23.02.2021 - 13:31 Uhr
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Der Sternenhimmel im März: Der Löwe löst Orion ab, es wird Frühling

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Der Frühling hält Einzug – auch am Sternenhimmel. Noch immer sind jedoch die Sternbilder des Winters zu sehen, darunter der Jäger Orion. Sie sind aber alle schon in die westliche Himmelshälfte gewandert und verringern ihre Sichtbarkeit.

Martin Sponsel (Sternwarte Ursensollen) hat Mitte Februar abseits des Stadtlichts diese Aufnahme des Sternbilds Orion gemacht, auf der unter anderem der Orionnebel (rechts) zu sehen ist. In der Bildmitte die Gürtelsterne des Orion. Belichtung: 120 x 30 Sekunden bei ISO 800/Kamera: Sony Alpha 6000a/Optik: Samyang 135 mm bei f2.8
von Agentur DPAProfil

Am abendlichen Sternbilderhimmel beginnt im März die Umstellung auf das Frühlingsszenario. In der Meteorologie gilt der März als erster Frühlingsmonat. Die hellen und auffälligen Winterbilder ziehen aber noch die Blicke auf sich. Sie sind allesamt schon weit in die westliche Himmelshälfte gerückt. Der Himmelsjäger Orion etwa schickt sich an, im Südwesten unterzugehen. Sirius funkelt noch bläulich-weiß im Südwesten. Höher noch leuchtet Prokyon, der hellste Stern im Kleinen Hund. Der Stier mit seinem orangenen Hauptstern Aldebaran steht schon weit im Westen. Noch hoch am Westhimmel stehen die Zwillinge mit dem Brüderpaar Kastor und Pollux. Im Nordwesten glänzt die helle Kapella im Fuhrmann.

Hoch im Süden ist der mächtige Löwe mit seinem bläulichen Hauptstern Regulus kurz davor, die Mittagslinie zu durchschreiten. Der Löwe ist das Leitsternbild des Frühlingshimmels. Tief im Osten ist der orangene Arktur im Sternbild des Rinderhirten (Bootes) erschienen. Im Südosten nimmt die Jungfrau ihren Platz ein. Ihr bläulicher Hauptstern Spica ist knapp über dem Südosthorizont zu sehen.

Der Fixsternenhimmel im März.

Frühlingsdreieck komplett

Damit ist das Frühlingsdreieck aus Regulus, Arktur und Spica komplett aufgegangen. Zwischen den Zwillingen und dem Löwen ist der Krebs beheimatet. Er ist zwar ein unscheinbares Sternbild und infolge störender irdischer Lichtquellen und Luftverschmutzung kaum zu erkennen. Aber dem Namen nach ist er gut bekannt, gehört er doch zum Tierkreis, also jenen 13 Sternbildern, durch die die Sonne Jahr für Jahr hindurchwandert. Vom 20. Juli bis 10. August zieht die Sonne durch das Sternbild Krebs.

Im Krebs findet sich auch der Sternhaufen Krippe. Mit bloßen Augen sieht man nur ein mattes Lichtfleckchen. Im Fernglas wimmelt es hier vor Sternen. Die scheinbare Sonnenbahn zieht durch den Krebs, weshalb von Zeit zu Zeit helle Planeten die Krippe passieren.

Die Sonne überschreitet am 20. März exakt um 10.37 Uhr den Himmelsäquator und wechselt auf die Nordhalbkugel des Firmaments. Dieser Zeitpunkt gilt als astronomischer Frühlingsbeginn. Es tritt die Tagundnachtgleiche ein. Der Fachbegriff lautet Frühlings-Äquinoktium. Der Frühlingspunkt, der Schnittpunkt von aufsteigender Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator, markiert den Startpunkt des Tierkreiszeichens Widder, der in unserer Zeit im Sternbild der Fische liegt. Als einziger heller Planet am Abendhimmel zeigt sich im März Mars. Mit Einbruch der Dunkelheit steht er schon hoch im Südwesten. Der rötliche Planet wandert durch das Sternbild Stier und tritt zu Monatsbeginn in das Goldene Tor der Sonnenbahn. Es wird von den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden markiert, die gewissermaßen die Torpfosten darstellen. Im Fernglas beeindrucken beide durch ihr prächtiges Gewimmel an Sternen.

Venus bleibt unsichtbar

Der Sternenhimmel im März: Mond und Mars treffen sich im Sternbild Orion.

Weiter zieht Mars seine Bahn und passiert am 23. nördlich Aldebaran, den orangenen Hauptstern des Stieres. Schon am 19. ergibt sich ein netter Himmelsanblick, wenn abends die Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Mars und Aldebaran steht.

Venus überholt am 26. die Sonne im Tierkreis. Sie erreicht dabei mit 258 Millionen Kilometer ihre größte Entfernung von der Erde. Sie hält sich somit am Taghimmel nahe der Sonne auf und bleibt nachts unsichtbar unter dem Horizont verborgen. Im Mai beginnt Venus ihre Abendsternperiode.

Jupiter ist ab Mitte Februar in der beginnenden Morgendämmerung tief am Südosthimmel zu sehen. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Steinbock auf. Saturn, ebenfalls im Steinbock, erscheint um den 15. am Morgenhimmel. Der Ringplanet ist allerdings lichtschwächer als der auffälligere Jupiter. Merkur erreicht am 6. März mit 27 Grad seinen größten westlichen Winkelvorsprung vor der Sonne. Er geht zwar morgens kurz vor der Sonne auf. Aber die Helligkeit des Himmels hat dann schon so weit zugenommen, dass der flinke Götterbote nicht mehr erkannt werden kann. Aber in den südlichen Mittelmeerländern, in den Tropen und auf der Südhalbkugel zeigt sich der kleinste der acht Planeten Anfang März kurz am Morgenhimmel.

Der Mond kommt am 2. März mit 365 420 Kilometer Entfernung in Erdnähe. Neumond tritt am 13. um 11.21 Uhr ein. Seinen erdfernsten Bahnpunkt passiert der Mond am 18. frühmorgens, wobei ihn 405 250 Kilometer von uns trennen. Vollmond tritt am 28. um 20.48 Uhr Sommerzeit im Sternbild Jungfrau ein. Die Sommerzeit beginnt am 28. März um 2 Uhr.

Wie unsere Sonne vor 1000 Jahren war

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