08.05.2018 - 12:58 Uhr
BärnauOberpfalz

Rainer-Markgraf-Stiftung finanziert Stelle für Wissenschaftlerin im Geschichtspark Bärnau Markgraf investiert ins Mittelalter

Der Geschichtspark Bärnau baut seine Kompetenz im Bereich Museumspädagogik aus. Über 30 Wissenschaftler bewerben sich. Das Rennen macht eine Frau. Bei der Finanzierung der Stelle zeigt sich die Rainer-Markgraf-Stiftung sehr großzügig.

Der Geschichtspark Bärnau bekommt mit Dr. Julia Gräf (Zweite von rechts) wissenschaftliche Unterstützung. Die Finanzierung der Stelle übernimmt die Rainer-Markgraf-Stiftung. Darüber freuen sich (von links) Projektleiter Alfred Wolf, wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters, Irene Markgraf, Vorsitzende des Stiftungsrats, und Florian Prosch, Geschäftsführer der Stiftung. Bild: rti
von Martin Maier Kontakt Profil

Eine Spende im unteren sechsstelligen Bereich ist nicht alltäglich. Die Rainer-Markgraf-Stiftung ermöglicht damit, dass Dr. Julia Gräf drei Jahre lang im Geschichtspark Bärnau die Museumspädagogik ausbaut. "Dass wir mit so einem großen Betrag unterstützt werden, war für uns fast unbegreiflich", ist Projektleiter Alfred Wolf immer noch baff. Zusammen mit wissenschaftlichem Leiter Stefan Wolters zeigt er Irene Markgraf, Vorsitzende des Stiftungsrats, welche Felder der Geschichtspark zusätzlich bearbeiten will.

"Geschichte hat bei Schülern oft einen schlechten Ruf. Man muss sie für die Jugendlichen erlebbar machen", erklärt Wolters das künftige Konzept, noch mehr in die Schulen zu gehen und altes Handwerk zu präsentieren. Er finde es großartig, dass "wir nun zu zweit an der Front stehen". Gräf bezeichnete er als Traumkandidatin. Für die Wissenschaftlerin ist vor allem der praktische Aspekt wichtig. "Ich gehe unvoreingenommen an die Sache. Wichtig ist, verschiedene Dinge, wie beispielsweise Spinnen, einfach auszuprobieren." Sie wolle weitergeben, dass man auch mit den Händen etwas herstellen könne.

"Die jungen Leute sollen die Grundlagen des Handwerks sehen", nennt die Immenreutherin Irene Markgraf die Hintergründe der Spende. Zudem gebe es in Bärnau hervorragende Einblicke in die Geschichte. Florian Prosch, Geschäftsführer der Stiftung, spricht von einem Leuchtturmprojekt. "Hier kann ich mit meinen eigenen Händen etwas machen." Dies decke sich auch mit dem Stiftungszweck.

"Wir machen keine halben Sachen. Die Projekte, die wir unterstützen, müssen nachhaltig sein und müssen etwas anstoßen", begründet Florian Prosch die hohe Summe. Mit der Finanzierung wolle die Stiftung aber auch andere Geldgeber in die Pflicht nehmen.

Gräf ist für die künftige Museumspädagogik zuständig. Diese gliedert sich in die drei Arbeitsbereiche Museumsbetrieb, Konzept und Akquise. Darunter fallen unter anderem die Führungen, Durchführung vorhandener Module (Ernährung, Kleidung, Waffen) und die Qualitätssicherung der Museumsführer. Die Wissenschaftlerin wird neue Führungskonzepte und Familienprogramme (Mitmachmuseum) entwickeln. Zudem soll sie die Schulbesuche (Archäokoffer) und Lehrerfortbildungen ausbauen. "Wir wollen alles breiter aufstellen und ich will selber neue Dinge anstoßen", blickt die 38-Jährige auf die nächsten drei Jahre.

Die jungen Leute sollen die Grundlagen des Handwerks sehen.Irene Markgraf, Vorsitzende des Stiftungsrats

Zur Person

Dr. Julia Gräf stammt aus der Gegend um Stuttgart. Sie hat in Kiel Ur- und Frühgeschichte studiert. Die 38-Jährige promovierte zum Thema "Textilien- und Lederfunde". Gearbeitet hat Gräf unter anderem schon im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz und im Wikinger-Museum Haithabu in Schleswig-Holstein.

Seit 20 Jahren ist sie als Darstellerin für lebendige Geschichte unterwegs. Daher kennt sie den Geschichtspark Bärnau. Dort nahm die Wissenschaftlerin unter anderem schon an einem Schwertkampf-Seminar teil. Gräf wird in Hohenthan wohnen. Familiäre Verbindungen in die Gegend hat sie auch. Denn ihre Großmutter stammt aus dem Egerland. (rti)

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