22.01.2021 - 00:11 Uhr
BesserWissen

Die neue Gemütlichkeit fürs Zuhause

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Trends spiegeln Bedürfnisse, aber auch Sehnsüchte der Menschen wieder. Was wir momentan zu Hause brauchen, ist Geborgenheit, ein Stück Natur und einen richtigen Schreibtisch.

Runde Formen, gemütliche Stoffe und warme Farben: Gerade ist bei der Einrichtung Gemütlichkeit angesagt. Wir brauchen nun ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und Sicherheit im Zuhause. Das lässt sich auch über Einrichtung, vor allem über Dekoration gewinnen.
von Agentur DPAProfil

Das Zuhause war selten so sehr wie jetzt der Mittelpunkt unseres Lebens. In Zeiten, in denen vieles draußen nicht mehr möglich ist, in denen Restaurants, Bars, Theater, Fußballstadien, ja sogar Büros zu sind. Das verändert den Blick auf die Einrichtung. "Wohnen ist im Moment nicht mehr Repräsentanz", erklärt die Trendexpertin Gabriela Kaiser aus Landsberg (Bayern). Es kommen ja (fast) keine Gäste mehr. "Die Wohnung ist nun nur noch der Ort des Lebens."

Damit ist gemeint: Wer neue Möbel kauft, will damit eigentlich immer auch anderen etwas über sich selbst sagen. Aber das ist jetzt nicht wichtig. Stattdessen rücken die eigenen Bedürfnisse stärker in den Fokus. Was braucht man fürs Home-Office? Was fürs Home-Schooling? Wie kann man zu dritt, zu viert, zu fünft wochenlang - besser - aufeinanderhocken?

Die Antwort sind vier Wohntrends, die erstaunlicherweise gar nicht so neu mit Corona in unser Leben gekommen sind - die aber 2021 einen Höhepunkt erleben können. Da ist zum einen der über Jahre langsam anwachsende Trend zum flexiblen Arbeitsplatz im Wohnraum.

1. Ein echter Schreibtisch

Lange brauchte man keinen großen Schreibtisch mehr zu Hause, denn die kleinen Notebooks und Tablets machten die große Arbeitsplatte überflüssig. Zumal man damit auch gut am Esstisch und auf der Couch Schreibarbeiten erledigen konnte. Nun aber, wo viele Arbeitnehmer erstmal nur noch von Zuhause aus arbeiten dürfen und die Möglichkeit im Raum steht, dass Firmen auch langfristig das Home-Office anbieten werden, fehlt dieser feste Arbeitsort dann doch wieder.

Der größte Trend 2021 könnte also der Arbeitsplatz zu Hause werden. Auffallend schicke und filigrane Schreibtische und Sekretäre, die hinter oder oberhalb der Arbeitsplatte noch Fächer bieten, finden sich vermehrt bei den Einrichtern im Programm.

2. Möbel, die mehr können

Trend Nummer zwei ist die Multifunktionalität - und geht ein bisschen einher mit dem flexiblen Schreibtisch. Man findet ihn nun zum Ausklappen an Regalen oder zum Verstecken integriert im Kleiderschrank.

Wo Platzmangel herrscht, müssen Möbel eben mehrere Funktionen erfüllen können. Außerdem ist man dankbar, wenn der Arbeitsplatz sich mit dem Feierabend wieder verstecken lässt und man mental besser abschalten kann.

Ein ungewöhnliches Beispiel aber zeigt, dass die neue Multifunktionalität auch eine neue Klasse an Kreativität hervorbringt: Die Leuchte "Elina" von Dirk Vosding, der im Pure-Talents-Contest der ausgefallenen Möbelmesse IMM in Köln Finalist ist, ist eigentlich eine Buchstütze. Je nach Notwendigkeit leuchtet sie aber auch als Leselicht im Regal oder wird als Tischleuchte hervorgeholt.

3. Ein Stück Natur zu Hause

Trend Nummer drei ist ebenfalls ein alter Bekannter für die Einrichtungsbranche, der aber mehr denn je das aktuelle Bedürfnis der Menschen anspricht. Es ist die Natur. Wir wollen natürlich raus aus der Wohnung - und wir wollen zumindest in einen Garten oder im Grünen spazieren gehen. Daher holt man sich mehr Pflanzen ins Haus, macht aus dem Balkon ein grünes Paradies - oder setzt auf grüne Motive.

Bei den Tapeten zum Beispiel sind Dschungelmotive - neu in 2021 in Kombination mit geometrischen Mustern - gefragt, teilt das Deutsche Tapeten-Institut mit. "Großformative Blumen werden von Rauten, Kreisen oder Strichen aufgebrochen und neu zusammengesetzt. Linien kreuzen oder lassen das Muster wie ein Puzzle in Kachel-Form erscheinen", heißt es im Tapeten-Trendbericht für 2021.

Selbst die Möbel haben Naturbezug, auch wenn man oft erst mal die Idee der Designer kennen muss, um das zu sehen: Sie lassen sich zum Beispiel von Landschaften inspirieren wie die Kreativen der japanischen Marke "Karimoku Case Study" von der skandinavischen Küste.

Nach wie vor bleibt unter den Hölzern für Möbel die gute alte Eiche die Trendigste, berichtet Ursula Geismann von der Initiative "Furnier+Natur". Insgesamt werden Hölzer in hellen, natürlichen Tönen verwendet, also weniger dunkel gebeizt oder lackiert.

4. Einrichtung zum Einkuscheln und Einigeln

Trend Nummer vier ist die Gemütlichkeit. Wir brauchen nun ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und Sicherheit im Zuhause. Das lässt sich auch über Einrichtung, vor allem über Dekoration gewinnen. "Das Gefühl erzeugen nicht die glatten Satin-Kissen, sondern eher flauschige Nicki- und Teddy-Stoffe - also Stoffe zum Kuscheln", erklärt Trend-Expertin Kaiser.

Viele Hersteller arbeiten auch daran, ihren Stoffen etwa für Vorhänge oder Raumtrennung einen stärker haptischen Eindruck zu geben - sie haben Strukturen, die zum Anfassen und Erkunden animieren.

Hersteller Kinnasand (Kvadrat) spricht zum Beispiel seinen neuen Stoffen namens Monotypes eine "sinnliche Wirkung" zu. Das wird erreicht durch eine Mischung: Der Stoff setzt sich aus den Kontrasten wärmender Wolle, der Textur von Hanf, der Weichheit von Lyocell und der Kühle von recyceltem Polyester zusammen. Daneben finden Teppiche, Dekorationen und Möbel mit weichen, runden Formen gerade besonders Anklang. Eben alles, was eine gemütliche Höhle schafft.

Homing 2.0

In den vergangenen Jahren sprach man gerne von einer "neuen Gemütlichkeit" fürs Zuhause, oder auch vom "Cocooning" - was im Grunde ein bewusstes Sich-Einigeln bedeutet. Danach kam der Trend zum "Homing", der Wunsch nach einem schönen Haus, in dem viel Zeit - auch zum Beispiel mit Gästen - verbracht wird.

Die Trend-Experten der - wegen Corona ausgefallenen - Messe IMM haben nun für das besondere Jahr 2021 eine Steigerung dessen ausgerufen: Das "Homing 2.0". Dazu heißt es in dem Trendbericht: "Das Zuhause wird zum Schutzraum und spendet Geborgenheit."

Weil wir nun mal gerade meistens daheim sind. Und weil wir Geborgenheit gerade so sehr brauchen.

Tipps für die Senioren-WG

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Natur im Wohnraum: „Karimoku Case Study“ hat sich für seine neuen Stücke von der skandinavischen Küste inspirieren lassen.
Schlichte und schlanke Arbeitsplätze sind im privaten Wohnraum gerade sehr gefragt. Flexible Schreibtische wie das Klappmöbel-System Fläpps von Ambivalenz treten nur in Erscheinung, wenn man sie braucht.
Akzentlicht im Bücherregal – oder eine Buchstütze.
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