21.02.2018 - 20:00 Uhr
Wunsiedel

Geschichten eines KZ-Häftlings berühren Schüler Tränen und Hoffnung

Wunsiedel. Die Geschichte von Michael Haid ist wenig bekannt. Der Schneider aus dem Nürnberger Land saß während der Hitler-Diktatur jahrelang im Dachauer Gefängnis. Der Ruhestandspfarrer Werner Strekies hat die Niederschriften des KZ-Häftlings veröffentlicht. "Wer nie sein Brot mit Tränen aß - Eine Geschichte, die das Leben schrieb, aus Deutschlands dunkelster Zeit 1933 - 1945" überschrieb er sein Buch.

von Externer BeitragProfil

Der Herausgeber war jetzt im Luisenburg-Gymnasium zu Gast. In sensibler und berührender Weise brachte er den Schülern der 10. Klassen die Geschichte von Michael Haid nahe. Er begann mit der Vermittlung von Hintergrundwissen rund um Opfergruppen und die Ideologie der Nazis, gestützt von vielen Bildern aus Gedenkstätten und Nachlässen der Opfer. Werner Strekies schaffte es damit, die Schüler zu sensibilisieren für die Geschehnisse in den Konzentrationslagern. Nach dem theoretischen Teil las der Herausgeber des Buches einige Erlebnisse vor, die Michael Haid in Haft notiert und nach dem Krieg in mühsamer Kleinarbeit mit der Schreibmaschine abgeschrieben hat.

Die Zuhörer erfuhren von den schrecklichen Zuständen in den Lagern, aber auch von kleinen Lichtschimmern - wie der Schwester der Bahnhofsmission, die in einer eiskalten Nacht den gefesselten Häftlingen gegen den Willen der Polizisten warmen Kaffee eingeflößt hat oder dem Freund, der einem fast erschlagenen Gefangenen Umschläge gemacht und das Leben gerettet hat. Viele kleine, sehr fassbare Geschichten führten den Schülern die Verantwortung jedes einzelnen vor Augen.

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