die Treue zum heiligen Sebastian gehalten haben. Treu zum Glauben stand auch der heilige Sebastian, seine Glaubenstreue konnten nicht einmal die Pfeile und die Anfeindungen von Kaiser Diokletian schmälern. In seiner Glaubenstreue nahm er sogar den Tod auf sich.

"Treue" stand ebenfalls im Mittelpunkt seiner Festpredigt. Der Geistliche ging auf die Treue zum Glauben ein. In Kirchenliedern und Gebeten singen und beten wir oft sehr überschwänglich über die Verehrung Gottes und die Treue zu Gott. Doch im normalen Leben kommen diese Verehrung, der Gottesdienstbesuch oder andere Glaubensdemonstrationen etwas zu kurz. Der Prediger versuchte die Gläubigen zu ermutigen, treu zu ihrem Glauben, treu zur Pfarrei oder auch treu zur Familie und zu Vereinen zu stehen nach dem Vorbild des heiligen Sebastian. Das "Bodenpersonal" soll mit guten Beispiel vorangehen, ermahnte Pfarrer Süß.

Mit lateinischen Messgesängen umrahmte der Kirchenchor den Festgottesdienst. Danach formierte sich die eucharistische Prozession um den Marktplatz. Mit dem Sebastianslied "Stimmt Christen froh ein Loblied an" und "Großer Gott wir loben dich" zeigten die Gläubigen ihre Treue zum Glauben und vor allem ihre Verehrung des heiligen Sebastian.

Zur Person

Pfarrer i.R. Helmut Süß ist geboren in Sulzbach Rosenberg. 1967 Priesterweihe; 1967-1971 Kaplan in Hirschau; 1971-1976 Kaplan in Furth i.W.; 1976-1992 Pfarrer in Hainsacker; 1992-2012 Pfarrer in Kümmersbruck. Seit 2012 ist Süß Ruhestandspfarrer in Eschenbach; viele Jahre war er Vorsitzender des Priesterrates. (amö)

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