Zwei Tieflader brachten am Montag eine Lokomotive der Baureihe 323 aus dem Jahr 1958 und ein Bahndienstfahrzeug KL 53 an ihren Bestimmungsort, wo beide millimetergenau auf das Gleis beim ehemaligen Betriebsgebäude gesetzt wurden. Dort, beim Lokschuppen und neben der alten Drehscheibe, wo der vor acht Jahren gegründete Verein sein Domizil hat.
Stellvertretender Vorsitzender Matthias Gruschwitz sprach von einem Alleinstellungsmerkmal und der Chance, auch dank der aus Regensburg angelieferten Exponate zu einem Zugpferd in der Oberpfalz zu werden. Das Betriebswerk sei mit seiner 23-Meter-Drehscheibe und dem Lokschuppen ein einzigartiges Objekt, das nun weiter aufgewertet werde. "Rettet den Lokschuppen" hatte sich der von Vorsitzendem Stephan Stauber und Gruschwitz geführte Verein bei seiner Gründung vorgenommen. Das aber war mit viel Arbeit verbunden: Das heruntergekommene Sozialgebäude auf dem Betriebswerk wurde gemietet, das Gelände entrümpelt, die Drehbühne mit Studenten der Hochschule technisch saniert und der Ringlokschuppen in Ordnung gebracht. Ein wesentlicher Schritt war die Klärung der Grundstücksfrage, nachdem Verhandlungen zwischen Stadt und Bahn wegen der Altlastenproblematik gescheitert waren. Die Familie Stadler hat das Gelände im Dezember 2014 erworben und zeigte ein Herz für die Eisenbahner, die das Gelände mindestens 25 Jahre lang nutzen dürfen. So steht es im Vertrag.
Das wiederum bietet die Möglichkeit bei Stadt und Land Zuschüsse für das Fernziel Museum der Oberpfälzer Industriebahnen zu beantragen. Geschehen soll dies in Kooperation mit den Regensburger Straßen-, Walhalla- und Eisenbahnfreunden. Das kostet laut Stauber und Gruschwitz aber viel Geld. Eine Einnahmequelle erschließen die Mitglieder am Sonntag, 24. Juni. Dann laden sie zum Drehscheibenfest ein.
Oberpfälzer Industriebahnmuseum
Mit der Überführung einer Klein-Lokomotive der Baureihe 323 (Baujahr 1958), auch bekannt als Köf II, die den Regensburger Straßenbahn-, Walhalla- und Eisenbahnfreunden (RSWE) gehört, und einem Gleisbaufahrzeug Klv 53, das vom Hafen Regensburg stammt, haben die Amberger Eisenbahnfreunde ihren Bestand ganz wesentlich vergrößert. Das Gleisbaufahrzeug hat der Verein gekauft. Die Regensburger wollten die Fahrzeuge in einem eigenen Museum ausstellen, der Plan ist aber gescheitert. Es fand sich kein Grundstück. Zudem musste das gemietete Areal im Hafen mitsamt der Gleise geräumt werden. Es drohte die Zerschlagung der gesamten Sammlung bis hin zur Verschrottung der Exponate. Durch den Kontakt mit den Ambergern reifte die Idee der Zusammenarbeit. Und die lässt sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Die Regensburger haben mehr Fahrzeuge, die Amberger mehr Platz. Das Konzept eines Oberpfälzer Industriebahnmuseums ließe sich auch in Amberg verwirklichen, sagen die Vorsitzenden Thomas Mattusch (Regensburg) sowie Stephan Stauber und Matthias Gruschwitz (Amberg). So sei sogar an eine Fusion der beiden Vereine gedacht. Der Transport der beiden Fahrzeuge sei ein erster Schritt dieser Zusammenarbeit gewesen. Am Montag um 10.30 Uhr hatten die beiden Fahrzeuge ihren endgültigen Standort auf dem Betriebsgelände gefunden. Sehr zur Freude von Matthias Gruschwitz: "Ich bin froh, dass wir diese technischen Denkmäler aus Regensburg erhalten haben." (e)














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.