Jürgen Hopf aus Bayern setzt auf "Erotikbier"
Fast nackt gebraut

Der Bierbrauer Jürgen Hopf steht nur mit einer Schürze bekleidet im Erotikbierkeller der Lang-Bräu Brauerei. Bilder: Nicolas Armer/dpa (6)
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Wunsiedel
08.02.2018
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Deutschlands Brauer haben ein Problem: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts haben sie 2017 so wenig Bier abgesetzt wie schon lange nicht mehr. Ein findiger Braumeister aus Franken verkauft sein Bier dagegen erfolgreich unter dem alten Motto "sex sells".

Anfangs war es ein Faschingsscherz. Und nun ist es ein Erfolgsrezept für eine kleine fränkische Brauerei. Mit einem "Erotikbier" hat es Brauer Jürgen Hopf aus Schönbrunn, einem Ortsteil von Wunsiedel im Fichtelgebirge, zu einer gewissen Popularität gebracht. Und sein Bier wird sogar ins Ausland exportiert.

Bekleidet nur mit Hut, Gummistiefeln und Lendenschurz braut er den angeblich so geheimnisvollen Trunk. Natürlich nach dem Reinheitsgebot, wie er versichert. Die «erotischen Wellen» ergänzten das Rezept. Scharenweise führt er die Touristen in seinen «Erotikbierkeller» in der Lang-Bräu. Denn klar, Brauereiführungen gebe es ja überall und die Gäste seien schon zigmal in diversen Braustätten gewesen. Bei Hopf wird's zuweilen schlüpfrig. Augenzwinkernd erzählt er davon, wie sein Bier Potenz und Fruchtbarkeit fördere. "Die Menschen wollen lachen", sagt der Braumeister.

Begonnen hat alles im Jahr 2002 in einem Schönbrunner Wirtshaus. Die Mitglieder des Stammtischs "Wurzelstolperer", darunter auch Hopf, wünschten sich einen erotischen Hopfensaft als Faschingsscherz. Die Resonanz überraschte den Braumeister: "Dass das Erotikbier so einschlägt, hätte niemand gedacht." Die Leute rissen ihm die Flaschen mit einer nackten Schönheit auf dem Etikett förmlich aus den Händen. Also entwickelte der Brauer die Idee weiter und machte ein laufendes Produkt daraus.

Es regnete Medien-Anfragen, Hopf und sein Bier kamen ins Fernsehen, Promis wie Lilo Wanders und Verona Pooth tranken das Bier aus Schönbrunn. Auch die Magazine "Playboy" und "Penthouse" interessierten sich für den Gerstensaft aus dem Fichtelgebirge. Hopf hatte Fotoshootings mit leicht bekleideten Models. Genaue Absatzzahlen freilich verrät er nicht, doch er und seine Söhne Richard und Rudolf sind zufrieden mit den Geschäften der von ihnen geführten Lang-Bräu. "Generell braucht man Biersorten, die polarisieren und Gesprächsstoff bringen", sagt der 30 Jahre alte Braumeister Richard Hopf.

Die Brauer in Bayern haben 2017 vor allem vom Export profitiert und insgesamt gut ein Prozent mehr Bier als im Vorjahr verkauft: 23,8 Millionen Hektoliter nach am Donnerstag veröffentlichten Zahlen. Der Bundestrend geht in die andere Richtung: Die Brauereien in ganz Deutschland zusammen haben im vergangenen Jahr so wenig Bier abgesetzt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Menge ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter zurück, berichtet das Statistische Bundesamt. Anders als in den Vorjahren konnte diesmal bundesweit auch der Bier-Export die Bilanz nicht aufhellen. Die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU gaben mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders stark nach.
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