12.02.2018 - 20:10 Uhr
Wunsiedel

Projekt Regioident soll auch den Tourismus stärken Schätze der Region heben

Das Projekt Regioident des Zweckverbands Fichtelgebirgsmuseen soll das regionale Bewusstsein und den Tourismus stärken. Partner sind die Landkreise Bayreuth und Tirschenreuth. Die EU spendiert dafür 122 000 Euro.

Strahlende Gesichter bei der Übergabe eines 122 000-Euro-Schecks an den Zweckverband: Im Bild von von links Margit Weber, Christine Lauterbach, Florian Preisinger, Landrat Wolfgang Lippert, Stefan Göcking vom Zweckverband, Leader-Koordinator Michael Hofmann, Museumschefin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang und Projektleiterin Ivonne Müller. Bild: fphs
von Redaktion OnetzProfil

Wunsiedel. Beste Laune im Wunsiedeler Fichtelgebirgsmuseum: Stellvertretender Zweckverbandsvorsitzende Stefan Göcking, Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang und Projektleiterin Ivonne Müller strahlten um die Wette, als sie einen Scheck über 122 000 Euro von Leader-Koordinator Michael Hofmann vom Amt für Landwirtschaft in Münchberg überreicht bekamen.

Das Geld ist bestimmt für das Projekt Regioident, unter dessen Dach die Fichtelgebirgsmuseen zusammen mit den Landkreisen Bayreuth und Tirschenreuth gemeinsame Geschichte und Geschichten sammeln, bewahren, aber auch öffentlich machen wollen. Die Arbeiten sollen kein einfaches Archivieren sein. Sie sollen zum einen die Identität nach innen stärken, gleichzeitig aber auch nach außen eine Werbung für den Tourismus in der Region sein.

Regioident sei prädestiniert, die eigene Identität zu pflegen, sagte stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender Stefan Göcking. Er bedankte sich bei Christine Lauterbach von der LAG Wunsiedel, die die Anträge dafür vorbereitet hatte. Landrat Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) lobte die kreisübergreifende Zusammenarbeit, die sich schon bei anderen Projekten bewährt habe. "Wir müssen verstärkt regional denken," sagte der Landrat und freute sich auf die Vermarktung der Ergebnisse durch eine verstärkte Werbung um Touristen. Damit könne sich die Region selbstbewusster präsentieren. Schließlich sitze man im gleichen Boot und brauche die Zusammenarbeit. Michael Hofmann vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Münchberg wies darauf hin, dass man mit dem Zuschuss von einem "Nachschlag" aus Brüssel für solche Projekte profitiere. Insgesamt koste Regioident, das bis Dezember 2019 laufe, 202 000 Euro. Das Projekt verbinde die Tradition mit dem Modernen. Birgit Weber von der LAG Bayreuth Land freute sich, dass man damit Schätze aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Nachwelt erhalten könne. Heben müsse man sie jetzt, bevor sie verloren gingen. Ihr Kollege von der LAG Tirschenreuth, Florian Preisinger, unterstrich, dass man mit Regioident mit Hilfe der sozialen Medien auch junge Leute einbinden und für die Heimat begeistern könne.

Das gesammelte Wissen soll nicht in Museen schlummern, sondern auf einer Website sowie in sozialen Medien als "Regioident to go" veröffentlicht werden. Geräte dafür sollen an verschiedenen touristisch viel besuchten Orten in der ganzen Region aufgestellt werden. Museumsleiterin Zehentmeier-Lang freute sich, dass Regioident nicht nur zurückblicke.

Historisches Wissen bewahren

Projektleiterin Ivonne Müller erläuterte, mit Regioident solle materielles und immaterielles Geschichtsgut gesammelt und zu einem "Gedächtnis der Region" geformt werden. Man bewahre historisches Wissen und stärke damit auch die regionale Identität. Die einzigartige Kultur der Region stärke nicht nur die Identität nach außen, sie könne auch die Integration von Zuwanderern erleichtern, sagte Müller weiter. Mit Hilfe eines Netzwerkes von Interessensgruppen und Arbeitskreisen sollen nun in den nächsten Monaten Brauchtum, historische Gegenstände, aber auch immaterielles Kulturerbe zusammengetragen und bewahrt werden. Als Beispiel nannte Müller die Sprache (Dichter Jean Paul, Heimatdichter Otto Schemm oder Sprachforscher Johann Andreas Schmeller), die Geschichte der Hofer Symphoniker, der Luisenburg, der Wagner-Festspiele oder des Klosters Waldsassen. Mit einer "Kick-Off"-Veranstaltung am 22. März um 16 Uhr in Wunsiedel will der Zweckverband starten. Schirmherrin ist die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Workshops, Treffen und Veranstaltungen folgen. Unter den Treffen findet sich zum Beispiel auch ein "Multimusikalisches Singen mit Flüchtlingen" in Mundart. (fphs)

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