20.02.2018 - 21:34 Uhr
Deutschland & Welt

Ex-Caritas-Mitarbeiter hinterzieht 820 000 Euro Geld veruntreut

Aichach/Augsburg. (KNA) Ein früherer Mitarbeiter der kirchlich getragenen Ulrichswerkstätten im schwäbischen Aichach hat nach Auffassung eines Gerichtes in seinem Dienst rund 820 000 Euro veruntreut. Das Schöffengericht des Augsburger Amtsgerichtes verurteilte den 37-Jährigen am Montag zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung. Außerdem muss er 120 Sozialstunden leisten. Das teilte der Caritasverband für die Diözese Augsburg am Dienstag mit. Das Gericht bestätigte dies auf Anfrage.

von Agentur KNAProfil

Die Aichacher Ulrichswerkstätten für Behinderte sind in Trägerschaft der gemeinnützigen "CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH", einer Tochter des Caritasverbandes. Der Mann habe gezielt Zahlungsanweisungen für gelieferte Waren oder auszuzahlende Fördergelder doppelt durch die Buchhaltung durchlaufen lassen, so die Caritas. Er habe sich selbst angezeigt, nachdem vor rund einem Jahr intern Unregelmäßigkeiten aufgefallen seien, und sei seinerzeit fristlos gekündigt worden. Die Caritas habe während der Ermittlungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet und sich erst jetzt zu dem Fall geäußert, um die Untersuchungen nicht zu beeinträchtigen, sagte Sprecher Bernhard Gattner.

Der Beschuldigte habe sich im Verfahren geständig gezeigt und sein Verhalten mit "Existenzängsten" erklärt. Außerdem kündigte er an, den Schaden wieder gutmachen zu wollen, was auch eine weitere Bewährungsauflage ist, wie Gattner ergänzte. Der Mann habe in den vergangenen Monaten 590 000 Euro angesammelt, auch mit Unterstützung seiner Familie. Nun wolle er noch sein Haus verkaufen, um die Restschuld zu begleichen.

Die CAB habe zwischenzeitlich höhere Sicherheitsstandards etabliert, sagte der Caritas-Sprecher. "Nach menschlichem Ermessen" könne nun ein Betrugsfall dieser Art nicht mehr vorkommen.

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