Austellung im Fichtelgebirgsmuseum
"Wie Gulliver im Lande Liliput"

In der Mädchenschule von anno dazumal. Die Schwestern haben im Laufe der Jahrzehnte eine umfangreiche Sammlung alter Puppenstuben und Kaufläden zusammengetragen. Darunter befinden sich auch viele wertvolle Stücke. Diese Art von Spielzeug gab es einst zuhauf, aber wirklich gut erhaltene Unikate sind heute selten. Bilder: Grüner (6)
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Wunsiedel
27.12.2016
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Inge Aures und Liane Weber (von links) sind fasziniert von Puppen.

Auf winzigen Tischchen liegen ebenso winzige Spitzendecken, im Regal stehen Miniaturtassen, zur Dekoration sitzt ein winziger Teddybär auf einem Stuhl. All das ist Teil einer einzigartigen Miniaturwelt, die es derzeit im Fichtelgebirgsmuseum zu bestaunen gibt.

Wunsiedel. Die Klassenzimmer, Modeläden, Puppenküchen, Drogerien, Puppenstuben, Metzgereien, Apotheken und Bäckereien im Kleinformat gehören der Landtagsvizepräsidentin Inge Aures und ihrer Schwester Liane Weber. Den Grundstein für ihre umfangreiche Sammlung haben sie bereits im Kindesalter gelegt. Die Schwestern stammen aus einer Bäckerei in Kulmbach. Inge Aures war schon als Kind begeisterte Sammlerin, wenn auch nicht bewusst. Sie fieberte stets den Tagen entgegen, an denen Sperrmüll gesammelt wurde. Denn da gab es so viele interessante alte Dinge, die sie interessierten. Liane Weber hingegen faszinierten Flohmärkte. Dort hielt sie immer Ausschau, um die eigene Puppenstube und die ihrer Schwester zu komplettieren. Mit Bekannten durchstöberte sie deren Dachböden aus dem gleichen Grund, sich immer fragend: "Wäre das was für unsere Puppenstuben und Kaufläden?"

Es kamen immer mehr Puppenstuben und Kaufläden dazu, die Sammelleidenschaft packte die beiden Schwestern. Zahlreiche Exemplare haben sie jeweils zu Hause. Zwei bis drei Kaufläden oder Stuben sind immer aufgestellt, der Rest ist feinsäuberlich verpackt, darauf wartend, bei einer Ausstellung gezeigt zu werden.

Aufstellung nach Fotos

Es sei keine Schwierigkeit gewesen, die 50 Fächer in den Vitrinen im Sonderausstellungsraum zu füllen. Damit die Läden und Puppenstuben immer gleich aussehen, wenn sie in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, wurden sie alle fotografiert. Nach diesen Bildern werden sie akribisch genau aufgebaut. "Da muss jedes Päckchen an Ort und Stelle sein", sagt Aures. Die Bäckerei, die bei der Ausstellung im Museum zu bewundern ist, ist das Lieblingsstück von Inge Aures. Liane Weber hat keinen Favoriten, wünscht sich aber noch eine Schmiede, die in ihrer Sammlung bis dato fehlt.

Mädchen-Spielzeug

Die Ausstellung "Die große Welt im Kleinen - Puppenstuben und Kaufläden aus vergangener Zeit" passt hervorragend zur Weihnachtszeit. Zwischen den 50er und den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fehlte diese Art von Spielzeug praktisch in keiner Familie. Vor allem Mädchen liebten Puppenstuben und Kaufläden und haben sie mit detailgetreuen Einrichtungsgegenständen ausgestattet. Nicht viele dieser heute in vielerlei Hinsicht wertvollen Exponate sind erhalten geblieben.

Am besten hat wohl der Leiter des Puppenmuseums in Neustadt bei Coburg, Udo Leidner, die Sammlung beschrieben: "Man fühlt sich wie Gulliver im Lande Liliput."

Infos und PreiseÖffnungszeiten:

Zu sehen ist die Schau bis 26. Februar 2017, dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr. An Silvester ist das Museum geschlossen. Infos unter Telefon: 09232-2032.

Eintrittspreise:

Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Gruppen Erwachsene 2 Euro, ermäßigt, 2 Euro, Familientageskarte, 6 Euro. Führung (10 Personen) 20 Euro, 2 Euro pro weitere Person.

Kombipreis:

Gültig für Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel und Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Gruppen Erwachsene, 3,50 Euro, Gruppen ermäßigt, 2Euro, Familientageskarte 10 Euro.


Da muss jedes Päckchen an Ort und Stelle sein.Landtagsvize Inge Aures
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