23.04.2018 - 11:48 Uhr
Oberpfalz

Auf Recherche im "strahlenden Land" - und in Amberg Journalist sucht Spender

"Strahlendes Land" heißt das Projekt von Marvin Oppong (35). Zwei Jahre lang reiste der Journalist aus Bonn mit dem Geigerzähler durch die Bundesrepublik, um herauszufinden, wo Deutschland radioaktiv strahlt und warum. Er kam dabei auch nach Amberg.

Marvin Oppong zu Besuch bei Veterinär Dr. Günter Baumer in Amberg.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Aus dem Filmmaterial und den Rechercheergebnissen soll mit Unterstützung der Crowd eine investigative Low-Budget-Doku entstehen", erklärt Oppong. Dafür sucht er jetzt noch Unterstützer. Wer will, kann über seine Homepage für das Projekt spenden.

"Nachdem ich gehört habe, dass Atomtransporte mit dem Zug durch meine Heimatstadt Bonn rollen, wollte ich immer schon einmal wissen, ob man mit einem Geigerzähler etwas messen könnte, wenn man den Spuren der Züge folgen würde", erzählt er. "Je tiefer ich in das Thema eingestiegen bin, desto spannender wurde es. Ich wollte mir selber ein Bild von dem Ganzen machen, habe mir einen Geigerzähler und eine Kamera besorgt und bin losgezogen."

Eine Station seiner Reise mit dem Geigerzähler war Amberg. Im Schlachthof traf er Veterinär Günter Baumer, der zu dem Zeitpunkt auch Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes war. Oppong war bei einer sogenannten Radiocäsiummessung bei Wildschweinfleisch dabei. "Durch den Reaktorunfall von Tschernobyl nehmen Pilze heute noch radioaktives Cäsium auf. Da Wildschweine bevorzugt Pilze essen, reichert sich im Fleisch das Cäsium an. Übersteigt das Cäsium einen bestimmten Grenzwert, darf es nicht mehr in Umlauf gebracht werden."

Baumer gab dem Journalisten umfassend Auskunft, warum es diese Tests gibt und welche Ergebnisse in der Region zu verzeichnen sind. "Diese Grenze ist so sicher angesetzt, dass wir durch einen Tag Skifahren im Hochgebirge, einen Flug von München nach New York oder eine Röntgenaufnahme den Körper so viel belasten, wie wenn wir eine ganze Rotte verstrahlter Wildschweine essen würden", erklärte Baumer im Interview. Der Jagdverband habe 111 Messstationen in Bayern aufgebaut. Ganz in der Anfangszeit nach Tschernobyl seien rund um den Bayerischen Wald Proben mit bis zu 10 000 Becquerel pro Kilogramm registriert worden.

Die Spendensuche zur Umsetzung der ganzen Geschichte läuft noch bis heute Mitternacht. Wer den Journalisten unterstützen will, findet alle Infos auf seiner Web-Site.

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Weitere Informationen:

www.startnext.com/strahlendes-land

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