07.04.2021 - 14:16 Uhr
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Der richtige Rosenschnitt

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Die Rose gilt als Diva im heimischen Garten, doch so schwer zu handhaben ist sie gar nicht: Bei richtiger Pflege ist sie ein herrlich duftender und dankbarer Dauerblüher.

Einmalblühende Kletterrosen sollten erst nach ihrer Blüte im Sommer geschnitten werden.
von Elisa RomfeldProfil

Wenn Ende März bis Mitte April die Forsythien als erste Sträucher ihre knallgelben Blüten präsentieren, ist genau die richtige Zeit für den Rosenschnitt. In den Nächten herrschen keine Minusgrade mehr und die Luft wird tagsüber frühlingshaft mild. An einem bedeckten Tag ohne Regen sollte nun der Hobbygärtner die Gartenschere zur Hand nehmen und sich an den Rosenschnitt trauen.

Vor dem eigentlichen Verjüngungsschnitt sollten zunächst bei allen Rosenarten abgestorbene und kranke Zweige entfernt werden, dabei immer circa fünf Millimeter leicht schräg oberhalb einer nach außen zeigender Knospe ansetzen. Fleckige Blätter sind oft ein Zeichen des Rosenmehltaus und sollten restlos aufgesammelt und im Hausmüll entsorgt werden, da die Pilze sonst den Strauch erneut befallen. Generell gilt zudem, dass einmalblühende Edel-, Strauch- und Kletterrosen erst nach ihrer Blüte im Sommer geschnitten werden sollten. Für alle anderen gilt folgende Einteilung:

Edelrosen

Zunächst muss nun der Winterschutz aus an gehäufelter Erde und Reisig oder Laub entfernt werden. Veredelte Strauchrosen sollten jedes Jahr um zwei bis drei Drittel gekürzt werden. Hierbei geht man wie folgt vor: Alte und bereits verholzte Äste werden bodennah abgeschnitten, damit sich neue Triebe bilden können. Sich kreuzende und abgestorbene Teile des Strauches werden nah am gesunden Zweig abgeschnitten. Am Ende sollten circa drei bis sechs neue Triebe der Edelrose mit jeweils circa fünf nach außen zeigenden Knospen stehenbleiben. Auf Hochstämmchen veredelte Rosen werden ebenso geschnitten.

Eine Edelrose, die schon einige Jahre nicht mehr geschnitten wurde: verholzte und alte Äste müssen hier entfernt werden

Bodendecker-Rosen

Niedrige Bodendeckerrosen brauchen keinen so aufwändigen Schnitt wie die Edelrosen. Bei ihnen werden lediglich die abgestorbenen braunen Zweiglein entfernt und die Pflanze nur alle zwei bis drei Jahre um circa ein Drittel eingekürzt. Diese kleinen und sehr robusten Arten brauchen zudem keinen Winterschutz. Beliebte Sorten, die man oft in unseren heimischen Gärten und in Parks antrifft, sind hier die rosafarbenen Polyantha- oder Compacta-Rosen (z.B. „The Fairy“).

Drei bis sechs Zweige mit je fünf Knospen dürfen nach dem Schnitt stehen bleiben.

Kletterrosen

Alle zwei bis drei Jahre sollte man seine Kletterrosen um ein bis zwei Drittel zurückschneiden, da dies die Blüte fördert und die Rose zu neuen Austrieben anregt. Hat man sich eine pflegeleichte Rambler-Rose zugelegt, darf diese auch ungestört und ungeschnitten weiterwachsen.

Wildrosen

Sehr pflegeleicht und beliebt sind Wildrosen wie rosa canina (Hundsrose), multiflora, pimpinellifolia oder tomentosa, die gern an Abhängen oder als Grundstücksabgrenzung gepflanzt werden. Sie sind pflegeleicht, bienenfreundlich, bilden essbare Hagebutten aus und sind daher für heimische Tiere eine Nahrungsquelle im Winter. Wenn der üppige Wuchs nicht stört, brauchen diese Sorten gar nicht geschnitten werden. Nehmen sie überhand, darf man sie auch radikal auf etwa drei kurze Triebe kürzen - aufgrund der tiefen Wurzeln ist ein neuer Austrieb gewiss.

Rosen sind gar nicht so anspruchsvoll, wie man oft meinen mag. Lediglich die Edelrosen brauchen den richtigen Schnitt, eine gute Düngung und müssen evtl. vor Schädlingen geschützt werden. Beim Kauf einer neuen Edelrose sollte man daher auf das ADR-Siegel und möglichst auf Bienenfreundlichkeit achten - und intensiv duftende Sorten machen besonders Freude!

Für den Winter bereits vorbereitet: Eine selbst veredelte Rose aus Schwiegeropas Garten - ein Erbstück mit Erinnerung

Ein Traum von einem Garten

Seit 40 Jahren betreibt Gabi Härtl mit ihrer Mutter ihren 220 Quadratmeter großen Schrebergarten an der Mähringer Straße in Tirschenreuth.
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