23.05.2018 - 22:10 Uhr
Deutschland & Welt

Bayerischer Innenminister Herrmann droht mit Entug des Waffenscheins "Reichsbürger" mit Waffen

Bayerischer Innenminister Herrmann droht mit Entzug des Waffenscheins

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

Erlangen. Bayern will auch künftig verhindern, dass Angehörige der sogenannten Reichsbürgerbewegung Waffen horten. Wann immer sich herausstelle, dass sich jemand als ein sogenannter Reichsbürger ausgebe, werde dieser sofort im Waffenregister überprüft. Stelle sich heraus, dass dieser Waffen besitze, drohe diesem der Entzug seines Waffenscheins und der Waffen, sagte der Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag bei einem Hintergrundgespräch in Erlangen.

Wie viele "Reichsbürger" in Bayern derzeit im Besitz von Waffen seien, darüber lägen ihm keine Zahlen vor. Das Problem sei, dass es weiterhin keinen abschließenden Überblick über die Zahl von Reichsbürgern im Freistaat gebe. "Jeden Monat werden wir auf neue Leute aufmerksam, die sich als Reichsbürger ausgeben". Häufig seien es Menschen, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten seien und deswegen etwa mit Zoll oder Finanzamt Probleme hätten.

Nach einem Medienbericht unter Berufung auf die Grünen im Bundestag besitzen in Deutschland rund 1200 Reichsbürger und 750 Rechtsextremisten Waffen. Erst am vergangenen Freitag war ein Polizist bei der Festnahme eines gesuchten "Reichsbürgers" in Rehau (Kreis Hof) verletzt worden. "Reichsbürger" lehnen die Bundesrepublik als Staat ab und behaupten, das Deutsche Reich bestehe fort.

Insgesamt gibt es nach Herrmanns Einschätzung mehr Reichsbürger in Bayern, als man gedacht habe. Häufig würden die Sicherheitskräfte von staatlichen Behörden auf Verdächtige aufmerksam gemacht, die sich entweder als "Reichsbürger" ausgeben oder deren Verhalten auf die Zugehörigkeit zu der Szene hindeute. Diese würden dann in der Regel von Kripobeamten aufgesucht. "Da gibt es Leute, die dann ganz schnell wieder auf Distanz zur Reichsbürger-Bewegung gehen", sagte Herrmann.

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